2026年9月26日 星期六

城市‧土地‧文化敘事(六十一) 拜羅伊特,一座城市成為舞台

拜羅伊特,一座城市成為舞台

住在紐倫堡的那些年,暑假有時間,我偶爾會搭著區域列車往附近的城市走,Bayreuth 是其中很容易抵達的一站。 Bayreuth 和華格納有關,音樂節、歌劇與 Festspielhaus 幾乎就是這座城市最直接的文化標記。一個作曲家最後替自己的作品蓋了一座劇場,連觀眾怎麼坐、樂團藏在哪裡、燈光如何消失、聲音怎麼傳到人的耳朵,都要重新安排。多年後回頭看,我明白華格納真正建立的其實是一個完整的藝術世界,而那時候的我,也許已經隱約在思考,一個創作者最後究竟要把自己的作品放在哪裡發生。


真正留在記憶裡的,反而有很大一部分來自 Bayreuth 的庭園。那個夏天的綠很深,陽光從樹葉縫隙落下來,樹叢一層一層往遠處推進,形成像洞穴一樣的景深。走過一段樹籬,後面又出現水面、亭子、森林與另一條路,景色沒有一次全部交代,而是隨著身體移動慢慢打開。


Eremitage 從十八世紀就已經是一座被精心編排的宮廷景觀。Wilhelmine 把森林、洞窟、水池、人工廢墟、中國亭與道路組織在一起,甚至連貴族模仿隱士生活,都像一場被安排好的劇。這裡表面上是一座花園,內部其實一直在安排觀看,連走路的時間都成為設計的一部分。

我覺得 Bayreuth 是一座過度追求秩序的城市。建築講究比例,花園有軸線,街道安靜,所有東西好像都被放在應該出現的位置,精準得讓人舒服,又隱約產生一點不自在,彷彿連人都只是場景裡按照設定移動的 NPC。可是仔細看,這裡的景觀其實一直在製造偏差。筆直的樹籬旁會出現彎曲道路,正式的宮殿後面突然接進森林,幾何花園裡藏著洞窟、廢墟與異國亭子。秩序先被建立起來,接著再故意讓某些東西鬆動。也許這就是我後來喜歡這座城市的原因,因為音樂也是如此。建築可以精準計算,景觀可以控制視線,可是音樂一開始,時間就開始流動,停頓、轉折、延遲與突然出現的聲音,會把原本過度穩定的空間重新打開。


那個夏天,市區裡也有音樂和舞蹈。舞者的身體穿過安靜的廣場,聲音從建築之間流動,在陽光裡顯得特別耀眼。2013 年又剛好是華格納誕辰兩百週年,整座城市都被 Wagner 的名字包圍。我也在這裡看見我們紐倫堡藝術學院校長 Ottmar Hörl 的作品,一尊又一尊小小的華格納出現在城市與花園中。單看只是小公仔,五百尊同時出現之後,整個景觀的節奏都被改變了。我想到它很像針灸,針很小,身體很大,可是只要位置準確,原本的氣就重新流動。Hörl 沒有重新設計在既有秩序裡插入另一種頻率,也讓人開始思考,到底是 Wagner 在指揮音樂,還是這個死去一百多年的藝術家,至今依然在指揮 Bayreuth。


多年後重新整理這趟旅行,自己當時真正注意的,也許一直都是一座城市如何成為舞台。Wilhelmine 用森林、道路與水景建立舞台,Wagner 用劇場、音樂與黑暗建立自己的世界,Hörl 再把作品放回城市,短暫改變它原本的節奏。建築提供結構,景觀安排視線,音樂改變時間,舞蹈讓身體進入其中,藝術則在那些太過穩定的地方製造一點偏差。

那個夏天的 Bayreuth,陽光很亮,植物綠得近乎不真實,我走在一層又一層的樹洞與亭子之間,當時可能還不知道自己究竟在尋找什麼。現在回頭看,問題其實一直都在那裡。華格納有 Festspielhaus,Wilhelmine 有她的花園,Hörl 把城市當成展場,而我走過這麼多人的舞台之後,也開始問自己,自己的劇場,舞台在哪。

