2026年8月21日 星期五

城市・土地・文化敘事(二十二)暫時的主人,紐倫堡跳蚤市場

暫時的主人,紐倫堡跳蚤市場

德國規模最大的歷史老城區跳蚤市場,一年兩次,春末與秋初,Nürnberger Trempelmarkt 進入老城。我記得的是秋天那次。市場沒有清楚的邊界。廣場、街道、市政廳周邊、教堂前、橋邊,桌子和紙箱沿著老城一路展開。平常收在私人住宅裡的東西,那幾天全部被搬到公共空間。書、玩具、食器、家具、版畫、衣服、首飾,還有很多已經看不出用途的小東西。


第一次走進去,我把它理解成尋寶。自己走進的是一個已經運作了幾百年的城市習慣。Trempelmarkt 的雛形可以追到十六世紀。當時的紐倫堡人在市政廳附近,把家裡不再需要的東西拿出來賣。名字據說跟法蘭克方言的 trempala 有關,意思接近一小塊可以擺東西的地方。幾百年前它可能真的就只是一小塊地方。有人把一件舊器皿放下,有人經過,看一眼,問價,拿起來,帶回家。


幾百年後我做了一模一樣的事。城市完全不同了,東西也不同了,動作沒變。一個人放下,另一個人拿起。

紐倫堡本來就是靠交易長出來的城市。中世紀以來它是神聖羅馬帝國的手工業與商業重鎮,貨物、工匠、商人、旅人長期穿越這裡。今天這個規模的 Trempelmarkt 從 1971 年開始,最初大約一百個私人攤位,兩年後變成一千八百多個。八〇年代之後固定成一年兩次的節奏,一直到現在。所以每隔半年,私人生活裡累積下來的東西,就重新被搬回老城一次。


我當時感覺是城市的活力。有時候也會覺得那是財力的顯現,一個社會要累積夠多的物質,才會有這麼大規模的二手流動。但再想下去,這座市場真正在處理的是另一件事。


一件多數人不願意承認的事:人對物的擁有,從一開始就有期限。


有些東西沒有壞,功能正常,形體跟買來那天一樣。只是某一天你看著它,覺得它已經不適合現在的自己。可能是氣場變了,可能是不再喜歡了,也可能生活已經走到下一個階段。於是它被帶到市場,放在桌上,等下一個人。這個動作看起來很輕,其實不輕。它等於承認我們對一件東西的所有權,比較接近保管,只是沒有人告訴我們保管期是多久。


我在 Trempelmarkt 買過不少東西。書籍、版畫、食器、掛件,還有一些當時很喜歡的小物,一件一件從紐倫堡帶回台灣。

現在回頭看,買下它們除了喜歡,還有另一種心情。我知道自己有一天會離開這座城市,所以想留下什麼。像旅人知道一段生活會結束,本能想帶走幾件證據,證明自己在這裡活過。那些東西後來擺在台中的工作室。有一段時間看見它們,我確實會想起紐倫堡的秋天。


只是記憶靠物件延續,也有保存期限。離開一座城市之後,物件帶來的情緒會慢慢遞減。第一年它還帶著很強的地方感,幾年後成為收藏,十年後有些已經進了儲物箱。物件沒變,變的是我。


有些東西放在紐倫堡的空間裡很自然,帶回台灣就開始顯得突兀。這是物件的水土不服。同一張版畫掛在德國公寓的白牆上,跟十年後掛在台中工作室,已經是兩件事。空間換了,光線換了,生活換了,看它的人也換了。


所以旅途中收藏的東西,真正收藏下來的是當時的心境。物件只是暫時替我們保存那段心境的容器。等到那段情緒可以獨立存在於記憶裡,容器的任務也差不多結束了。


我有意識到,我不是那些東西的主人。我只是它們路過我的那段時間。


不過這麼多年過去,我對 Trempelmarkt 最深的記憶不是自己買過什麼。是孩子。


市場裡有專門留給孩子的區域。他們把陪自己長大的玩具、繪本、衣服帶來,擺在自己的小攤位上。自己定價,自己介紹,自己跟陌生人說話。父母在旁邊,但主導交易的是孩子。

一個孩子可能在那裡第一次理解:東西有價格,價格可以討論,自己的東西可以交換也可以賣,賣掉的錢可以換成另一件想要的東西。這是很直接的財商教育。


但它教的更多。孩子同時學會了放手。他開始知道,有些東西曾經非常喜歡,也會有一天不再需要;而自己不再需要的玩具,對另一個孩子仍然可能很重要。價值沒有消失,只是轉移了。


他們大概每年都會來。小時候賣玩具,大一點賣繪本,再過幾年換成衣服或遊戲。孩子長大,不再需要的東西一件一件退出他的生活。成長這件事,透過物件的離開被看見。一個孩子在那張小桌子後面學會的,是他這輩子都只會是暫時的主人。


十六世紀的人這樣做,十九世紀的人這樣做,1971 年重新開始的市場這樣做,我在紐倫堡的那幾年這樣做,今天的孩子還在這樣做。城市變了,貨幣變了,商品變了,生活方式變了。把自己擁有過的東西帶到公共空間、等下一個願意接手的人,這件事沒有變。


那是交易,是交換,也是告別。或者說,是一次能量轉換。一件東西從一個人的生命退出,進入另一個人的生命。跳蚤市場交換的從來不只是價格,它交換的是物件剩下來的時間。


現在那些從紐倫堡帶回來的東西,有些還在工作室,有些收進了箱子。什麼時候會再拿出來,我不知道。也許有一天我會把其中幾件交給下一個人。


如果真的發生,那會很有意思。當年某個德國人把它帶到 Trempelmarkt,我遇見它,把它從紐倫堡帶到台灣,它陪我十幾年,然後又被另一個人帶走。它就這樣離開我的故事,進入別人的生活。


我以為是我暫時擁有那些東西。可是把時間拉長來看,一張十九世紀的版畫已經經過好幾雙手,還會再經過好幾雙。它比擁有過它的每一個人都活得久。在那條線上,穩定的是物,流動的是人。


