2026年10月29日 星期四

城市‧土地‧文化敘事(壹一九)關於旅行中地景觀看,走過一片土地,究竟能留下什麼?

關於旅行中地景觀看,走過一片土地,究竟能留下什麼?



那些曾經探訪的地方,沿途遇見的人,以及一閃而過的風景,最後又有多少真正留在記憶之中?我們總習慣用照片記錄走過的路徑,彷彿只要按下快門,便能為時間留下一點證明。然而,那些被收藏的影像,原本都不屬於自己。土地有自己的故事,人們有各自的生活,而旅行者只是短暫經過,在別人的日常裡留下片刻的身影。過往的片章與當下的景象相互交疊,時間讓某些事物消失,也讓一些記憶逐漸清晰。多年以後,或許忘記了道路的名字,那些模糊的殘影卻仍然停留在心裡。

回到臺灣後,我一直想重新認識這片熟悉卻又陌生的土地。於是,決定騎著單車出發,從臺中一路向南。出發那天,一輛腳踏車靜靜停在窗邊,晨光落在車架上,像是替旅程打開了一道門。帶著相機,也帶著一個沒有寫在地圖上的問題:當移動的速度慢下來,我究竟能看見什麼?或許搭乘火車可以迅速抵達目的地,開車能夠穿越更遠的距離,但腳踏車讓身體直接接觸環境。風的方向、陽光的溫度、道路的起伏,以及不同地方的氣味,都隨著車輪的轉動慢慢進入感官。旅行開始有了自己的節奏,時間也彷彿被拉長。

一路迎接我的,是一片接著一片的稻田。水渠沿著田埂流動,農人彎身工作,遠方的房屋與廟宇貼著地平線。廟頂的紅瓦與金色裝飾從綠意間探出,像是土地上熟悉的文化符號。農田、聚落與信仰彼此依存,構成地方生活的秩序。道路接著穿過工廠與村莊,筆直的田埂旁立著電線桿,工業煙囪從平原升起,老屋與新建築在同一條街道上相遇。這些景象沒有刻意安排的構圖,也缺少明信片裡整齊而漂亮的風景,卻讓我看見臺灣最真實的生活樣貌。不同年代的建築、產業與人群,在有限的土地上相互交錯,像是一張被時間反覆修改的地圖。

我開始想,一個地方的性格究竟從何而來?是山川與河流決定了聚落的位置,是產業塑造了街道的輪廓,還是人們長久以來的生活習慣,讓環境逐漸形成今日的模樣?或許每一個答案都只是其中一部分。土地承載著社會、經濟、文化與歷史的變遷,也容納著不同世代對生活的想像。我們看見的每一處景象,都有它形成的原因。那些看似平凡的道路、建築與田野,其實保存著無數人的選擇與付出。

到了海邊,風變得更加強烈,視野也跟著開闊起來。岸邊的石頭、漁船、竹棚與潮水留下的痕跡,使海岸看起來像一座持續運作的工作場。有人修船,有人整理漁具,海水退去後,沙地與石堤重新顯露。從農田到海岸,風景換了顏色,勞動卻始終存在。車輪沿著岸線前進,海水一次又一次推向陸地,彷彿每天都在重新描繪邊界。我想起自己一直感興趣的空間關係。那些被地圖標示得清清楚楚的界線,到了真實世界卻未必如此明確。自然與人為、陸地與海洋、城市與鄉村,總在相互滲透之間形成新的樣貌。

進入山區後,道路開始蜿蜒,速度也慢了下來。房屋散落在樹影與坡地之間,路旁有舊牆、石階,以及逐漸被植物包圍的住家。偶爾遇見居民整理器具,或在屋簷下從事日常勞動,那些不經意的動作,反而比遠方壯麗的風景更令我停留。我拿起相機,試著收藏眼前的瞬間,卻也逐漸發現影像的侷限。一雙工作的手可能承載數十年的技藝,一棟老屋可能記錄幾個世代的生活,一條平凡的小路,也可能保存著地方居民共同的記憶。對旅行者而言,那是一張照片;對生活在這裡的人而言,卻可能是一整段人生。相機能夠留下事物的輪廓,至於輪廓背後的故事,仍需要時間去理解。

繼續往南,城鎮的街道逐漸展開。老店面、鐵道、壁畫、廟宇與新建築陸續出現。有人在門前擺放盆栽,有人用鐵皮搭起遮陽棚,招牌向街道伸展,騎樓下堆滿各式生活器物。某些角落令人愉悅,某些地方卻顯得雜亂。這些景象讓我重新思考公共空間的美感。究竟是誰決定一座城市應該長成什麼模樣?我們經常期待透過景觀工程、公共藝術或造景設施改善環境,然而,一座城市真正令人感到舒適的地方,往往來自那些細微而持續的日常照顧。

有時候,只是一盆被悉心照料的植物,一處願意留給行人休息的樹蔭,或是一面經過整理的老牆,就足以讓人停下腳步。某個路過的人看見街角美麗的景象,拿起手機拍了張照片,然後匆匆離去。那個瞬間看似偶然,背後卻可能累積了許多人的心思與時間。即使只是一盆植物,也需要有人栽種、澆水、修剪與照顧。然而,同樣一盆植物也可能因為擺放的位置,成為妨礙行人的障礙。美感在不同人的生活經驗裡,未必有相同的答案。有人認為是裝飾,有人感受到關懷,也有人只看見空間被占據。公共空間的複雜,恰好存在於這些彼此不同的感受之間。

我不禁想起自己作為藝術創作者,長期關注的公共藝術議題。一件作品可以成為地標,可以吸引觀光客拍照,也可以讓原本平凡的街角產生新的視覺焦點。但當人們離開之後,作品究竟為這個地方留下什麼?我們是否太習慣用一件藝術品來想像環境的改善,卻忽略了真正構成地方美感的生活關係?藝術進入公共空間,總會與既有的歷史、文化和社會脈絡相遇。它可以讓居民重新認識熟悉的地方,也可能只是將地方文化簡化成容易辨識的符號。一座城市即使擁有許多漂亮的雕塑與裝置,也未必因此形成令人願意停留的環境;反過來說,一個沒有大型藝術作品的小聚落,仍可能因為居民長年累積的照顧與默契,散發出獨特的魅力。

那麼,藝術究竟能為公共生活帶來什麼?我想,它或許可以成為一個讓人重新觀看環境的契機。透過某種形式的介入,引導人們注意原本習以為常的事物,讓陌生人產生交流,讓居民重新思考自己與地方的關係。藝術也可能使人開始關心城市裡那些被忽略的角落,重新討論空間的使用、生活的品質,以及每個人對環境所承擔的責任。美感經驗若能逐漸轉化為公共意識,便有機會在日常生活裡延續。至於一個地方真正的文化厚度,仍然需要居民在漫長的時間中共同累積。

旅行途中,觀看本身需要練習。我們每天經過熟悉的街道,有多少時候真正抬頭看過周圍的環境?又有多少時候,目光始終停留在手機螢幕裡,忽略了身旁正在發生的生活?那些讓人感到愉悅或不舒服的空間經驗,往往被視為理所當然。久而久之,我們習慣了凌亂,也習慣了對環境的無奈。可是,城市的樣貌從來都與每一個人的選擇有關。有人默許,有人抱怨,有人願意付出時間改善一個小小的角落。這些看似微不足道的行動,最後都會成為地方風景的一部分。

旅程接近尾聲時,一根高高的煙囪站在田野旁,接著是一片稻田,然後是一條筆直向遠方延伸的道路。煙囪記錄著產業發展的年代,稻田延續土地的生產,道路則將不同地方的人與生活連結起來。三個景象像是這趟旅行的收束,也像下一段路的開始。我重新翻看沿途拍攝的照片,試著拼湊那些曾經經過的地方。照片裡有田野、海岸、山巒與聚落,也有許多無法辨認姓名的人們。它們曾經在某個時間與我的生命短暫交會,如今又回到各自的生活之中。

或許,旅行最有意思的地方,就在於我們永遠無法預先知道什麼會留在記憶裡。那些刻意尋找的景點,未必成為最深刻的印象;反而可能是一條沒有名字的小路、一處被陽光照亮的屋簷,或是陌生人不經意的身影,在多年以後仍然清晰。土地的美麗也未必總是出現在壯闊的自然景觀裡,它可能隱藏在一段老牆的紋理、一處被居民照顧的街角,或是一群人共同維持的生活秩序之中。