城市‧土地‧文化敘事(六十)ICU後的天外天

ICU後的天外天


故事回到自己家鄉。有一天,天外天被掀開了屋頂。那個畫面很像一個進了ICU很久的人,突然被大家看見。拆除工程引起注意,媒體來了,文史工作者來了,許多關心城市的人也來了。它像是在最後一段喘息裡,忽然得到很多人的關注,只是到了那個時候,能做的事情已經很有限。人有生命週期,建築也有。一棟建築究竟能不能延續下去,我一直覺得跟它長在哪一塊土地、跟什麼樣的人一起生活有很大的關係。有些建築老了,城市願意繼續跟它生活;有些建築老了,等待它的就是下一次開發。

2016
2026

2016年回到台灣,也重新回到台中生活。離開家鄉那麼多年,我開始想看看這片土地究竟發生了什麼變化,也重新走進以前沒有仔細看過的地方。台中後站、二十號倉庫是一條記憶的路徑,清水也是。以前在港區藝術中心前那片眷村,我曾經參與過相關專案,那裡同樣經歷漫長的等待。老房子荒廢、封閉、保存、修復,一等就是很多年,最後才慢慢找到新的方向。現在回頭看,那段清水的經驗讓我開始明白,城市裡有些東西必須等待很久,二十年後才可能重新開花。也因為看過這樣的可能,我那時候總相信,只要一個地方還沒有完全消失,就還存在被重新理解的機會。


2017年前後,我還有很強的冒險心情,常常跑去鄉鎮、老房子和廢棄空間裡看。只要還能進去,就想多看一眼。天外天也是在那段時間進入我的視線。那時因為辦理教育部原民新校園運動相關活動策展,也跟德昌營造談空間租借,因此開始在周邊做田野調查。走在台中後站,很容易感覺到城市正在斷裂,一邊是新的道路、新的建設與新的土地價值,另一邊是失去功能的倉庫、劇場與老房子。二十號倉庫塵封,周圍像一片等待重新編輯的城市廢墟。這讓我想起清水,同樣是老建築、同樣經歷漫長等待,結果卻可能完全不同。我開始問自己,回到台中以後,我究竟能為自己的城市做些什麼。所以去探險、去看現場、參與論壇,也曾經特別北上參加文化論壇。那時鄭麗君擔任文化部長,討論裡也碰觸到文化資產保存、城市發展,以及天外天這類正在消失的空間。

關心天外天的人其實很多,只是城市裡還有地主、政府、開發利益、文史工作者與一般市民,每一個人站的位置不同,看見的未來也不同。當保存與土地利益被放在天秤兩端,事情就沒有想像中單純。我剛從歐洲生活回來,可能還帶著一點天真,看過許多老建築被留下來、修復、重新使用,很自然會覺得城市應該替五十年、一百年後的人保留一些東西。清水的經驗也讓我相信等待可能有結果,可是天外天讓我看到另一個答案。城市有自己的節奏,土地有自己的價格,政治也有自己的時間。長遠的文化價值,很難每一次都贏過眼前的利益。最後能留多少,就留多少,而天外天始終沒有成為那個幸運兒。


2021年,天外天正式落幕。曾經可以容納數百人的劇場,曾經有人在裡面喝茶、看戲、看電影、交朋友的地方,最後被夷為平地。清水那些等待二十年後重新被打開的老房子,至少還有一個可以重新開始的地方;天外天最後留下的,卻只剩照片、構件和曾經走進去的人。對我來說,它真正留下來的記憶也很簡單,就是一次年輕時的闖蕩。我曾經走進去,看過它還沒有完全死去的樣子,後來入口被堵住,再也上不去了,再後來整棟建築消失。城市有時候就是這樣,有些地方等了二十年重新開花,有些地方等不到下一個春天。你曾經以為它還會一直在那裡,幾年後再回去,土地還在,建築已經不見了。最後留下來的,只剩下自己曾經走進去的那一次。

一座建築進入ICU之後,很多人才開始想起它曾經活過。只是當城市真正決定拔掉呼吸器,記憶就只能留在曾經走進去的人身上。


Tianwaitian nach der Intensivstation


Die Geschichte führt zurück in meine Heimatstadt. Eines Tages wurde das Dach von Tianwaitian aufgerissen. Das Bild erinnerte mich an einen Menschen, der lange auf der Intensivstation gelegen hatte und plötzlich von allen gesehen wurde. Der Abriss erregte Aufmerksamkeit: Die Medien kamen, Heimatforscher kamen, und viele Menschen, denen die Stadt am Herzen lag, kamen ebenfalls. In seinen letzten Atemzügen erhielt das Gebäude auf einmal viel Zuwendung. Doch zu diesem Zeitpunkt ließ sich nur noch wenig tun. Menschen haben einen Lebenszyklus, Bauwerke auch. Ob ein Gebäude weiterleben kann, hängt für mich stark davon ab, auf welchem Boden es gewachsen ist und mit welchen Menschen es zusammengelebt hat. Manche alten Gebäude dürfen weiter am Leben der Stadt teilnehmen. Auf andere wartet die nächste Bebauung.