我不是它的暫時主人。我是它路過的其中一個人。

四百多年來,這座城市一直在重複同一件事。有人放下,有人接手,有人離開,有人重新開始。我只是參與過其中一小段。


多年以後我已經記不得每件東西當時花了多少錢。但我還記得那個秋天,記得老城裡密密麻麻的攤位,記得孩子坐在自己最喜歡過的玩具前面,記得陌生人拿起一件東西,端詳,問價,然後決定要帶走還是放回去。也記得那些安靜等著下一個主人的物件。


我們真正保存下來的,是曾經願意把一段生命寄放在一件東西上的那段時間。而物件會帶著那段時間,繼續走下去。


有人放下。

有人接手。

有人離開。

有人重新開始。

而我,也只是曾經參與過其中一小段。


或許收藏真正保存下來的,是我們曾經願意把某一段生命,暫時寄放在一件物品上的那段時間。

2026年8月19日 星期三

城市・土地・文化敘事(二十一) 二十萬天



二十萬天

沒有 2 月 29 日,一個機緣,去旅行,去確認。
2009 年,申請到Rostock大學,我第一次去 Rostock旅行。那時候對這座北德海港城市有一種莫名的吸引。也說不上為什麼,只是想親自去看看,確認一切是否真如自己想像的那麼美好。

我一直喜歡港口城市。也許因為港口本身就是一種矛盾的存在。人抵達,也離開。船停靠,又出發。它看起來是一個終點,同時也是通往未知地方的入口。

在Rostock,有一台機器已經數了五百多年的日子。聖瑪利亞教堂的天文鐘。1472 年。做鐘的人叫 Hans Düringer,從紐倫堡來的鐘錶匠。

鐘分成三層。最上面是使徒環,每天中午轉一次,使徒依序走過耶穌面前接受祝福,最後一個猶大被關在門外。中間是天體盤,走日月、星座、月相。最下面是日曆盤,一天一天地數。

三種時間疊在同一面上。每天重複的那一天。以年為單位的循環。還有被逐日數過的、有限的日子。一座鐘竟然試圖把人的一天、宗教的一年、月亮的十九年循環,以及遠超過個體生命的時間全部放在同一個圓盤裡。人站在它前面,突然顯得很短暫。

2020 年,鐘因為主機芯檢修停了兩個月。重新啟動的那一天,正好是它走完第二十萬天。二十萬天是五百四十七年。我到今天大概一萬六千天。



我曾經考慮到 Rostock 念書。詢問過在那裡念書的學長,他建議我不要過去。Landeskultur und Umweltschutz 所談的農業景觀、土地文化與環境保護,和我真正想像中的景觀設計仍有距離。所以最後沒有留下。

那一天也在日曆盤上。鐘數過它,和數過其他任何一天一樣。現在回頭看,我還是不確定當時的判斷是否正確。如果當年留下來,人生會往哪裡走?永遠不會知道。所以不去是正確的嗎?我無解。

17 年後重新回想,我甚至開始懷疑自己的記憶究竟有多少可信度。或許只是幾個片段的美好,被時間重新剪輯之後,慢慢建構成我今天所謂的「Rostock」。如果是這樣,那麼整個記憶敘事從一開始可能就是錯的。

但有什麼關係呢。畢竟,它也是人生的一個切片。2014 年,我其實又去過一次北德,也短暫停留Rostock。奇怪的是,這一段我幾乎完全忘記了。跟誰去、去了哪裡、做了什麼,很多事情都沒有留下清楚的痕跡。直到多年後翻出電腦裡的舊檔案,我才突然發現,原來自己曾經又回到這裡。

那幾天鐘照樣在數。日曆盤上有那幾格。我這裡沒有。人的記憶從來不按照時間平均保存。有些一年很長,最後只剩下一張照片。有些幾分鐘,卻可以留十幾年。我們記得的,大概從來不是時間本身,而是時間裡發生了什麼,以及那件事情當時如何穿過自己。

日曆盤上沒有 2 月 29 日。當年的人算過,與其做一套處理閏年的機構,不如每四年讓鐘停一天。遇到多出來的那一天,他們選擇讓時間停住。一台為了計算時間而造的機器,處理一個裝不進去的日子的方法,是不算它。

1942 年四月的一個早上,三枚燃燒彈打穿了塔樓的屋頂。教堂的司事和他的女兒上去把火撲滅。五百年的計時,差一點在那天停掉。

日曆盤每一片可以走 133 年。第四片從 1885 走到 2017。對做那片盤的人來說,2017 是遙遠的未來。現在,2017 也已經成為過去。2018 年換上第五片,可以走到 2150。算出那片新日曆的人叫 Manfred Schukowski。1928 年生,2025 年過世。他算完了 2150 年以前的每一天。他自己走到 2025。鐘可以換日曆。人不能。

這些事情讓我產生一種奇怪的時間感。如果真的存在某種時間魔法,我很想站在那座鐘前,偷偷看一眼沒有走過的人生。如果 2009 年的我留在 Rostock 呢?如果我選擇那個科系呢?如果我在這座海港城市生活五年、十年呢?會成為另外一個人嗎?