這趟單車旅行,讓我重新理解自己與土地之間的關係。一路上,我試著透過身體的移動閱讀地景,從自然環境觀看聚落的形成,從建築與道路辨認歷史的痕跡,也從居民的生活感受公共空間的意義。那些在車輪之間經過的風景,逐漸成為我思考藝術與城市的養分。

我也明白,一個地方的美麗,往往需要很長的時間才能形成。它來自自然的變化,也來自人的選擇;有人付出,有人維護,有人使用,也有人在不經意間留下自己的痕跡。這些細微的關係共同構成我們所處的環境,讓空間有了記憶,也有了情感。

車輪終究會停下來,旅程也會結束。但那些曾經經過的地方,仍然有人繼續生活。田裡的作物繼續生長,海水持續漲退,街角的植物等待有人澆水,城市也在無數人的日常之中緩慢改變。我帶走了照片,也帶走了一些至今仍無法完整說明的感受。或許多年以後,那些走過的路徑只剩下依稀的殘影,但每當重新翻閱照片,仍會想起當時的風、陽光與土地的氣味。我們終究只是時間裡的過客,無法擁有所有遇見的風景,卻能讓那些相遇慢慢改變自己觀看世界的方式。

而風景,始終在我們離開之後繼續發生。

Landschaften auf Reisen betrachten: Was bleibt, wenn wir einen Landstrich durchquert haben?

Wie viel von den Orten, die wir besucht haben, den Menschen, denen wir unterwegs begegnet sind, und den flüchtigen Landschaften bleibt letztlich wirklich in unserer Erinnerung? Wir halten unsere Wege gewohnheitsmäßig in Fotos fest, als könnten wir mit einem Druck auf den Auslöser einen kleinen Beweis für die vergangene Zeit bewahren. Doch die gesammelten Bilder gehörten uns ursprünglich gar nicht. Das Land hat seine eigenen Geschichten, die Menschen haben ihr eigenes Leben, und Reisende ziehen nur kurz vorüber, um für einen Augenblick im Alltag anderer aufzutauchen. Bruchstücke des Vergangenen überlagern sich mit gegenwärtigen Ansichten. Die Zeit lässt manches verschwinden und andere Erinnerungen allmählich deutlicher werden. Jahre später haben wir vielleicht den Namen einer Straße vergessen, während ihre verschwommenen Nachbilder noch immer in uns verweilen.

Nach meiner Rückkehr nach Taiwan wollte ich dieses vertraute und zugleich fremde Land immer wieder neu kennenlernen. Also beschloss ich, mit dem Fahrrad aufzubrechen und von Taichung aus nach Süden zu fahren. Am Morgen der Abreise stand ein Fahrrad still am Fenster. Morgenlicht fiel auf den Rahmen, als öffne es eine Tür zur Reise. Ich nahm meine Kamera mit und eine Frage, die auf keiner Karte stand: Was genau werde ich sehen können, wenn ich mich langsamer bewege? Mit dem Zug könnte ich mein Ziel rasch erreichen, mit dem Auto größere Entfernungen überwinden. Auf dem Fahrrad aber kommt der Körper unmittelbar mit seiner Umgebung in Berührung. Windrichtung, Sonnenwärme, Steigungen und Senken der Straße sowie die Gerüche verschiedener Orte gelangen mit jeder Radumdrehung allmählich in die Sinne. Die Reise entwickelt ihren eigenen Rhythmus, und die Zeit scheint sich zu dehnen.

Ein Reisfeld nach dem anderen empfing mich unterwegs. Wasser floss in Kanälen entlang der Feldraine, Bauern arbeiteten vornübergebeugt, und in der Ferne schmiegten sich Häuser und Tempel an den Horizont. Rote Dachziegel und goldener Tempelschmuck ragten aus dem Grün hervor, vertraute kulturelle Zeichen in der Landschaft. Felder, Siedlungen und Glaube waren aufeinander angewiesen und bildeten die Ordnung des örtlichen Lebens. Die Straße führte weiter durch Fabriken und Dörfer. Neben geraden Feldrainen standen Strommasten, Industrieschornsteine erhoben sich aus der Ebene, alte Häuser und neue Gebäude begegneten einander in derselben Straße. Diese Ansichten folgten keiner bewusst arrangierten Komposition und besaßen nicht die geordnete Schönheit einer Postkarte. Dennoch zeigten sie mir Taiwans wahrhaftigsten Alltag. Gebäude, Industrien und Menschen unterschiedlicher Epochen verflochten sich auf begrenztem Boden wie eine Karte, die von der Zeit immer wieder überarbeitet wird.

Ich begann mich zu fragen, woher der Charakter eines Ortes kommt. Bestimmen Berge und Flüsse die Lage der Siedlungen? Prägt die Industrie die Konturen der Straßen? Oder sind es die langjährigen Lebensgewohnheiten der Menschen, durch die eine Umgebung allmählich ihre heutige Gestalt annimmt? Vielleicht ist jede Antwort nur ein Teil davon. Das Land trägt soziale, wirtschaftliche, kulturelle und historische Veränderungen und nimmt zugleich die Lebensvorstellungen verschiedener Generationen auf. Jede Ansicht, die wir vorfinden, hat Gründe für ihr Entstehen. In scheinbar gewöhnlichen Straßen, Gebäuden und Feldern bleiben die Entscheidungen und Anstrengungen unzähliger Menschen bewahrt.

Am Meer wurde der Wind kräftiger, und der Blick weitete sich. Steine am Ufer, Fischerboote, Bambusunterstände und die Spuren der Gezeiten ließen die Küste wie eine fortwährend betriebene Arbeitsstätte erscheinen. Manche reparierten Boote, andere ordneten ihr Fanggerät. Nach dem Rückzug des Wassers kamen Sandflächen und steinerne Uferbefestigungen wieder zum Vorschein. Vom Ackerland bis zur Küste wechselte die Landschaft ihre Farben, doch die Arbeit blieb gegenwärtig. Meine Räder folgten der Küstenlinie, während das Meer immer wieder gegen das Land drängte, als zeichne es die Grenze täglich neu. Ich dachte an die räumlichen Beziehungen, die mich seit jeher interessieren. Linien, die auf Karten eindeutig erscheinen, sind in der Wirklichkeit nicht unbedingt so klar. Natur und menschlicher Eingriff, Land und Meer, Stadt und Dorf durchdringen einander und bringen dabei immer neue Erscheinungsformen hervor.

Im Bergland begannen sich die Straßen zu winden, und ich wurde langsamer. Häuser lagen verstreut zwischen Baumschatten und Hängen. Am Wegrand standen alte Mauern, Steinstufen und Wohnhäuser, die allmählich von Pflanzen umgeben wurden. Gelegentlich begegnete ich Bewohnern, die ihre Geräte ordneten oder unter einem Dachvorsprung alltägliche Arbeiten verrichteten. Gerade diese beiläufigen Gesten ließen mich länger verweilen als die großartige Landschaft in der Ferne. Ich hob die Kamera und versuchte, den Augenblick vor mir zu bewahren, entdeckte dabei aber zunehmend die Grenzen von Bildern. Arbeitende Hände können jahrzehntelanges Können tragen, ein altes Haus das Leben mehrerer Generationen festhalten und ein unscheinbarer Weg gemeinsame Erinnerungen der Ortsbewohner bewahren. Für Reisende ist es ein Foto, für die Menschen, die hier leben, womöglich ein ganzes Leben. Die Kamera kann die Umrisse der Dinge erhalten; die Geschichten dahinter zu verstehen, braucht weiterhin Zeit.

Weiter südlich entfalteten sich die Straßen der Städte und Ortschaften. Alte Ladenfronten, Eisenbahngleise, Wandbilder, Tempel und neue Gebäude erschienen nacheinander. Menschen stellten Topfpflanzen vor ihre Türen oder errichteten Schattendächer aus Blech. Schilder ragten in den Straßenraum, und unter den Arkaden sammelten sich die verschiedensten Alltagsgegenstände. Manche Ecken waren angenehm, andere wirkten unordentlich. Diese Bilder ließen mich neu über die Ästhetik öffentlicher Räume nachdenken. Wer bestimmt eigentlich, wie eine Stadt aussehen soll? Wir erwarten häufig, dass Landschaftsbau, öffentliche Kunst oder gestalterische Anlagen die Umgebung verbessern. Doch die Orte einer Stadt, an denen wir uns wirklich wohlfühlen, entstehen oft durch kleine, beständige Formen alltäglicher Fürsorge.