2016 kehrte ich nach Taiwan und in das Leben in Taichung zurück. Nach so vielen Jahren fern der Heimat wollte ich wissen, wie sich dieses Land verändert hatte, und Orte noch einmal ansehen, die ich früher kaum beachtet hatte. Das Gebiet hinter dem Bahnhof von Taichung und das Lagerhaus Nr. 20 bildeten einen Weg durch meine Erinnerung; Qingshui war ein weiterer. An einem Projekt zu der ehemaligen Militärsiedlung vor dem Port of Taichung Art Center hatte ich früher mitgearbeitet. Auch dort hatte man lange warten müssen. Die alten Häuser standen leer oder waren geschlossen, wurden erhalten und restauriert und fanden erst nach vielen Jahren langsam eine neue Richtung. Rückblickend lehrte mich Qingshui, dass manche Dinge in einer Stadt sehr lange warten müssen und vielleicht erst zwanzig Jahre später wieder aufblühen. Weil ich diese Möglichkeit gesehen hatte, glaubte ich damals, dass jeder Ort, der noch nicht ganz verschwunden war, auch neu verstanden werden konnte.

Um 2017 hatte ich noch viel Lust auf Abenteuer und besuchte häufig Kleinstädte, alte Häuser und verlassene Räume. Solange ich hineinkam, wollte ich noch einen Blick darauf werfen. In dieser Zeit fiel mir auch Tianwaitian auf. Während ich Veranstaltungen zum Projekt einer neuen indigenen Schullandschaft des taiwanischen Bildungsministeriums kuratierte, sprach ich mit der Baufirma Te Chang über die Anmietung von Räumen und begann in der Umgebung Feldforschung zu betreiben. Hinter dem Bahnhof von Taichung war zu spüren, wie die Stadt auseinanderbrach: Auf der einen Seite neue Straßen, neue Bauten und neue Bodenwerte, auf der anderen Lagerhäuser, ein Theater und alte Wohnhäuser, die ihre Funktion verloren hatten. Das Lagerhaus Nr. 20 war verschlossen; die Gegend wirkte wie eine städtische Ruine, die darauf wartete, neu gefasst zu werden. Ich dachte an Qingshui: wieder alte Gebäude und langes Warten, aber womöglich mit einem ganz anderen Ausgang. Ich fragte mich, was ich nach meiner Rückkehr für meine eigene Stadt tun könnte. Also erkundete ich Orte, besichtigte sie und nahm an Foren teil. Für ein Kulturforum fuhr ich sogar eigens in den Norden. Damals war Cheng Li-chiun Kulturministerin; die Gespräche berührten den Denkmalschutz, die Stadtentwicklung und Räume wie Tianwaitian, die gerade verschwanden.

Viele Menschen sorgten sich um Tianwaitian. Doch in der Stadt gab es auch Grundeigentümer, Behörden, wirtschaftliche Interessen, Heimatforscher und Bewohner. Jeder stand an einer anderen Stelle und sah eine andere Zukunft. Sobald Erhaltung und Bodenwert gegeneinander abgewogen wurden, war die Sache nicht mehr einfach. Ich war gerade aus Europa zurückgekehrt und vielleicht noch ein wenig naiv. Dort hatte ich viele alte Gebäude gesehen, die erhalten, instand gesetzt und neu genutzt wurden. Deshalb schien es mir selbstverständlich, dass eine Stadt auch für die Menschen in fünfzig oder hundert Jahren etwas bewahren sollte. Qingshui hatte mir gezeigt, dass sich Warten lohnen konnte. Tianwaitian zeigte mir einen anderen Ausgang. Eine Stadt hat ihren eigenen Rhythmus, Boden hat seinen Preis und Politik ihren Zeitplan. Langfristiger kultureller Wert setzt sich nicht jedes Mal gegen unmittelbare Interessen durch. Am Ende bleibt, was sich retten lässt. Tianwaitian gehörte nicht zu den Glücklichen.