天文鐘可以計算月亮十九年後再次回到相近的位置,可以計算未來的復活節,可以預測日出與晝夜。可是它無法計算一個人的人生。這大概就是它最迷人的地方。我們可以計算天體,卻很難計算自己。

2009 年的我也沒有今天這樣的 AI 諮詢系統。沒有辦法在出發之前,把科系、城市、工作機會、生活成本、氣候、產業與未來發展全部攤開比較。但即使當年有,我真的就會得到更正確的人生嗎?我現在反而有些懷疑。
資料可以讓判斷更精確,最後決定要不要停留的,依然是個人的意志與感受。

一個地方有沒有趣。自己在那裡有沒有感覺。也許才是一切真正的前提。回顧 2009 年,是不是一種老化現象?我不知道。只是年紀漸長之後,開始頻繁回頭整理那些曾經沒有整理的時間。以前覺得只是去過一座城市,現在卻會開始問,那一次抵達究竟改變了什麼。
我沒有重來的本事。所以那些「如果當年」其實都不存在。

沒有另一個我正在 Rostock 過著另外一種人生。沒有平行世界可以讓我驗證當年的選擇。真正存在的只有現在這個我,回頭看著 17 年前留下來的幾個片段,試圖理解當時的自己。

也許有一天,我還會再回 Rostock。去看看港口。再走進聖瑪利亞教堂。站在那座已經運行數百年的天文鐘前。但我想,我不會再問自己適不適合住在這裡。
那個問題已經屬於 2009 年。下一次回去,我只是想看看,在我離開以後,這座城市如何繼續變化。也看看自己。鐘還在走。城市還在變。人的記憶卻不斷遺失、修改、重組。

也許我們最後真正擁有的,從來不是完整的人生紀錄,只是一些被留下來的切片。而那些被忘掉的時間,也不代表沒有活過。

確實。
有些時間應該用來完成事情。
有些時間,應該只是讓自己存在於世界之中。
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Zweihunderttausend Tage

Es gibt keinen 29. Februar. Eine Gelegenheit: reisen, nachsehen, Gewissheit suchen.

2009 wurde ich an der Universität Rostock angenommen und reiste zum ersten Mal nach Rostock. Diese norddeutsche Hafenstadt zog mich auf unerklärliche Weise an. Ich konnte nicht recht sagen, warum; ich wollte sie einfach selbst sehen und herausfinden, ob wirklich alles so schön war, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Hafenstädte haben mir schon immer gefallen. Vielleicht, weil ein Hafen in sich widersprüchlich ist. Menschen kommen an und reisen ab. Schiffe legen an und laufen wieder aus. Er wirkt wie ein Endpunkt und ist zugleich ein Eingang zu unbekannten Orten.

In Rostock zählt eine Maschine seit mehr als fünfhundert Jahren die Tage: die astronomische Uhr in der Marienkirche. Das Jahr war 1472. Ihr Erbauer hieß Hans Düringer, ein Uhrmacher aus Nürnberg.

Die Uhr besteht aus drei Ebenen. Oben befindet sich der Apostelumgang, der sich jeden Mittag einmal dreht: Die Apostel ziehen nacheinander an Jesus vorbei und empfangen seinen Segen; Judas als Letzter bleibt vor der geschlossenen Tür. In der Mitte liegt das astronomische Zifferblatt mit Sonne, Mond, Tierkreis und Mondphasen. Unten befindet sich die Kalenderscheibe, die Tag für Tag zählt.

Drei Arten von Zeit liegen auf derselben Fläche übereinander: der täglich wiederkehrende Tag, der in Jahren gemessene Kreislauf und die begrenzten Tage, die einzeln gezählt werden. Eine Uhr versucht, den Tag eines Menschen, das religiöse Jahr, den neunzehnjährigen Mondzyklus und Zeiträume weit jenseits eines einzelnen Lebens auf derselben runden Scheibe unterzubringen. Wer davorsteht, erscheint plötzlich sehr kurzlebig.

2020 stand die Uhr wegen einer Überholung des Hauptuhrwerks zwei Monate still. Der Tag ihrer Wiederinbetriebnahme war genau ihr zweihunderttausendster Tag. Zweihunderttausend Tage sind 547 Jahre. Ich selbst habe bis heute ungefähr sechzehntausend Tage gelebt.

Ich hatte einmal erwogen, in Rostock zu studieren. Ein älterer Student dort riet mir davon ab. Die Agrarlandschaft, Landeskultur und der Umweltschutz des Studiengangs Landeskultur und Umweltschutz lagen noch immer ein Stück von der Landschaftsgestaltung entfernt, die ich mir eigentlich vorgestellt hatte. Deshalb blieb ich letztlich nicht.

Auch jener Tag steht auf der Kalenderscheibe. Die Uhr zählte ihn wie jeden anderen Tag. Wenn ich heute zurückblicke, weiß ich noch immer nicht, ob meine damalige Entscheidung richtig war. Wohin wäre mein Leben gegangen, wenn ich geblieben wäre? Ich werde es nie wissen. War es also richtig, nicht hinzugehen? Darauf habe ich keine Antwort.

Siebzehn Jahre später beginne ich sogar daran zu zweifeln, wie verlässlich meine Erinnerung überhaupt ist. Vielleicht wurden nur einige schöne Fragmente von der Zeit neu geschnitten und allmählich zu dem zusammengesetzt, was ich heute „Rostock“ nenne. Dann könnte die gesamte Erinnerungserzählung von Anfang an falsch gewesen sein.

Aber was macht das schon? Schließlich ist auch sie ein Ausschnitt aus einem Leben. 2014 reiste ich tatsächlich erneut nach Norddeutschland und hielt mich kurz in Rostock auf. Seltsamerweise habe ich diese Episode fast vollständig vergessen. Mit wem ich dort war, wohin wir gingen und was wir taten, hinterließ kaum klare Spuren. Erst Jahre später, als ich alte Dateien auf meinem Computer fand, merkte ich plötzlich, dass ich einmal hierher zurückgekehrt war.

Während dieser Tage zählte die Uhr weiter. Auf ihrer Kalenderscheibe gibt es diese Felder; in meiner Erinnerung nicht. Das menschliche Gedächtnis bewahrt Zeit niemals gleichmäßig. Von einem langen Jahr bleibt am Ende vielleicht nur ein Foto. Einige Minuten können dagegen mehr als ein Jahrzehnt erhalten bleiben. Wahrscheinlich erinnern wir uns nie an die Zeit selbst, sondern an das, was in ihr geschah, und daran, wie dieses Ereignis damals durch uns hindurchging.