Manchmal genügt eine sorgsam gepflegte Pflanze, ein Stück Baumschatten, in dem Fußgänger ausruhen können, oder eine in Ordnung gebrachte alte Mauer, damit jemand stehen bleibt. Ein vorbeikommender Mensch entdeckt eine schöne Straßenecke, fotografiert sie mit dem Handy und eilt weiter. Der Augenblick wirkt zufällig, doch hinter ihm können die Gedanken und die Zeit vieler Menschen stehen. Selbst eine einzelne Topfpflanze braucht jemanden, der sie einpflanzt, gießt, beschneidet und pflegt. Dieselbe Pflanze kann allerdings je nach Standort auch zu einem Hindernis für Fußgänger werden. Ästhetik findet in unterschiedlichen Lebenserfahrungen nicht zwangsläufig dieselbe Antwort. Manche sehen Dekoration, andere spüren Fürsorge, wieder andere sehen nur besetzten Raum. Genau zwischen diesen verschiedenen Empfindungen liegt die Komplexität öffentlicher Räume.

Unwillkürlich dachte ich an die Fragen zur öffentlichen Kunst, die mich als Künstler seit Langem beschäftigen. Ein Werk kann zum Wahrzeichen werden, Touristen zum Fotografieren anziehen oder einer gewöhnlichen Straßenecke einen neuen visuellen Schwerpunkt geben. Doch was hinterlässt es dem Ort, nachdem die Menschen weitergezogen sind? Haben wir uns zu sehr daran gewöhnt, die Verbesserung unserer Umgebung durch ein einzelnes Kunstwerk zu denken, und dabei jene Lebensbeziehungen übersehen, die die Schönheit eines Ortes tatsächlich ausmachen? Kunst begegnet im öffentlichen Raum immer bereits vorhandenen historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Sie kann Bewohnern einen neuen Blick auf vertraute Orte eröffnen oder die örtliche Kultur auf leicht erkennbare Zeichen reduzieren. Selbst viele schöne Skulpturen und Installationen machen eine Stadt nicht zwangsläufig zu einer Umgebung, in der Menschen verweilen möchten. Umgekehrt kann eine kleine Siedlung ohne große Kunstwerke durch langjährige Pflege und gewachsenes Einverständnis ihrer Bewohner eine besondere Anziehungskraft entwickeln.

Was also kann Kunst zum öffentlichen Leben beitragen? Ich denke, sie kann vielleicht einen Anlass schaffen, die Umgebung neu zu betrachten. Durch eine Form des Eingreifens kann sie Aufmerksamkeit auf Selbstverständliches lenken, Austausch unter Fremden anregen und Bewohner dazu bringen, ihre Beziehung zum Ort zu überdenken. Kunst kann auch das Interesse an übersehenen Ecken der Stadt wecken und neue Gespräche über Raumnutzung, Lebensqualität und die Verantwortung jedes Einzelnen für die Umgebung ermöglichen. Wenn ästhetische Erfahrung allmählich in ein Bewusstsein für das Gemeinsame übergeht, kann sie im Alltag fortwirken. Die wirkliche kulturelle Tiefe eines Ortes müssen seine Bewohner dennoch über lange Zeit gemeinsam aufbauen.

Auf Reisen verlangt auch das Sehen selbst nach Übung. Wie oft heben wir im täglichen Gang durch vertraute Straßen wirklich den Kopf und betrachten unsere Umgebung? Wie oft bleibt unser Blick auf dem Handybildschirm, während wir das Leben unmittelbar neben uns übersehen? Räumliche Erfahrungen, die uns erfreuen oder Unbehagen bereiten, nehmen wir häufig als selbstverständlich hin. Mit der Zeit gewöhnen wir uns an Unordnung und an unsere Hilflosigkeit gegenüber der Umgebung. Doch das Erscheinungsbild einer Stadt hängt stets mit den Entscheidungen jedes Einzelnen zusammen. Manche dulden es stillschweigend, manche beklagen sich, und manche investieren Zeit, um eine kleine Ecke zu verbessern. Diese scheinbar unbedeutenden Handlungen werden schließlich Teil der örtlichen Landschaft.

Gegen Ende der Reise stand ein hoher Schornstein neben den Feldern. Dann folgten Reisfelder und eine gerade Straße, die sich in die Ferne erstreckte. Der Schornstein hielt eine Epoche industrieller Entwicklung fest, die Reisfelder setzten die Produktion des Landes fort, und die Straße verband Menschen und Lebenswelten verschiedener Orte. Die drei Ansichten wirkten wie der Abschluss dieser Reise und zugleich wie der Anfang des nächsten Wegabschnitts. Ich sah die unterwegs aufgenommenen Fotos erneut durch und versuchte, die durchquerten Orte zusammenzufügen. Auf den Bildern waren Felder, Küsten, Berge und Siedlungen zu sehen, ebenso viele Menschen, deren Namen ich nicht kannte. Zu einem bestimmten Zeitpunkt hatten sie mein Leben kurz berührt; nun waren sie in ihre eigenen Lebenswelten zurückgekehrt.

Vielleicht liegt das Interessanteste am Reisen darin, dass wir niemals im Voraus wissen können, was in Erinnerung bleiben wird. Bewusst aufgesuchte Sehenswürdigkeiten müssen nicht die tiefsten Eindrücke hinterlassen. Stattdessen können ein namenloser Weg, ein von der Sonne beleuchteter Dachvorsprung oder die beiläufige Gestalt eines Fremden noch Jahre später deutlich vor Augen stehen. Auch die Schönheit des Landes zeigt sich nicht immer in überwältigenden Naturlandschaften. Sie kann sich in der Struktur einer alten Mauer, in einer von Bewohnern gepflegten Straßenecke oder in einer gemeinsam aufrechterhaltenen Lebensordnung verbergen.

Diese Fahrradreise ließ mich meine Beziehung zum Land neu verstehen. Unterwegs versuchte ich, die Landschaft durch die Bewegung meines Körpers zu lesen, aus der natürlichen Umgebung die Entstehung von Siedlungen zu begreifen, in Gebäuden und Straßen historische Spuren zu erkennen und durch das Leben der Bewohner die Bedeutung öffentlicher Räume zu erfahren. Die Landschaften, die zwischen den Rädern vorüberzogen, wurden allmählich zur Nahrung für mein Nachdenken über Kunst und Stadt.

Mir wurde auch klar, dass die Schönheit eines Ortes oft sehr lange braucht, um zu entstehen. Sie wächst aus natürlichen Veränderungen und aus menschlichen Entscheidungen. Manche tragen etwas bei, manche erhalten es, manche nutzen es, und andere hinterlassen ganz beiläufig ihre Spuren. Diese feinen Beziehungen bilden zusammen unsere Umgebung und geben dem Raum Erinnerung und Gefühl.

Irgendwann stehen die Räder still, und die Reise endet. Doch an den Orten, die wir durchquert haben, leben Menschen weiter. Die Pflanzen auf den Feldern wachsen, das Meer steigt und fällt, die Pflanzen an den Straßenecken warten darauf, gegossen zu werden, und die Stadt verändert sich langsam im Alltag unzähliger Menschen. Ich nahm Fotos mit und Empfindungen, die ich bis heute nicht vollständig erklären kann. Vielleicht bleiben von den zurückgelegten Wegen Jahre später nur undeutliche Nachbilder. Doch beim erneuten Betrachten der Fotos erinnere ich mich noch immer an den Wind, das Sonnenlicht und den Geruch des Landes. Letztlich sind wir nur Durchreisende in der Zeit. Wir können nicht jede Landschaft besitzen, der wir begegnen, aber wir können zulassen, dass diese Begegnungen unsere Sicht auf die Welt allmählich verändern.

Und die Landschaft geschieht weiter, auch nachdem wir sie verlassen haben.