2021 fand Tianwaitian sein endgültiges Ende. Ein Theater, in dem einst Hunderte Platz fanden und Menschen Tee tranken, Aufführungen und Filme sahen und Freundschaften schlossen, wurde dem Erdboden gleichgemacht. Den alten Häusern in Qingshui, die nach zwanzig Jahren wieder geöffnet wurden, blieb wenigstens ein Ort für einen Neubeginn. Von Tianwaitian blieben nur Fotografien, Bauteile und die Erinnerungen der Menschen, die es betreten hatten. Für mich ist diese Erinnerung einfach: ein Abenteuer meiner jüngeren Jahre. Ich ging hinein und sah es, als es noch nicht ganz tot war. Später wurde der Eingang versperrt, und ich konnte nicht mehr hinauf. Noch später verschwand das ganze Gebäude. Städte sind manchmal so. Manche Orte blühen nach zwanzig Jahren erneut, andere erleben keinen nächsten Frühling. Man glaubt, ein Ort werde immer da sein. Ein paar Jahre später kehrt man zurück: Das Grundstück ist noch da, das Gebäude nicht mehr. Übrig bleibt der eine Besuch im Inneren.

Erst wenn ein Gebäude auf der Intensivstation liegt, erinnern sich viele daran, dass es einmal gelebt hat. Beschließt die Stadt schließlich, das Beatmungsgerät abzuschalten, bleibt die Erinnerung nur bei denen, die damals hineingegangen sind.



城市‧土地‧文化敘事(五十九)盧森堡 Mudam,一個不斷延展的房間

盧森堡 Mudam,一個不斷延展的房間



心裡的焦慮,如果可以折疊起來,或許就沒有那麼痛。


2013 年對我來說,是一段很難判斷方向的時間。要放棄回台灣,還是繼續待在德國?下一步該往哪裡走,我其實沒有答案。那一年,我一邊上課,一邊重新準備申請其他學校,也同步到開放空間藝術系所旁聽。想知道他們究竟在學什麼,也想知道自己是不是還有另外一條路可以走。那時候做的每一件事,都像替自己多留一張門票,在還不知道哪一道門會打開以前,至少不要先把可能性關掉。


一次課外教學,我跟著去了盧森堡。心裡原本還想著,有沒有機會和Decker教授聊聊。 Simone Decker 是盧森堡藝術家,後來也成為我進入藝術與開放空間研究所之後的教授。那時候的我還站在門外,一邊觀察、一邊試探,也一邊想像自己有沒有可能走進這個班級。多年後回頭看,那趟旅程其實已經悄悄把後來的人生接了起來。

Mudam Luxembourg 蓋在一塊很特別的土地上。這裡原本是盧森堡軍事防禦系統的一部分,Fort Thüngen 的堡壘遺跡就在前方。這座城市過去依靠城牆、峽谷與堡壘保護自己,十九世紀解除軍事化之後,防禦工事逐漸失去原本功能;到了二十世紀,Kirchberg 又成為歐洲行政、金融與國際機構集中的新城區。於是同一塊土地上,軍事、政治、金融與文化一層一層疊了上去。Mudam 就站在這些時間的交界,像是一個新的切面,把過去留下來,也讓新的城市繼續往外延展。

這棟建築由貝聿銘設計。對我而言,他一直是讓我開始對建築產生好奇的重要建築師。以前在柏林德國歷史博物館看過他的空間,那種乾淨、純粹與克制一直留在記憶裡。到了 Mudam,又重新感受到他處理空間的方式。石牆帶著堡壘的重量,玻璃屋頂讓光線進來,視線沿著軸線被拉向遠方。貝聿銘很擅長安排視覺焦點,讓人在移動中不斷被下一個空間吸引。門、廊道、轉折、開口,看似簡單,實際上每一步都在重新決定你要看見什麼。建築沒有把歷史直接複製回來,而是留下原有的幾何、軸線與地景關係,再讓新的建築從裡面長出來。