Auf der Kalenderscheibe gibt es keinen 29. Februar. Ihre Erbauer kamen zu dem Schluss, dass es einfacher sei, die Uhr alle vier Jahre einen Tag anzuhalten, als einen Mechanismus für Schaltjahre zu bauen. Wenn der zusätzliche Tag kam, ließen sie die Zeit stehen. Eine Maschine, die zur Berechnung der Zeit gebaut worden war, behandelte einen Tag, der nicht in ihr System passte, indem sie ihn nicht zählte.

An einem Morgen im April 1942 durchschlugen drei Brandbomben das Dach des Turms. Der Küster der Kirche und seine Tochter stiegen hinauf und löschten das Feuer. Fünfhundert Jahre Zeitmessung wären an jenem Tag beinahe zu Ende gegangen.

Jede Kalenderscheibe kann 133 Jahre laufen. Die vierte reichte von 1885 bis 2017. Für ihre Erbauer war 2017 eine ferne Zukunft. Heute ist auch 2017 bereits Vergangenheit. 2018 wurde die fünfte Scheibe eingesetzt; sie kann bis 2150 laufen. Der Mann, der diesen neuen Kalender berechnete, hieß Manfred Schukowski. Er wurde 1928 geboren und starb 2025. Er berechnete jeden Tag bis zum Jahr 2150. Selbst gelangte er bis 2025. Eine Uhr kann ihren Kalender wechseln. Ein Mensch kann es nicht.

All das erzeugt in mir ein seltsames Zeitgefühl. Wenn es wirklich eine Art Zeitmagie gäbe, würde ich gern vor dieser Uhr stehen und heimlich einen Blick auf das ungelebte Leben werfen. Was wäre, wenn mein Ich von 2009 in Rostock geblieben wäre? Wenn ich diesen Studiengang gewählt hätte? Wenn ich fünf oder zehn Jahre in dieser Hafenstadt gelebt hätte? Wäre ich ein anderer Mensch geworden?

Die astronomische Uhr kann berechnen, wann der Mond neunzehn Jahre später wieder eine ähnliche Position erreicht. Sie kann künftige Ostertermine bestimmen und Sonnenaufgang, Tag und Nacht vorhersagen. Aber sie kann das Leben eines Menschen nicht berechnen. Vielleicht liegt genau darin ihre größte Faszination. Wir können Himmelskörper berechnen, uns selbst aber nur schwer.

2009 hatte ich auch kein KI-Beratungssystem wie heute. Vor der Abreise konnte ich Studiengang, Stadt, Berufschancen, Lebenshaltungskosten, Klima, Branchen und künftige Entwicklung nicht vollständig nebeneinanderlegen und vergleichen. Doch selbst wenn ich diese Möglichkeit gehabt hätte: Wäre daraus wirklich ein richtigeres Leben entstanden? Inzwischen bezweifle ich das.

Daten können ein Urteil präziser machen. Ob man am Ende bleibt, entscheiden dennoch der eigene Wille und das eigene Gefühl.

Ist ein Ort interessant? Empfinde ich dort etwas? Vielleicht sind das die eigentlichen Voraussetzungen für alles. Ist der Rückblick auf 2009 eine Erscheinung des Älterwerdens? Ich weiß es nicht. Mit zunehmendem Alter kehre ich häufiger zurück, um Zeiten zu ordnen, die ich damals ungeordnet ließ. Früher dachte ich, ich hätte lediglich eine Stadt besucht. Heute frage ich, was jene Ankunft tatsächlich verändert hat.

Ich kann nicht von vorn beginnen. All diese Vorstellungen davon, „was damals gewesen wäre“, existieren in Wahrheit nicht.

Es gibt kein anderes Ich, das in Rostock ein anderes Leben führt. Es gibt keine Parallelwelt, in der ich meine damalige Entscheidung überprüfen kann. Wirklich vorhanden ist nur mein heutiges Ich, das auf einige Fragmente von vor siebzehn Jahren zurückblickt und versucht, den damaligen Menschen zu verstehen.

Vielleicht werde ich eines Tages nach Rostock zurückkehren. Ich werde den Hafen ansehen, wieder in die Marienkirche gehen und vor der astronomischen Uhr stehen, die seit Jahrhunderten läuft. Aber ich glaube nicht, dass ich mich noch einmal fragen werde, ob ich dort leben sollte.

Diese Frage gehört bereits zum Jahr 2009. Bei meiner nächsten Rückkehr möchte ich nur sehen, wie sich die Stadt seit meinem Fortgang weiter verändert hat—und auch mich selbst betrachten. Die Uhr läuft weiter. Die Stadt verändert sich weiter. Das menschliche Gedächtnis hingegen verliert, verändert und ordnet unablässig neu.

Vielleicht besitzen wir am Ende niemals eine vollständige Aufzeichnung unseres Lebens, sondern nur einige erhaltene Ausschnitte. Dass wir eine Zeit vergessen haben, bedeutet nicht, dass wir sie nicht gelebt haben.

Gewiss.

Manche Zeit sollte dazu dienen, Dinge zu vollenden.

Manche Zeit sollte uns einfach in der Welt sein lassen.