2026年10月28日 星期三

同心・共築 / United in Heart, Building Together

 《同心・共築》以人與人之間的情感連結、群體凝聚與共同成長為創作核心,從自然萬物相互依存的生命關係出發,探索個體與群體之間的共生精神。每個生命皆擁有獨特的樣貌與成長軌跡,在相遇、理解與相互扶持的過程中,逐漸凝聚成具有韌性與生命力的共同體。


作品以連續延伸、相互環扣的立體曲線構築主要造型。兩側開展的環形結構,如同張開雙臂的擁抱,象徵包容、關懷與團結;中央層層交織、向上延伸的曲線,則呈現不同生命彼此連結、共同成長的姿態。曲線在環繞、交會與穿越之間形成流動而開放的空間秩序,將無形的情感轉化為富有生命力的藝術語言。


「同心」象徵心意相連與彼此理解,「共築」代表眾人參與、相互扶持與共同創造的力量。 作品以「聚沙成塔」為精神隱喻,透過層層累積、向上生長的結構,表達微小力量經由時間與合作,逐漸匯聚成共同成就的歷程。


沿著曲線綻放的粉紅色花朵,象徵生命的獨特價值、善意與希望。從單朵花的綻放到群花相映的景象,呈現個體與群體相互成就的共生關係。橘紅色調則傳達熱情、活力與情感溫度,使作品兼具向上的力量與柔和親切的氣質。


作品透過開放的環形結構、多層次的曲線與光影變化,創造豐富的觀看經驗,邀請人們在日常生活中停留、感受與交流,讓藝術成為凝聚情感與共享記憶的公共節點。


《同心‧共築》以生命的交會象徵情感連結,以群體的凝聚展現共築力量,讓每一份微小的付出如繁花綻放,在相互扶持與和諧共生之中,共同築起充滿溫度與希望的未來。



United in Heart, Building Together

United in Heart, Building Together explores emotional connection, mutual support, and collective growth, transforming the invisible bonds between people into a dynamic sculptural language. Intertwining three-dimensional curves rise and extend through space, expressing the ways individual lives encounter, understand, and support one another. Two open circular forms evoke an embrace, symbolizing inclusion, care, and solidarity.

Delicate pink blossoms unfold along the curves, honoring the unique value of every life. Together, they suggest how small acts of kindness and participation can accumulate into a flourishing, interconnected community. Warm shades of orange and red convey vitality, affection, and hope, while the sculpture's flowing forms create a changing dialogue with natural light and shadow.

Viewed from different angles, the artwork reveals shifting relationships between curves, blossoms, and open space. It invites people to pause, observe, and connect, allowing an everyday public setting to become a place for shared emotions and memories.

Ultimately, United in Heart, Building Together celebrates the strength of unity within diversity and the possibility of shaping a more compassionate future through collective effort. Each individual contributes to a larger whole, where distinct paths remain visible even as they come together in a shared vision of belonging.







2026年10月27日 星期二

城市‧土地‧文化敘事(壹一八)Passau:在抵達之前允許自己停留

Passau:在抵達之前允許自己停留


那是一趟前往奧地利的旅程,我特地在帕紹(Passau)短暫停留。這座位於德國與奧地利邊境的城市,因多瑙河、因河與伊爾茨河三條河流交會而聞名。對我而言,真正吸引我的,除了河流與古城的風景,還有「交界」這件事。無論國與國之間、人與人之間,或是河流與土地之間,似乎總存在某種無形或有形的邊界。邊界有時形成阻隔,有時卻促成交流。那麼,在這座特殊地理位置上發展起來的城市,過去的人們如何看待邊界?它曾是貿易往來的通道,也是具有軍事價值的戰略要地。山丘上的奧伯豪斯要塞俯瞰著河道與城鎮,提醒著人們,地理位置所帶來的優勢,往往也伴隨著必須承擔的風險。


對帕紹的印象,有一部分來自日常新聞。每隔一段時間,總能看見三河水位上漲、街道淹沒,以及災後清理與重建的畫面。河流為城市帶來繁榮,也反覆考驗著它的生存方式。那些曾經發生的水患,被記錄在市政廳的牆面上,一道道水位標記留下不同年代的高度。洪水退去之後,時間卻彷彿停留在建築立面上,成為城市地景的一部分。對旅人而言,這些標記是歷史;對長年生活在這裡的居民而言,或許是一種反覆面對的現實。我不禁好奇,當百年來的水患成為城市記憶,修復與更新是否也逐漸成為生活的一部分?人們真的能習慣這樣的日常嗎?

帕紹的歷史本身,就是一部不斷改變與重建的過程。中世紀時期,它曾是擁有政治權力的主教城市,今日的老城則深受1662年大火後巴洛克重建的影響。看似完整的歷史風景,其實經歷過無數次的破壞、修補與重新詮釋。於是我開始思考,在這樣一座必須長期與自然力量共存的城市裡,「永久」究竟意味著什麼?人們應該追求更堅固的建築,讓它抵抗時間與災害,還是學習接受某些事物終究會消失,保留隨時調整與重新開始的可能?對空間創作者而言,這也是值得思考的命題。建築與藝術總希望留下些什麼,但留下的形式,未必只能是一件永遠存在的物體。


記得那天的帕紹籠罩在陰雨之中。我沿著河岸慢慢行走,河面與天空帶著相近的灰色,遠處的教堂、屋頂與山丘隱約交疊。河岸邊還看見一些具有臨時性質的公共藝術。相較於古老的建築與城堡,這些作品的存在顯得短暫,卻讓我開始想像,這座城市是否也能將不斷變化的環境視為策展的一部分?當水位上升、季節交替,甚至當某件作品被撤除之後,城市是否仍然留下某種看不見的展覽?或許策展也能是一種日常生活的組織方式,讓我們重新留意那些原本習以為常的環境變化。沒有人期待看見洪水淹沒街道的場景,但那些被記錄、修復與重新使用的空間,確實讓城市的歷史變得可以閱讀。


其實,我也曾想過,為什麼要在進入奧地利之前,特地選擇在這裡停留?如果只是為了抵達目的地,從德國直接前往奧地利,似乎更加有效率。但旅行對我來說,從來不只是從A點抵達B點的過程。有些地方值得繞路,有些風景需要停下腳步,才能慢慢看見。或許我只是想在跨越國界之前,為自己保留一段緩衝的時間。暫時離開原本的節奏,感受一座陌生城市的氣息,再繼續往前。那時候並沒有特別明確的理由,如今回頭想想,這種有意識的停留,似乎也逐漸成為我理解世界的方式。

三條河流在帕紹交會,水流從不同方向而來,最後匯入多瑙河,繼續向東流去。對過去的統治者而言,這裡是必須掌握的交通咽喉,也是值得設防的戰略位置。控制河道意味著掌握貿易與往來的機會,卻也必須承受地形、洪水與權力競爭帶來的代價。任何優勢似乎都有其另一面,城市如此,人生或許也是如此。我們總想找到適合自己的位置,建立穩固的生活,掌握前進的方向,卻難免遇見必須放棄、轉向或等待的時刻。或許真正重要的,是懂得辨認何時應該前進,何時值得停留,又有哪些事物需要守住。


離開帕紹之後,我仍繼續前往奧地利。這座城市只是旅程中短暫的一站,卻讓我留下關於邊界、時間與選擇的思索。河流不會因為人們劃定國界就停止流動,城市也在一次次災難與重建之間延續自己的生命。當我回望這段旅程,開始覺得人生或許也需要幾個像帕紹這樣的地方,讓不同的經驗在此匯合,讓自己有機會重新辨認方向。等待、停留,然後再往前。只是我仍然好奇,當三條河流都有各自的來處與去向,究竟是什麼讓它們在這裡交會?

那麼,在我的人生裡,值得停留、守護,又能讓一切重新匯流的要塞與河口,究竟在哪裡?


城市‧土地‧文化敘事(壹一七)Zwickau聽見落花的聲音

Zwickau聽見落花的聲音

舒曼與春末的城市記憶落花有聲音嗎?

我想是有的。只是那聲音太過細微,需要一座足夠安靜的城市,也需要一個願意停下腳步的人,才能察覺。那是多年以前,一次前往茨維考(Zwickau)的小旅行,記憶中應該是假日。對於出生在這座城市的羅伯特・舒曼(Robert Schumann),當時的我其實並不熟悉。雖然曾聽過他的《夢幻曲》,對那段溫柔而略帶憂傷的旋律有些印象,卻沒有特別深入認識這位浪漫主義音樂家。當初會來到這裡,或許只是德國旅行途中,想再認識一座陌生的城市。奇妙的是,多年後最先浮現在腦海中的,竟然是一場春末的櫻花雨。


那應該是八重櫻吧花季已經接近尾聲,枝頭卻依然開滿層層疊疊的粉紅色花朵。樹冠向四周伸展,幾乎遮住了整片天空,陽光從花朵與葉片的縫隙落下,在地面形成細碎的光影。露天餐廳擺放著木製桌椅,有些椅子靜靜地空著,桌面、石板地坪與椅背上,都散落著粉紅色的花瓣。那景象像是有人細心安排過的一場空間裝置,卻又自然得令人驚訝。微風吹過,花瓣緩緩離開枝頭,落在桌面、座椅與地面上,一層又一層,彷彿春天正以自己的方式,為這座城市留下最後的痕跡。即使生長在台灣多年,我也未曾親眼見過如此繁盛的落花場景。於是久久站在那裡,不願離開。那時候甚至想,假如城市再安靜一些,是否真的能聽見花瓣落地的聲音?