那天我看到 Simone Decker 的《Prototype pour un espace infini》。一個看似被折疊起來的銀色房間,表面由大量鏡面折角組成。當它展開,鏡面可以讓有限的空間不斷反射,原本只有幾公尺的房間,在視覺裡卻像沒有終點;當它收起來,又變成一塊被壓縮的物件。有限與無限,其實只差一個展開的動作。


我後來一直記得這件作品。那時候我想的其實也是心的尺度。人的狀態可以被壓縮,可以折疊,也可以重新伸展。差別只在於當下還有多少張力,能不能承受下一次展開。門廊、穿越、折疊、打開、重新組合,這些原本屬於建築與雕塑的語言,放到我當時的處境裡也完全說得通。

Mudam 所在的土地也是如此。堡壘失去軍事功能之後,沒有因此停止,它重新變成城市的記憶;Kirchberg 從農地變成歐洲行政區,再逐漸加入美術館、音樂廳、公園與公共藝術。城市一直在折疊自己的歷史,再把它打開成下一個版本。Simone Decker 的房間也在做類似的事情,一個有限的體積,透過反射產生新的尺度。那天的我,大概也正在做同樣的事。


後來我真的順利進入了這個班級。再後來,SUSBUS 計畫也回到 Mudam 進行展演。原本只是一次課外教學的地方,幾年之後竟然成了自己的作品重新出現的場域。人生有時候很奇怪,當下以為只是路過,後來才發現那其實是一條路的起點。


所以現在回頭看 2013 年,我已經不太把那段焦慮理解成停滯。它比較像 Simone Decker 那個被折起來的房間。空間還在,可能性也還在,只是暫時縮成很小的體積。

人生有時候的折疊,不代表空間消失。只是骨架正在改變角度,筋骨因為重新排列而疼痛。等到新的結構慢慢適應,它還是可以再次打開,而且可能比原來延展得更遠。


Mudam Luxemburg: Ein Raum, der sich immer weiter entfaltet


Wenn sich die Angst in mir zusammenfalten ließe, würde sie vielleicht weniger wehtun.

2013 war für mich eine Zeit, in der ich nur schwer eine Richtung erkennen konnte. Sollte ich aufgeben und nach Taiwan zurückkehren oder in Deutschland bleiben? Wohin der nächste Schritt führen sollte, wusste ich nicht. Ich besuchte weiter Lehrveranstaltungen und bereitete zugleich neue Bewerbungen an anderen Hochschulen vor. Außerdem hörte ich im Studiengang Kunst und öffentlicher Raum mit. Ich wollte wissen, was dort gelehrt wurde und ob es für mich noch einen anderen Weg gab. Alles, was ich damals tat, war wie eine zusätzliche Eintrittskarte in der Tasche. Solange ich nicht wusste, welche Tür sich öffnen würde, wollte ich die Möglichkeiten wenigstens nicht selbst verschließen.

Mit einer Exkursion fuhr ich nach Luxemburg. Insgeheim hoffte ich, vielleicht mit Professorin Decker sprechen zu können. Simone Decker ist eine Künstlerin aus Luxemburg und wurde später, nachdem ich in den Studiengang Kunst und öffentlicher Raum aufgenommen worden war, meine Professorin. Damals stand ich noch vor der Tür, beobachtete, tastete mich heran und stellte mir vor, ob ich eines Tages Teil dieser Klasse sein könnte. Jahre später erkenne ich, dass diese Reise die Fäden meines späteren Lebens bereits leise miteinander verknüpft hatte.

Das Mudam Luxemburg steht auf einem besonderen Stück Land. Dieser Ort gehörte einst zum militärischen Verteidigungssystem Luxemburgs; direkt davor liegen die Überreste des Fort Thüngen. Früher schützte sich die Stadt mit Mauern, Schluchten und Festungen. Nach der Entmilitarisierung im 19. Jahrhundert verloren die Befestigungen allmählich ihre ursprüngliche Funktion. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Kirchberg zu einem neuen Stadtteil für europäische Einrichtungen, Finanzwesen und internationale Institutionen. Militärische, politische, wirtschaftliche und kulturelle Geschichte lagerten sich so auf demselben Boden übereinander. Das Mudam steht an der Schnittstelle dieser Zeiten, wie ein neuer Schnitt durch das Gelände: Es bewahrt die Vergangenheit und lässt die Stadt zugleich weiterwachsen.