2026年8月7日 星期五

城市・土地・文化敘事(二十) 把城市本身變成一座教育性的藝術作品

把城市本身變成一座教育性的藝術作品

慕尼黑的記憶


在德國生活的那些年,München 的 Kunstareal(藝術區)是我最常去的地方。老繪畫陳列館(Alte Pinakothek)、現代藝術博物館(Pinakothek der Moderne)與新繪畫陳列館(Neue Pinakothek),是我在德國造訪次數最多的三座美術館。


很多次,我從紐倫堡搭早上九點左右的火車出發,抵達慕尼黑時通常接近中午,簡單吃點東西,就開始一整天的美術館行程。看展覽在那個階段需要事先規劃,門票是要納入預算的開銷。德國美術館的門票不算便宜,Pinakothek der Moderne 的正常票十歐元,優惠票七歐元,涵蓋多間美術館的聯票十二歐元。單次看起來不重,但對一個常常往返紐倫堡與慕尼黑的學生而言,累積下來的頻率才是真正要計算的成本。


藝術學院的學生身分給了我很大的便利。只要出示 Kunstakademie(藝術學院)學生證,很多美術館都能免費參觀。當時我知道這是一種學生優惠,卻從來沒有深入追查過背後的制度來源。我一直好奇,這究竟是德國所有大學生都能享有的文化福利,還是專門留給藝術、建築、設計相關科系學生的待遇。巴伐利亞邦立美術館對藝術、藝術史、藝術學相關科系的學生開放免費入場,Pinakothek der Moderne 再往外擴一層,建築、設計、平面設計科系的學生同樣免費。德國把藝術教育當成文化參與的一部分,藝術學生的身分是未來的文化創造者,讓他們貼近典藏,等於把文化制度的資源直接投資在下一代創作者身上。


回頭看,那些旅程裡每一次移動都珍貴。紐倫堡到慕尼黑之間幾個小時的車程,看似只是交通時間,對當時的我卻是重新整理思想的過程。在老繪畫陳列館裡面對文藝復興到巴洛克的大師作品,在現代藝術博物館裡面對現代藝術、建築與設計的發展脈絡,每一次觀看都像是和不同時代的人對話。


很多作品當下無法完全理解。可能站在一幅畫前的某個瞬間,突然感受到藝術家想討論的問題,感受到作品背後關於生命、時代與人的思考,那種感動很難完整描述。藝術給答案的方式常常延遲,當下得不到解釋的東西,會在多年後回頭整理時才慢慢顯形,讓人理解自己當初為什麼被吸引,那些留下來的感覺,最後變成創作的材料。


所以現在回頭看,那些旅行真正珍貴的地方,是那些孤單行走的時間裡,我慢慢建立起自己觀看世界的方法。看過多少作品,去過多少城市,都是次要的統計。


把城市本身變成一座教育性的藝術作品


從 München Kunstareal 論城市、藝術與公共教育的關係


城市可以是一件藝術品。通常談藝術,會想到一件獨立存在的作品,一幅畫、一件雕塑、一座建築。München Kunstareal 提供另一種可能,城市本身被設計成一件持續運作的教育性藝術作品,透過街道、廣場、博物館、學院、收藏制度與人的移動路徑,共同形成一個長時間運作的文化空間。這是 Kunstareal 最重要的城市價值。


一、城市是藝術教育的媒介


傳統觀念裡,美術館是收藏作品的建築,城市只是承載美術館的背景。慕尼黑藝術區把這層關係整個翻轉。十九世紀開始,巴伐利亞王室透過城市規劃,把藝術從宮廷收藏中解放出來,讓它進入公共生活,國王廣場與老繪畫陳列館的建立,真正的作用是在城市中鋪出一條觀看藝術的路徑,遠遠超過增建一棟文化建築的意義。人在城市中行走,本身就是一種學習。從古希臘雕塑到文藝復興繪畫,再到現代藝術與設計,人在城市空間中直接經歷藝術史,這種經歷取代了教室裡的講述。Kunstareal 的教育方式,靠身體移動產生理解。


二、藝術史被轉化成城市空間的時間軸


Kunstareal 最大的特殊性,是它把歷史具象化。一般藝術史存在於書本裡,從古希臘走到文藝復興,走到巴洛克,走到現代主義,是一條時間的敘述。在 Kunstareal 裡,歷史變成空間。走進雕塑館,接觸古典文明;進入老繪畫陳列館,面對歐洲繪畫傳統;進入現代藝術博物館,理解二十世紀以後藝術、建築與設計如何改變世界。這條路徑像一部立體化的藝術史,城市成為一本可以被閱讀的書,每一座建築是一個章節,每一次行走是一次閱讀。


三、從「觀看作品」轉向「培養觀看世界的方法」


Kunstareal 真正的教育價值,不只是讓人看到名畫。如果只是展示珍貴作品,它就是一個收藏場所,它更深層的作用,是培養人的觀看能力。藝術教育最重要的能力,是學習如何觀察一個時代,如何理解人的思想,如何感受不同文化,如何提出自己的問題,記住藝術家的名字只是附帶的結果。美術館的角色是啟動思考,收藏只是它的入口。這也是為什麼德國藝術學院的學生能自由進入許多博物館,文化制度希望創作者持續與歷史、思想和社會保持連結,技術只是學習的一部分。



四、城市作為公共藝術:從物件走向系統


對公共藝術而言,Kunstareal 提供一個重要轉變。二十世紀以前,公共藝術常被理解成在城市裡放置一件雕塑,Kunstareal 展示另一種可能,公共藝術可以是一套城市系統,涵蓋建築尺度、空間尺度、教育尺度、社會尺度與時間尺度。真正影響城市的,是一個文化系統能否持續產生關係,作品存在多久反而是次要的問題。

五、從王權象徵到公共文化資產


Kunstareal 最有意思的地方,是它原本來自權力。十九世紀,巴伐利亞王室透過藝術建立國家文化形象,經過時間轉化,它逐漸成為公共資源。這是一次重要的文化轉譯,私人權力的收藏慢慢變成城市共同記憶,最後成為全民共享的文化教育空間。城市因此持續塑造未來,展示過去只是它的起點。



六、對當代城市與公共藝術的啟示


München Kunstareal 給當代城市最大的啟發,是一座城市最強大的文化建設,未必是一座最華麗的建築,關鍵在於能不能讓人持續學習與思考。應用到台灣的公共藝術,可以重新思考它的邊界。公共藝術不必被限定在單一物件裡,它可以是一條城市記憶路徑,一個跨越藝術、教育、自然與居民生活的文化場域,讓城市本身像一本書,被居民每天閱讀。這是 Kunstareal 最深層的精神。