茨維考給我的第一印象,就是這樣的寧靜。街道上行人不多,廣場顯得開闊,偶爾有車輛經過,城市依然按照自己的節奏運行。另一棵櫻花樹就站在廣場邊,盛開的花冠像一把巨大的粉紅色陽傘,將樹下的石板地面染成一片柔和的色彩。遠處是咖啡館、商店與日常交通,眼前卻像是另一個時間流速較慢的世界。我想起旅行時經常遇到的情況,許多德國城市的街道、廣場與建築看起來都有些相似,但真正能讓人記住的,經常是意料之外的生活片刻。對我而言,這場落花比任何城市地標都更加鮮明。或許也是因為那時候的自己,仍然處於一段探索生活與創作方向的歲月,對於眼前的風景,總願意多停留一會兒。


走進市中心,看見廣場上舒曼的紀念雕像。他安靜地坐在椅子上,一手支撐著頭部,像是正在思考一段尚未完成的旋律。石製基座刻著 Robert Schumann,前方擺放了一盆鮮花。這位音樂家1810年出生於此,父親經營書籍出版事業,讓他從小接觸大量文學、詩歌與思想作品。距離雕像不遠的舒曼故居,如今是一棟色彩樸素的建築,淡黃色外牆、規律排列的窗戶,並沒有刻意展現名人的氣派。站在這樣的建築前,我不禁想,一個人在生命最初的時候,究竟怎麼知道自己將來會成為什麼樣的人?舒曼年輕時也曾在文學、法律與音樂之間尋找方向。是家庭與城市的環境塑造了他,還是他在不斷閱讀、學習與創作的過程中,逐漸找到屬於自己的道路?如果沒有那些日常的閱讀與音樂經驗,他是否仍然會成為我們今日認識的舒曼?


城市裡還有一座讓我印象深刻的建築,Gewandhaus。那具有強烈幾何節奏的紅色木構裝飾山牆,以及高聳的鐘塔,使它在廣場上格外醒目。這座16世紀興建的建築,原本是布商行會的交易場所,後來轉變為劇院。舒曼年少時曾在這裡接觸歌劇與戲劇,1847年又以成名作曲家的身分回到故鄉,參與為他舉辦的音樂節。我想像年輕的他坐在觀眾席裡,聆聽音樂、觀看舞台,或許也曾對未來充滿好奇。那些演出當下究竟留下多少印象,後來又如何轉化為創作?如同我在多年後才重新理解那場落花,藝術的養分也許需要很長的時間,才能逐漸顯現它真正的價值。


記憶裡還有教堂的管風琴聲。那是一座高聳的哥德式教堂,石柱向上延伸,肋拱在天花板交織出複雜而有秩序的線條。陽光穿過高窗,落在石牆與座椅之間,音樂則沿著龐大的室內空間緩緩迴盪。舒曼小時候曾跟隨當地教堂的管風琴師學習音樂,這使我更加好奇,他當年聽見的聲音,是否也曾在這樣的空間裡留下深刻印象?管風琴的聲響宏亮而悠長,最後一個音符消失之後,寧靜重新回到教堂。那一刻,我又想起餐廳前的櫻花。音樂可以透過聲響讓人感受到空間的尺度,落花則讓人在寂靜中察覺時間的流動。兩種截然不同的經驗,竟然在多年後的記憶裡交會。或許聲音的魅力,也包含它逐漸消失的過程。


離開教堂,再回到城市街道,列車沿著鋪設在道路上的軌道緩緩駛過。這是茨維考特別的交通風景,區域鐵路能夠直接進入市中心,與電車及街道交通共享部分路廊。這座城市曾經因銀礦與煤礦繁榮,後來成為德國重要的汽車工業基地,Horch、Audi 與東德時期的 Trabant,都曾在此留下歷史。軌道上的車輪聲、工廠曾經的機械聲、教堂的鐘聲與管風琴聲,共同構成這座城市不同年代的聲音記憶。對旅人而言,城市的建築面貌或許看起來相似,然而每個地方背後的生活經驗,卻有著各自不同的節奏。那些聲音隨著時代改變,有些已經消失,有些仍然延續,而我偶然遇見的櫻花,恰好成為這些城市聲響之間最安靜的一段。

這也讓我思考,為什麼德國中部與今日東部地區,曾經孕育出如此多具有影響力的音樂家?巴赫出生於艾森納赫,韓德爾來自哈勒,華格納出生於萊比錫,舒曼則成長於茨維考。這些城市在當時有不同的政治與文化背景,卻都與深厚的音樂傳統相連。是否因為當時的宮廷、教會與城市管理者重視音樂,使學校、劇院、出版社與演奏活動得以長期發展?一座城市需要多少世代的文化積累,才能孕育出這樣的藝術人物?我想,藝術家的誕生或許也像一棵樹的生長。人們總是看見盛開的花朵,讚嘆它最後呈現的美麗,卻很少注意花開之前,那些漫長的季節、土壤、水分與陽光。舒曼的成就固然來自個人的才華與努力,而他成長過程中所接觸的文學、教育與音樂環境,也在無形中滋養了他的藝術世界。

如今重新聆聽舒曼1838年創作的《夢幻曲》,那段緩慢而細膩的鋼琴旋律,總讓我聯想到茨維考的春末。這首作品收錄於《兒時情景》,彷彿成年人在歲月之後,回望曾經經歷的童年。音樂裡的停頓、延續與反覆,使我想起那些花瓣飄落的瞬間。它們從枝頭離開,在空氣中短暫停留,最後落在地面,成為春天即將結束的痕跡。當年的我站在樹下,只覺得眼前的風景美麗,並沒有想到多年後還會以文字重新尋找那段經驗。或許生命裡有許多重要的事物,都是在發生之後很久,才逐漸被我們理解。就像舒曼在年少時閱讀的書籍、聽過的音樂,後來以不同形式出現在他的創作裡;而我當年偶然看見的櫻花,也在多年後成為重新理解這座城市的起點。


回頭看那些旅行照片,木椅仍然安靜地擺在櫻花樹下,地面厚厚的花瓣像是一場尚未結束的春雪。舒曼的雕像依然沉思,劇院與教堂保存著不同年代的文化記憶,列車則繼續穿越城市,將人們帶往下一個目的地。所有畫面都停留在按下快門的瞬間,只有觀看照片的人,已經隨著時間改變。或許旅行最有意思的地方,就是多年後再次觀看那些熟悉的景象,才發現自己已經能夠從中讀出更多的意義。當年吸引我的是櫻花,如今卻開始思考一座城市如何孕育藝術家,以及那些看似平凡的生活經驗,如何在漫長的歲月裡形成一個人的思想與感知。


落花究竟有沒有聲音?我仍然無法確定。也許當時聽見的只是風吹過枝葉的細微聲響,又或者是自己在寧靜之中產生的想像。然而,那場落花確實在生命裡留下了某種聲音。它沒有管風琴的宏亮,也沒有列車經過街道時的震動,甚至沒有《夢幻曲》那樣清晰的旋律。它只是安靜地存在著,在多年後某個重新翻閱照片、聆聽音樂的時刻,再次浮現在心裡。我想,城市給予我們的記憶也是如此。有些以建築保存,有些以音樂延續,有些則藏在某個無人注意的日常場景裡。當年的櫻花早已凋落,旅人也走過了許多其他城市,但茨維考始終留著一個春末的片刻。

原來,有些聲音,要經過許多年以後,才能真正聽見。

Zwickau: Den Klang fallender Blüten hören

Schumann und Erinnerungen an eine Stadt im späten Frühling: Haben fallende Blüten einen Klang?

Ich glaube schon. Nur ist dieser Klang so fein, dass es einer hinreichend stillen Stadt und eines Menschen bedarf, der bereit ist, stehen zu bleiben, um ihn wahrzunehmen. Vor vielen Jahren unternahm ich eine kleine Reise nach Zwickau; meiner Erinnerung nach war es wohl ein Feiertag. Über Robert Schumann, der in dieser Stadt geboren wurde, wusste ich damals wenig. Zwar hatte ich seine Träumerei schon gehört und einen Eindruck von ihrer sanften, leicht wehmütigen Melodie behalten, doch mit diesem Musiker der Romantik hatte ich mich nie eingehender beschäftigt. Vielleicht war ich einfach hierhergekommen, um auf meinen Reisen durch Deutschland eine weitere unbekannte Stadt kennenzulernen. Seltsamerweise ist es viele Jahre später ein Regen aus Kirschblüten am Ende des Frühlings, der mir zuerst in den Sinn kommt.

Es müssen wohl gefüllte Zierkirschen gewesen sein. Die Blütezeit näherte sich bereits ihrem Ende, doch die Zweige waren noch immer voller dicht geschichteter rosa Blüten. Die Krone breitete sich nach allen Seiten aus und verdeckte beinahe den ganzen Himmel. Sonnenlicht fiel durch die Lücken zwischen Blüten und Blättern und zeichnete kleine Licht- und Schattenflecken auf den Boden. Vor einem Restaurant standen hölzerne Tische und Stühle im Freien. Einige Stühle blieben still und leer; auf Tischplatten, Steinpflaster und Rückenlehnen lagen verstreute rosa Blütenblätter. Die Szene wirkte wie eine sorgfältig arrangierte räumliche Installation und war zugleich von erstaunlicher Natürlichkeit. Ein leichter Wind wehte, Blütenblätter lösten sich langsam von den Zweigen und sanken auf Tische, Sitze und Boden, Schicht um Schicht, als hinterließe der Frühling der Stadt auf seine Weise seine letzten Spuren. Obwohl ich viele Jahre in Taiwan aufgewachsen und dort gelebt hatte, hatte ich einen so üppigen Blütenfall noch nie mit eigenen Augen gesehen. So stand ich lange dort und wollte nicht fort. Damals fragte ich mich sogar, ob ich die Blütenblätter tatsächlich auf dem Boden landen hören könnte, wenn die Stadt noch ein wenig stiller wäre.

Diese Ruhe war mein erster Eindruck von Zwickau. Auf den Straßen waren wenige Menschen unterwegs, die Plätze wirkten weit, gelegentlich fuhr ein Fahrzeug vorbei, und die Stadt folgte weiterhin ihrem eigenen Rhythmus. Am Rand eines Platzes stand ein weiterer Kirschbaum. Seine blühende Krone glich einem gewaltigen rosa Sonnenschirm und tauchte das Steinpflaster darunter in einen sanften Farbton. In der Ferne lagen Cafés, Geschäfte und der alltägliche Verkehr; unmittelbar vor mir schien eine andere Welt zu liegen, in der die Zeit langsamer floss. Ich dachte an etwas, das mir auf Reisen häufig begegnete: Straßen, Plätze und Gebäude vieler deutscher Städte sahen einander ein wenig ähnlich, doch was im Gedächtnis blieb, waren oft unerwartete Augenblicke des Alltags. Für mich war dieser Blütenfall lebendiger als jedes Wahrzeichen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich damals noch nach einer Richtung für mein Leben und mein künstlerisches Schaffen suchte und vor den Landschaften, die sich mir zeigten, gern etwas länger verweilte.

Im Stadtzentrum sah ich auf dem Platz das Schumann-Denkmal. Er saß ruhig auf einem Stuhl, den Kopf auf eine Hand gestützt, als denke er über eine noch unvollendete Melodie nach. Auf dem steinernen Sockel stand Robert Schumann, davor ein Topf mit Blumen. Der Musiker wurde 1810 hier geboren. Sein Vater war im Buchverlagswesen tätig, wodurch er früh mit einer Fülle von Literatur, Dichtung und gedanklichen Werken in Berührung kam. Nicht weit vom Denkmal liegt Schumanns Geburtshaus, heute ein schlicht gefärbtes Gebäude mit hellgelber Fassade und regelmäßig angeordneten Fenstern, ohne demonstrative Berühmtheit auszustrahlen. Vor diesem Haus fragte ich mich unwillkürlich, wie ein Mensch am Anfang seines Lebens wissen könnte, was einmal aus ihm werden wird. Auch Schumann suchte als junger Mann zwischen Literatur, Jura und Musik nach seinem Weg. Prägten ihn seine Familie und seine Stadt, oder fand er durch fortwährendes Lesen, Lernen und Schaffen allmählich zu seinem eigenen Weg? Wäre er ohne jene alltäglichen Erfahrungen mit Büchern und Musik ebenfalls der Schumann geworden, den wir heute kennen?

Ein weiteres Gebäude der Stadt hinterließ bei mir einen starken Eindruck: das Gewandhaus. Sein mit rotem Holzwerk geschmückter Giebel mit seinem ausgeprägten geometrischen Rhythmus und der hoch aufragende Uhrturm machten es auf dem Platz besonders auffällig. Das im 16. Jahrhundert errichtete Gebäude diente ursprünglich als Handelsstätte der Tuchmacherzunft und wurde später zum Theater. Schumann lernte hier in jungen Jahren Oper und Schauspiel kennen und kehrte 1847 als anerkannter Komponist in seine Heimatstadt zurück, um an einem ihm gewidmeten Musikfest teilzunehmen. Ich stelle mir vor, wie er als junger Mann im Zuschauerraum saß, der Musik lauschte und auf die Bühne blickte, vielleicht ebenfalls voller Neugier auf die Zukunft. Welche Eindrücke hinterließen diese Aufführungen damals, und wie verwandelten sie sich später in schöpferische Arbeit? So wie ich erst viele Jahre später jenen Blütenfall neu verstand, braucht vielleicht auch die Nahrung der Kunst lange Zeit, bis ihr wirklicher Wert allmählich sichtbar wird.

In meiner Erinnerung erklingt auch die Orgel einer Kirche. Es war eine hohe gotische Kirche, deren steinerne Pfeiler nach oben strebten und deren Gewölberippen an der Decke ein komplexes, geordnetes Liniengefüge bildeten. Sonnenlicht fiel durch hohe Fenster zwischen Steinwände und Sitzreihen, während die Musik langsam durch den weiten Innenraum hallte. Als Kind hatte Schumann bei einem örtlichen Kirchenorganisten Musikunterricht erhalten. Umso neugieriger fragte ich mich, ob auch die Klänge, die er damals hörte, in solchen Räumen tiefe Eindrücke hinterlassen hatten. Die Orgel klang mächtig und lang, und nachdem der letzte Ton verklungen war, kehrte die Stille in die Kirche zurück. In diesem Augenblick dachte ich wieder an die Kirschblüten vor dem Restaurant. Musik kann uns durch ihren Klang die Ausmaße eines Raumes spüren lassen; fallende Blüten machen in der Stille den Fluss der Zeit wahrnehmbar. Zwei völlig unterschiedliche Erfahrungen trafen viele Jahre später in meiner Erinnerung aufeinander. Vielleicht liegt ein Teil der Anziehungskraft von Klängen auch in ihrem allmählichen Verschwinden.

Als ich die Kirche verließ und auf die Straßen zurückkehrte, fuhr ein Zug langsam über die in die Fahrbahn eingelassenen Gleise. Das gehört zu Zwickaus besonderer Verkehrslandschaft: Regionalzüge können direkt ins Stadtzentrum fahren und teilen sich Abschnitte des Verkehrsraums mit Straßenbahnen und dem Straßenverkehr. Die Stadt gelangte einst durch Silber- und Steinkohlenbergbau zu Wohlstand und wurde später zu einem wichtigen Standort der deutschen Automobilindustrie. Horch, Audi und der Trabant aus der DDR-Zeit haben hier ihre Spuren hinterlassen. Das Rollen der Räder auf den Schienen, die früheren Maschinengeräusche der Fabriken, Kirchenglocken und Orgelklänge bilden gemeinsam die akustischen Erinnerungen dieser Stadt aus verschiedenen Epochen. Reisenden mögen die baulichen Erscheinungsbilder der Städte ähnlich vorkommen, doch die Lebenserfahrungen hinter jedem Ort besitzen ihren eigenen Rhythmus. Mit den Zeiten verändern sich diese Klänge: Manche sind verschwunden, andere bestehen fort. Die Kirschblüten, denen ich zufällig begegnete, wurden zur stillsten Passage zwischen all diesen Stadtgeräuschen.