München Kunstareal 是一件跨越兩百年的城市藝術作品,不只是一組博物館的集合。它透過建築、收藏、教育與公共空間,把藝術史轉化為城市生活的一部分。人在其中移動,不只是觀看藝術,更是在城市中學習如何觀看世界。當城市本身成為教育性的藝術作品,文化的角色從被保存的記憶,轉為持續生成未來的力量。

2026年8月5日 星期三

城市・土地・文化敘事(十九) 記得一座城市靠的往往不是它最堅固的部分

牆內的時間訥德林根,與一隻四隻腳的城市地標。


塔貓,溫德爾斯坦死了。十八歲,2026年1月26日,睡夢中離開。Nördlingen訥德林根市政府的公告稱她為四隻腳的城市地標



我讀到消息時,距離那趟郊遊也十年了。那年我掛著紐倫堡地區學生會會長的名義。身份來得偶然,前會長託付有人要做,我在場,於是接下。責任不重,內容也單純,聚會、旅行、當個招集人,像大學裡的康樂股長。收穫落在名單之外。


能夠相遇是緣份,能夠相識是我的榮幸。 多數交集停在幾頓飯與幾張合照,前輩幾句話卻能把焦躁削掉一截。他們走過同一段路,知道哪些坎必須自己跨,哪些坎其實從不存在。


異鄉的生活從來不容易。光是走到德國這一步,前期的掙扎就能寫成另一篇文章。這些種子落地之後,很少有人回頭細數移植的痛,力氣都留給眼前的活。決定留下的是勇者,決定回去闖蕩的也是勇者。能拿到金手指的,都值得讚許。


那趟郊遊去了Nördlingen訥德林根。我們爬 Daniel 塔。三百多階樓梯螺旋向上,肩膀擦過石牆,一路穿過木構與鐘樓積存的氣味。抵達高處,迎面而來的有時是一隻三花貓。她叫溫德爾斯坦,Wendelstein,名字取自 Daniel 塔過去使用的舊稱。她因為一罐魚來到塔樓,後來正式成為城市的四足雇員,負責驅趕老鼠與鴿子。她在窗台、樓梯與鐘樓之間巡視,用氣味與存在治理這棟老建築的生態問題。她沒有制服,卻有市政預算。她沒有語言,卻成為旅客記住訥德林根的理由。服務十五年後,溫德爾斯坦於2024年3月退休。


城市用堅硬邊界抵抗世界,又在邊界之內建立信仰、交易與共同生活。



記住一座城市的方式,從來不只一種。日本動漫創作把真實城市當成可供採集的影像資料庫。創作者觀察街道比例、屋頂形式、材料、光線與移動路徑,再把不同地方的片段重組為虛構世界。這種田野工作提取的是能夠承載故事情緒的空間語彙,複製從來不是目的。


訥德林根的環形城牆、成片紅瓦、城門與中央塔樓,被動漫觀眾聯想到《進擊的巨人》裡的希干希納區。兩者共享同一套視覺結構,聚落被城牆包圍,住宅緊挨排列,高塔成為方向標誌,牆外代表威脅與未知。從 Daniel 塔向下俯視,城市的圓形輪廓就會喚起作品開場那個被困在牆內的世界。


這個圓形的來歷比城牆早得多。訥德林根位於巴伐利亞施瓦本北部,坐落在里斯隕石撞擊盆地。約一千五百萬年前,一顆隕石擊中這片土地。岩石在高溫與壓力下熔化、破碎,再凝結成一種名為 Suevit 的隕擊角礫岩。後來的人們採集這些石材,用它們興建城牆、住宅、聖喬治教堂與 Daniel 塔。


一座中世紀城市,因此建造在遠早於人類文明的地質災難之上。人們撿起災難的碎屑,砌成自己的邊界。今日舊城的輪廓成形於十四世紀。市集、紡織、皮革與遠距貿易帶來人口與工坊,原有城區容納不下。1327年開工的新城牆,把住宅、醫院與手工業區逐一納入防禦範圍。現在仍可環行的城牆步道長約二點六公里,是德國少數保持完整環線與連續步行系統的中世紀防禦設施。


城牆確定城市的外部界線,街道把人引向內部中心。從不同城門進城,路徑匯聚於市場、市政廳與聖喬治教堂。城門管理人員與貨物,城牆區分安全與危險,市場分配財富,教堂組織信仰。圓形平面把居民收進共同體,同時提醒每個人,牆外永遠存在未知。


教堂西側的 Daniel 塔高約九十公尺。人在城外看見它,就知道城市所在。進入街巷之後,只要抬頭尋找塔頂,就能重新辨認中心。守塔人從高處觀察城門、道路、煙霧與遠方地景。直到今天,每晚仍會從塔樓傳出守夜呼喊 So, G'sell, so。聲音穿過屋頂,把一套早已失去軍事必要的警戒制度,轉化為城市仍在演出的記憶。


十年過去,那群人現在如何。有人築起了自己的堡壘,有人還在往上蓋塔。短暫的相遇被收進各自的行李,隨著身份轉換一路搬遷。


一千五百萬年的隕石,六百年的城牆,將近六百年的教堂,十五年的職業生涯,十八年的生命,十年的友誼。所有尺度在塔頂交會,彼此看不見對方的長度。牆會留下,塔會留下,Suevit 會留下。溫德爾斯坦不會。她的十八年在一千五百萬年面前接近於零,卻是唯一讓那座塔有體溫的。


記得一座城市,靠的往往不是它最堅固的部分。

2026年8月3日 星期一

城市・土地・文化敘事(十八) 城市時間紀錄計畫 / Projekt zur Aufzeichnung städtischer Zeit

城市時間紀錄計畫


回想起因2014年的作品,是對於時間的焦慮。我有自己的時間課題,城市有百年、千年的歷史課題。有相關性嗎?也許沒有,但這座城市處處提醒我時間在流逝。


中世紀的人會需要時間感嗎?老城區處處都是時間的提醒,日晷、時鐘、電子鐘隨處可見。可見德國人對於時間從古就很重視吧。但不同時代的時間交疊在同一條街上,渾沌的情緒會延續或是瞬間消散我無從得知。