Das ließ mich auch darüber nachdenken, warum Mitteldeutschland und die heute im Osten Deutschlands liegenden Regionen einst so viele einflussreiche Musiker hervorbrachten. Bach wurde in Eisenach geboren, Händel kam aus Halle, Wagner wurde in Leipzig geboren, und Schumann wuchs in Zwickau auf. Diese Städte hatten damals unterschiedliche politische und kulturelle Hintergründe, waren aber alle mit tief verwurzelten musikalischen Traditionen verbunden. Lag es daran, dass Höfe, Kirchen und Stadtverantwortliche der Musik Bedeutung beimaßen und Schulen, Theater, Verlage und Aufführungen sich dadurch langfristig entwickeln konnten? Wie viele Generationen kultureller Erfahrung muss eine Stadt ansammeln, um solche Künstlerpersönlichkeiten hervorzubringen? Ich denke, das Werden eines Künstlers gleicht vielleicht dem Wachstum eines Baumes. Die Menschen sehen die blühenden Blumen und bewundern ihre schließlich sichtbare Schönheit, beachten aber selten die langen Jahreszeiten, den Boden, das Wasser und das Sonnenlicht, die der Blüte vorausgehen. Schumanns Leistungen entsprangen gewiss seiner persönlichen Begabung und Anstrengung. Zugleich nährten die Literatur, Bildung und musikalische Umgebung, denen er während seines Aufwachsens begegnete, unmerklich seine künstlerische Welt.

Wenn ich heute wieder Schumanns 1838 entstandene Träumerei höre, erinnert mich ihre langsame, feinfühlige Klaviermelodie stets an Zwickau im späten Frühling. Das Stück aus den Kinderszenen wirkt, als blicke ein Erwachsener über die Jahre hinweg auf seine erlebte Kindheit zurück. Die Pausen, Fortführungen und Wiederholungen der Musik lassen mich an jene Augenblicke denken, in denen Blütenblätter fielen. Sie lösten sich von den Zweigen, verweilten kurz in der Luft und landeten schließlich auf dem Boden, als Spuren eines zu Ende gehenden Frühlings. Damals stand ich unter dem Baum und fand die Szene einfach schön. Ich ahnte nicht, dass ich viele Jahre später schreibend erneut nach dieser Erfahrung suchen würde. Vielleicht verstehen wir vieles, was in unserem Leben wichtig ist, erst allmählich und lange nach seinem Geschehen. So wie die Bücher, die Schumann als junger Mensch las, und die Musik, die er hörte, später in anderer Gestalt in seinem Schaffen wiederkehrten, wurden auch die Kirschblüten, die ich zufällig gesehen hatte, Jahre später zum Ausgangspunkt eines neuen Verständnisses dieser Stadt.

Beim erneuten Betrachten der Reisefotos stehen die Holzstühle noch immer still unter den Kirschbäumen, und die dicke Schicht von Blütenblättern auf dem Boden gleicht einem noch nicht beendeten Frühlingsschnee. Schumanns Statue bleibt in Gedanken versunken, Theater und Kirche bewahren kulturelle Erinnerungen verschiedener Zeiten, und die Züge durchqueren weiterhin die Stadt, um Menschen an ihr nächstes Ziel zu bringen. Alle Bilder verharren im Augenblick des Auslösens; nur der Mensch, der sie betrachtet, hat sich mit der Zeit verändert. Vielleicht ist das Interessanteste am Reisen, dass wir Jahre später in vertrauten Ansichten plötzlich mehr Bedeutung lesen können. Damals zogen mich die Kirschblüten an. Heute beginne ich darüber nachzudenken, wie eine Stadt Künstler hervorbringt und wie scheinbar gewöhnliche Lebenserfahrungen über viele Jahre das Denken und die Wahrnehmung eines Menschen formen.

Haben fallende Blüten nun wirklich einen Klang? Noch immer kann ich es nicht mit Sicherheit sagen. Vielleicht hörte ich damals nur das leise Rascheln des Windes in Zweigen und Blättern, vielleicht war es auch eine Vorstellung, die in der Stille in mir entstand. Doch jener Blütenfall hat tatsächlich einen Klang in meinem Leben hinterlassen. Ihm fehlen die Kraft der Orgel, die Erschütterung eines durch die Straßen fahrenden Zuges und selbst die klare Melodie der Träumerei. Er existiert einfach still und taucht Jahre später, beim erneuten Durchsehen der Fotos und beim Musikhören, wieder in mir auf. Ich denke, so verhält es sich auch mit den Erinnerungen, die Städte uns schenken. Manche bleiben in Gebäuden erhalten, manche leben in Musik weiter, andere verbergen sich in einer alltäglichen Szene, die niemand beachtet. Die damaligen Kirschblüten sind längst gefallen, und der Reisende hat viele weitere Städte durchquert. Doch Zwickau bewahrt weiterhin einen Augenblick am Ende des Frühlings.

Manche Klänge, so zeigt sich, können wir erst nach vielen Jahren wirklich hören.

2026年10月26日 星期一

城市‧土地‧文化敘事(壹一六)Dinkelsbühl的夏日旅程,跟著一隻貓閱讀城市

Dinkelsbühl的夏日旅程,跟著一隻貓閱讀城市

如果紐倫堡沒有經歷戰爭的摧毀,今日的城市風景是否會與丁克爾斯比爾(Dinkelsbühl)有幾分相似?兩座城市都曾是神聖羅馬帝國的自由帝國城市,卻在歷史的推進中走向不同的命運。紐倫堡因為商業繁榮、政治地位與工業發展,成為重要的城市,也承受了戰爭帶來的巨大破壞;丁克爾斯比爾則相對安靜地留存下來。這是否與交通、經濟發展,甚至城市自身的性格有關?這座位於紐倫堡西南方、法蘭肯地區的古城,至今仍缺乏便利的鐵路客運連結,對旅人而言,抵達似乎需要多一些轉折。也許正因為發展的腳步不同,讓它保留了另一種時間的節奏。然而,城市的保存究竟是歷史的幸運,還是居民長期選擇的結果?這個問題始終讓我好奇。


夏日的丁克爾斯比爾,有著令人舒服的城市樣貌。沿著街道行走,紅褐色的屋頂、錯落的山牆、木構立面與經過修復的彩色建築,構成一種和諧的視覺秩序。那些色彩似乎經過某種共同的約定,既保有各自的個性,又不至於破壞整體的街景。我想,這應該是長時間保存、修復與居民共識累積的成果。城市的美感需要時間,也需要人們願意維持某種共同的生活秩序。然而,當我們欣賞這些古老的外貌時,當代居民又如何使用這些空間?屋內是否仍留有歷史的痕跡,還是早已隨著生活需求改變?建築外觀可以被保存,生活卻總要繼續向前。兩者如何共存,或許才是這座古城真正值得深究的地方。


我想自己會一再造訪這座城市,應該還有什麼未曾看見的事物。或許是節慶吧。這座城市至今延續著傳統慶典,讓歷史中的人物、衣裝與故事重新走進街道。那些曾經發生的事件,透過後人的演出與集體參與,成為今日城市生活的一部分。只是我所經歷的夏日,大多是平靜的日常。河道、水塘與綠地旁,有居民休憩,也有年輕人在水邊遊玩。城市仍然被使用著,那些看似古老的空間依舊容納著當代生活。也許節慶讓城市記得過去,而日常則讓城市得以延續。但對一位短暫停留的旅人來說,所能理解的終究有限。我看見的只是城市生命中的一小段時間,無法從一次旅行便讀懂它的全貌。


真正吸引我目光的,反倒是建築與建築之間那些容易被忽略的空間。走在街道上,我會不自覺地觀察房屋之間的距離。有些間隙形成狹窄巷弄,讓視線得以穿越,偶爾還能窺見後方的庭院與花園;有些則被木板、圍牆或附屬構造阻隔,留下令人好奇卻無法進入的角落。這些由建築排列所產生的中介空間,反而比建築本身更吸引我。為什麼一座過去以商業活動為基礎的城市,在我的觀察中,會出現如此多看似獨立的建築量體?它們過去如何分配土地、安排庭院與生活空間?那些間距又如何界定公共與私人的關係?或許城市真正的性格,就隱藏在房屋之間。建築有自己的立面,空隙卻透露著人們如何相處。


那一天,在修道院前遇見了一隻狸花貓。牠慵懶地走著,彷彿對這座城市的一切都再熟悉不過。我突然想跟著牠,看看牠平日走過哪些巷弄,穿越哪些庭院,又會在哪一處陰影下停留。對我而言,這座城市充滿陌生的歷史與建築;對牠來說,或許只是每天生活的路徑。牠不需要理解什麼是自由帝國城市,也無須知道哪一棟建築屬於哪個世紀,卻比任何旅人都熟悉這些街角。跟著牠走,也許能發現那些地圖沒有標示、導覽不曾提起的地方。原來閱讀一座城市,也可以從一隻貓開始。那是一種很隨興的探索,沒有預設目的地,只是讓好奇心決定下一個轉角。


如今再回想丁克爾斯比爾,記憶裡留下的除了城牆、屋頂、彩色立面,還有夏日陽光下的街道、建築間狹窄的縫隙,以及那隻偶然相遇的貓。或許一座城市最動人的地方,往往存在於那些沒有被安排的時刻。歷史讓我們理解城市如何形成,建築讓我們看見時間留下的形狀,而生活中的偶遇,則讓陌生的地方有了屬於自己的記憶。我想自己還會再去一次吧。也許是為了看一場錯過的節慶,也許是為了走進那些尚未探究的巷弄,或者只是想再遇見某個夏日午後的悠閒時光。至於何時會再相逢,就交給緣分了。



Eine Sommerreise nach Dinkelsbühl, mit einer Katze die Stadt lesen


Wenn Nürnberg nicht die Zerstörungen des Krieges erlebt hätte, würde sein heutiges Stadtbild dem von Dinkelsbühl vielleicht ein wenig ähneln? Beide Städte waren einst Freie Reichsstädte des Heiligen Römischen Reiches, doch im Lauf der Geschichte nahmen sie unterschiedliche Wege. Durch florierenden Handel, politische Bedeutung und industrielle Entwicklung wurde Nürnberg zu einer bedeutenden Stadt und erlitt zugleich gewaltige Kriegszerstörungen; Dinkelsbühl hingegen blieb vergleichsweise still erhalten. Hängt dies mit den Verkehrswegen, der wirtschaftlichen Entwicklung oder sogar dem eigenen Charakter einer Stadt zusammen? Diese alte Stadt in Franken, südwestlich von Nürnberg, verfügt bis heute über keine bequeme Anbindung an den Schienenpersonenverkehr. Für Reisende scheint die Ankunft ein paar zusätzliche Umwege zu verlangen. Vielleicht konnte sie gerade durch ihr anderes Entwicklungstempo einen eigenen Zeitrhythmus bewahren. Doch ist die Erhaltung einer Stadt ein historischer Glücksfall oder das Ergebnis von Entscheidungen, die ihre Bewohner über lange Zeit getroffen haben? Diese Frage beschäftigt mich immer wieder.

Das sommerliche Dinkelsbühl bietet ein wohltuendes Stadtbild. Beim Gang durch die Straßen fügen sich rotbraune Dächer, versetzte Giebel, Fachwerkfassaden und restaurierte farbige Häuser zu einer harmonischen visuellen Ordnung. Die Farben scheinen einer gemeinsamen Übereinkunft zu folgen: Sie bewahren ihre Eigenart, ohne das gesamte Straßenbild zu stören. Ich denke, dies muss das Ergebnis langjähriger Erhaltung, Restaurierung und eines gewachsenen Konsenses unter den Bewohnern sein. Die Schönheit einer Stadt braucht Zeit und Menschen, die bereit sind, eine gemeinsame Ordnung des Zusammenlebens zu pflegen. Doch während wir diese alten Außenansichten bewundern, wie nutzen die heutigen Bewohner die Räume dahinter? Sind im Inneren noch Spuren der Geschichte vorhanden, oder hat es sich längst mit den Bedürfnissen des Alltags verändert? Das Äußere eines Gebäudes lässt sich bewahren, das Leben aber muss weitergehen. Wie beides nebeneinander bestehen kann, ist vielleicht die Frage, die in dieser alten Stadt eine genauere Betrachtung am meisten verdient.

Ich glaube, ich werde diese Stadt immer wieder besuchen; es muss noch etwas geben, das ich nicht gesehen habe. Vielleicht ihre Feste. Die Stadt führt bis heute traditionelle Feierlichkeiten fort, bei denen historische Figuren, Gewänder und Geschichten erneut auf die Straßen treten. Durch die Aufführungen und die gemeinsame Beteiligung späterer Generationen werden vergangene Ereignisse zu einem Teil des heutigen Stadtlebens. Die Sommertage, die ich erlebt habe, waren allerdings überwiegend von ruhigem Alltag geprägt. An Wasserläufen, Teichen und Grünflächen erholten sich Bewohner, während junge Menschen am Wasser spielten. Die Stadt wird weiterhin genutzt, und ihre scheinbar alten Räume nehmen noch immer das gegenwärtige Leben auf. Vielleicht lassen Feste die Stadt ihre Vergangenheit erinnern, während der Alltag ihren Fortbestand ermöglicht. Doch für einen Reisenden, der nur kurz bleibt, ist das Verständnis zwangsläufig begrenzt. Ich sah lediglich einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben dieser Stadt; eine einzige Reise konnte mir nicht ihr ganzes Wesen erschließen.

Was meinen Blick wirklich anzog, waren die leicht übersehenen Räume zwischen den Gebäuden. Beim Gang durch die Straßen beobachtete ich unwillkürlich die Abstände zwischen den Häusern. Manche Zwischenräume bildeten schmale Gassen, durch die der Blick hindurchwandern konnte und gelegentlich Höfe und Gärten dahinter erahnen ließ. Andere waren durch Bretter, Mauern oder Nebenbauten versperrt und hinterließen Winkel, die neugierig machten, aber nicht zugänglich waren. Diese durch die Anordnung der Gebäude entstandenen Zwischenräume faszinierten mich mehr als die Gebäude selbst. Warum gab es in einer Stadt, deren Grundlage einst der Handel gewesen war, meiner Beobachtung nach so viele scheinbar freistehende Baukörper? Wie hatte man früher Grundstücke aufgeteilt, Höfe und Wohnräume angeordnet? Wie bestimmten diese Abstände das Verhältnis zwischen öffentlich und privat? Vielleicht verbirgt sich der eigentliche Charakter einer Stadt zwischen ihren Häusern. Gebäude haben ihre eigenen Fassaden; die Zwischenräume verraten, wie Menschen miteinander auskommen.

An jenem Tag begegnete ich vor dem Kloster einer getigerten Katze. Sie schlenderte träge umher, als wäre ihr in dieser Stadt alles vollkommen vertraut. Plötzlich wollte ich ihr folgen und sehen, welche Gassen sie im Alltag durchquerte, durch welche Höfe sie zog und in welchem Schatten sie innehielt. Für mich war diese Stadt voller unbekannter Geschichte und Architektur; für sie bestand sie vielleicht einfach aus ihren täglichen Wegen. Sie musste nicht verstehen, was eine Freie Reichsstadt war, und auch nicht wissen, aus welchem Jahrhundert ein Gebäude stammte. Dennoch kannte sie diese Straßenecken besser als jeder Reisende. Ihr zu folgen hätte vielleicht Orte erschlossen, die auf keiner Karte verzeichnet waren und in keiner Führung erwähnt wurden. Eine Stadt zu lesen kann also auch mit einer Katze beginnen. Es war eine ganz ungezwungene Art des Erkundens, ohne vorgegebenes Ziel, bei der allein die Neugier entschied, um welche Ecke es als Nächstes ging.

Wenn ich heute an Dinkelsbühl zurückdenke, bleiben neben Stadtmauern, Dächern und farbigen Fassaden auch die Straßen im sommerlichen Sonnenlicht, die schmalen Lücken zwischen den Gebäuden und die zufällig angetroffene Katze in meiner Erinnerung. Vielleicht liegt das Berührendste an einer Stadt oft in jenen Augenblicken, die niemand geplant hat. Die Geschichte hilft uns zu verstehen, wie eine Stadt entstanden ist; die Architektur macht die Formen sichtbar, die die Zeit hinterlassen hat. Zufällige Begegnungen im Alltag wiederum verbinden einen fremden Ort mit eigenen Erinnerungen. Ich glaube, ich werde noch einmal hinfahren. Vielleicht, um ein verpasstes Fest zu erleben, vielleicht, um bisher unerforschte Gassen zu betreten, oder einfach, um noch einmal die Muße eines Sommernachmittags zu finden. Wann es zu diesem Wiedersehen kommt, überlasse ich dem Schicksal.