Zeit zeigen

那一年藝術學院年展,我做了《城市時間計畫》。是膠卷、是日晷、是當下。教室的空間有個天窗隨時間推移,光會經過我的作品,城市的路徑是從車站走到凱薩堡的照片與錄像。是用街道採集用單一視角看待城市的瞬間。今天回頭看這課題有些單薄,或許說藝術是為了解決當下的焦慮,那是一場治療之旅。



線索一:

紐倫堡美泉上的托勒密星體觀測者雕像。觀星是最古老的計時方式,城市把它鑄在噴泉上。

然後是時間、日晷、紐倫堡時制。這座城市曾經有自己的時間,Nürnberger Uhr,當地人叫它大鐘,文獻最早可考於1374年。每個小時等長,晝與夜卻分開計數,各自從第一小時數起。夏至前後,白晝十六小時,正午落在第八小時;冬至前後,白晝八小時,正午落在第四小時。一年十六個換算日,寫在曆書裡屆時全城的鐘一起撥動一小時。報時的也從來都是人。四座塔樓上的守望者,聖塞巴德教堂先敲,聖羅倫茲教堂應答,兩座塔彼此相望。外地人看不懂,城市只好在1436年於聖凱薩琳教堂另設一座通用時制的鐘,附上換算表;1611年選帝侯會議來到紐倫堡,又一口氣添購三座。1806年,城市併入巴伐利亞失去獨立這套時制也跟著終結。


線索二:

帝國的神話或者說幽靈,至今仍是城市的表演者。我想,十二點市集廣場上聖母教堂鐘聲響起,人們期待的是一場遊戲般的表演,至於是否提醒了時間反倒是其次。

中午表演的,是「小人舞鐘」。這座機械藝術鐘稱為Männleinlaufen,位於聖母教堂西側正立面上方,1506至1509年間製作完成。它每天中午十二時運作。


表演順序具有明確的戲劇結構。首先,兩名長號吹奏者啟動。接著鼓手與吹笛者開始動作,其他報時人物加入。序曲結束後,門扇打開七位選帝侯乘著圓形轉盤,依序從坐在中央王座上的查理四世面前經過。選帝侯總共繞行三圈。每位選帝侯通過時皇帝手中的權杖規律抬起與落下,象徵接受臣服與回禮。兩側敲鐘人持續鳴鐘,使整個過程成為聲音、動作與權力秩序結合的機械劇場。


它每天都在重演一個帝國憲政神話:皇帝坐在中心,七位有權選出皇帝的人圍繞他運行。皇帝需要選帝侯的承認,選帝侯也透過皇帝獲得合法性。中心與周邊彼此依存,這就是神聖羅馬帝國的權力結構。


這使小人舞鐘成為一件跨越不同時間層的作品。1509年的造型、1904年的機械改造、戰時的拆卸保存、1950年代的重建、後來的電子同步技術,全都疊合在同一件城市機器裡。


從建築史看,聖母教堂是法蘭肯地區(Franken)哥德式廳堂教堂的重要早期案例。從政治史看,它是查理四世將紐倫堡塑造成帝國城市的空間工具。從鐘錶史看,小人舞鐘是歐洲保存最久、至今每日運作的公共機械人偶劇場之一。從藝術史看,它保存了杜勒之前的紐倫堡繪畫、雕塑與工藝傳統。從記憶政治看,它迫使我們同時看見帝國文明的輝煌,以及1349年猶太社群被殺害與驅逐的歷史。教堂就立在當年被拆毀的猶太會堂舊址上。


聖母教堂真正的主題,是「權力如何透過時間與空間,讓自己看起來永恆」。 皇帝早已消失,選帝侯制度早已終結,《金璽詔書》也失去效力。可是每天中午機器仍讓他們重新運行四分鐘。這正是藝術最強大的形式之一:它將抽象制度轉化為可觀看、可聆聽、可重複的城市儀式。


這儀式感也吸引著世界各地的旅人來看一眼。時間對於旅人、城市生活者、我這樣外來短暫停留的人意義各不相同。我的膠卷與日晷,和這座運轉五百年的機械鐘相比,單薄、但誠實。


焦慮散去展覽拆下,城市的鐘明天中午照樣響。

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Projekt zur Aufzeichnung städtischer Zeit

Rückblickend entstand die Arbeit von 2014 aus einer Angst vor der Zeit. Ich habe meine eigene Zeitfrage, während eine Stadt historische Fragen von Jahrhunderten oder Jahrtausenden trägt. Gibt es da einen Zusammenhang? Vielleicht nicht, aber diese Stadt erinnerte mich überall daran, dass Zeit vergeht.

Brauchten Menschen im Mittelalter ein Zeitgefühl? In der Altstadt ist Zeit überall sichtbar: Sonnenuhren, Uhren und elektronische Anzeigen begegnen einem ständig. Offenbar legten Deutsche schon früh großen Wert auf Zeit. Doch wenn Zeiten verschiedener Epochen auf derselben Straße übereinanderliegen, weiß ich nicht, ob chaotische Gefühle weiterwirken oder im Augenblick verschwinden.

Zeit zeigen

In jenem Jahr machte ich für die Jahresausstellung der Kunstakademie das Urban Time Project. Es war Film, es war Sonnenuhr, es war Gegenwart. Der Klassenraum hatte ein Oberlicht; mit dem Lauf der Zeit wanderte Licht über meine Arbeit. Der Weg durch die Stadt bestand aus Fotografien und Videos vom Bahnhof bis zur Kaiserburg. Es war ein Sammeln der Straße und ein Blick auf Momente der Stadt aus einer einzigen Perspektive. Heute erscheint mir dieses Thema etwas dünn. Vielleicht war Kunst damals dazu da, die Angst des Augenblicks zu lösen. Es war eine therapeutische Reise.

Interessante Spur eins:

Die Figur des Ptolemäus, des Beobachters der Himmelskörper, am Nürnberger Schönen Brunnen. Sternbeobachtung ist eine der ältesten Arten der Zeitmessung, und die Stadt hat sie in einen Brunnen gegossen.

Dann gibt es Zeit, Sonnenuhr und die Nürnberger Uhr. Diese Stadt hatte einst ihre eigene Zeit: die Nürnberger Uhr, von den Einheimischen die große Uhr genannt, urkundlich bereits 1374 belegt. Jede Stunde war gleich lang, doch Tag und Nacht wurden getrennt gezählt, jeweils beginnend mit der ersten Stunde. Um die Sommersonnenwende hatte der Tag sechzehn Stunden und der Mittag lag in der achten Stunde; um die Wintersonnenwende hatte der Tag acht Stunden und der Mittag lag in der vierten Stunde. Sechzehn Umrechnungstage im Jahr standen in den Kalendern; dann wurden die Uhren der ganzen Stadt gemeinsam um eine Stunde verstellt. Die Zeit wurde auch immer von Menschen verkündet. Wächter auf vier Türmen gaben die Zeichen: St. Sebald schlug zuerst, St. Lorenz antwortete, die beiden Türme sahen einander an. Auswärtige verstanden dieses System nicht, deshalb richtete die Stadt 1436 an der Katharinenkirche eine weitere Uhr mit allgemeiner Zeitrechnung und Umrechnungstafel ein. Als 1611 der Kurfürstentag nach Nürnberg kam, wurden auf einmal drei weitere Uhren angeschafft. 1806, als die Stadt in Bayern eingegliedert wurde und ihre Unabhängigkeit verlor, endete auch dieses Zeitsystem.

Spur zwei

Der Mythos des Reiches, oder vielleicht sein Geist, bleibt bis heute ein Darsteller der Stadt. Ich glaube, wenn mittags auf dem Marktplatz die Glocken der Frauenkirche erklingen, erwarten die Menschen vor allem eine spielartige Aufführung; ob sie an Zeit erinnert, ist fast zweitrangig.

Die Mittagsaufführung ist das Männleinlaufen. Diese mechanische Kunstuhr befindet sich oberhalb der westlichen Hauptfassade der Frauenkirche und wurde zwischen 1506 und 1509 fertiggestellt. Sie läuft täglich um zwölf Uhr mittags.

Die Reihenfolge der Aufführung besitzt eine klare dramatische Struktur. Zuerst beginnen zwei Posaunenbläser. Dann bewegen sich Trommler und Pfeifer, weitere Figuren der Zeitansage kommen hinzu. Nach der Ouvertüre öffnen sich die Türen, und sieben Kurfürsten fahren auf einer runden Drehscheibe nacheinander vor Karl IV. vorbei, der auf dem zentralen Thron sitzt. Die Kurfürsten umrunden ihn insgesamt dreimal. Wenn jeder Kurfürst vorbeikommt, hebt und senkt sich das Zepter in der Hand des Kaisers regelmäßig, als Zeichen der Annahme von Unterwerfung und Gegengruß. Die Glockenschläger auf beiden Seiten läuten weiter und machen den Vorgang zu einem mechanischen Theater aus Klang, Bewegung und Machtordnung.

Täglich wiederholt es einen verfassungsmythologischen Mythos des Reiches: Der Kaiser sitzt im Zentrum, und die sieben Personen mit dem Recht, den Kaiser zu wählen, kreisen um ihn. Der Kaiser braucht die Anerkennung der Kurfürsten, und die Kurfürsten erhalten ihre Legitimität durch den Kaiser. Zentrum und Peripherie sind voneinander abhängig. Das ist die Machtstruktur des Heiligen Römischen Reiches.

So wird das Männleinlaufen zu einem Werk, das verschiedene Zeitschichten überschreitet. Die Gestalt von 1509, der mechanische Umbau von 1904, die Demontage und Sicherung während des Krieges, der Wiederaufbau der 1950er Jahre und spätere elektronische Synchrontechnik überlagern sich in derselben städtischen Maschine.

Aus architekturgeschichtlicher Sicht ist die Frauenkirche ein wichtiges frühes Beispiel einer gotischen Hallenkirche in Franken. Politisch war sie ein räumliches Werkzeug, mit dem Karl IV. Nürnberg zur Reichsstadt formte. Aus uhrengeschichtlicher Sicht ist das Männleinlaufen eines der am längsten erhaltenen öffentlichen mechanischen Figurentheater Europas, das bis heute täglich läuft. Aus kunsthistorischer Sicht bewahrt es Nürnberger Malerei, Skulptur und Handwerkstraditionen vor Dürer. Aus erinnerungspolitischer Sicht zwingt es uns, zugleich den Glanz imperialer Zivilisation und die Geschichte der Ermordung und Vertreibung der jüdischen Gemeinde im Jahr 1349 zu sehen. Die Kirche steht auf dem Gelände der damals zerstörten Synagoge.

Das eigentliche Thema der Frauenkirche ist, wie Macht durch Zeit und Raum so erscheinen kann, als sei sie ewig. Der Kaiser ist längst verschwunden, das Kurfürstensystem längst beendet, und die Goldene Bulle hat ihre Wirkung verloren. Doch jeden Mittag lässt die Maschine sie vier Minuten lang erneut laufen. Genau darin liegt eine der stärksten Formen der Kunst: Sie verwandelt abstrakte Ordnung in ein sichtbares, hörbares und wiederholbares städtisches Ritual.

Dieses Ritual zieht auch Reisende aus aller Welt an, die es einmal sehen wollen. Zeit bedeutet für Reisende, Stadtbewohner und kurzfristige Fremde wie mich jeweils etwas anderes. Verglichen mit dieser seit fünfhundert Jahren laufenden mechanischen Uhr sind mein Film und meine Sonnenuhr schmal, aber ehrlich.

Die Angst verfliegt, die Ausstellung wird abgebaut, und die Uhr der Stadt wird morgen Mittag wieder schlagen.