Entworfen wurde das Gebäude von I. M. Pei. Er war für mich einer der Architekten, durch die meine Neugier auf Architektur überhaupt entstand. Seine Räume am Deutschen Historischen Museum in Berlin hatte ich früher schon erlebt; ihre Klarheit, Reinheit und Zurückhaltung blieben mir in Erinnerung. Im Mudam spürte ich erneut, wie er Räume gestaltet. Steinmauern tragen die Schwere der Festung, das Glasdach lässt Licht herein und Blickachsen ziehen den Blick in die Ferne. Pei verstand es, Blickpunkte so zu setzen, dass man sich beim Gehen immer schon zum nächsten Raum hingezogen fühlt. Türen, Gänge, Richtungswechsel und Öffnungen wirken einfach, doch jeder Schritt bestimmt neu, was man als Nächstes sieht. Der Bau kopiert die Geschichte nicht unmittelbar. Er bewahrt die Geometrie, die Achsen und die Beziehung zur Landschaft und lässt daraus eine neue Architektur wachsen.

An diesem Tag sah ich Simone Deckers Prototype pour un espace infini. Der silberne Raum schien zusammengefaltet zu sein; seine Oberfläche bestand aus vielen verspiegelten Winkeln. Wenn er sich öffnet, lassen die Spiegel einen begrenzten Raum immer weiter reflektieren. Ein Zimmer von nur wenigen Metern scheint visuell kein Ende mehr zu haben. Zusammengefaltet wird es wieder zu einem komprimierten Objekt. Zwischen endlich und unendlich liegt nur die Bewegung des Entfaltens.

Dieses Werk blieb mir lange im Gedächtnis. Damals dachte ich eigentlich über die Ausdehnung des Inneren nach. Der Zustand eines Menschen kann zusammengedrückt und gefaltet werden; er kann sich auch wieder strecken. Entscheidend ist, wie viel Spannung gerade noch vorhanden ist und ob man die nächste Entfaltung aushält. Durchgänge, Überschreitungen, Falten, Öffnen und Neuordnen sind Begriffe aus Architektur und Skulptur, aber sie beschrieben meine damalige Lage ebenso gut.

Auch das Gelände des Mudam hat etwas Ähnliches erlebt. Die Festung verlor ihre militärische Aufgabe, doch ihre Geschichte hörte nicht auf; sie wurde Teil des Gedächtnisses der Stadt. Kirchberg wandelte sich vom Ackerland zum europäischen Verwaltungsviertel, zu dem später Museum, Konzerthalle, Parks und Kunst im öffentlichen Raum hinzukamen. Die Stadt faltet ihre Geschichte immer wieder und öffnet sie zu einer neuen Fassung. Deckers Zimmer tut etwas Vergleichbares: Durch Spiegelungen erhält ein begrenztes Volumen eine andere Ausdehnung. Vielleicht versuchte ich an jenem Tag dasselbe.

Später wurde ich tatsächlich in den Studiengang aufgenommen. Noch später kehrte das Projekt SUSBUS für eine Aufführung ins Mudam zurück. Ein Ort, den ich zunächst nur auf einer Exkursion besucht hatte, wurde einige Jahre danach zur Bühne meiner eigenen Arbeit. Das Leben ist manchmal seltsam. Was sich im Augenblick wie ein kurzer Besuch anfühlt, kann sich später als Anfang eines Weges erweisen.

Wenn ich heute auf das Jahr 2013 zurückblicke, verstehe ich meine damalige Angst kaum noch als Stillstand. Sie glich eher Simone Deckers zusammengefaltetem Raum. Der Raum und seine Möglichkeiten waren noch da, nur vorübergehend auf ein sehr kleines Volumen verdichtet.

Wenn das Leben sich faltet, verschwindet der Raum nicht unbedingt. Das Gerüst verändert seine Winkel; die Glieder schmerzen, während sie sich neu ordnen. Hat sich die neue Struktur langsam eingespielt, kann sie sich wieder öffnen und vielleicht weiter reichen als zuvor.

城市‧土地‧文化敘事(五十八) Vitra 收藏一座博物館

Vitra,收藏一座博物館


一趟去 Vitra Design Museum 的旅程,到底要走多遠,又會遇見誰,最後和誰一起走完,其實我已經記不太清楚。只記得那些年旅行,很容易在火車上、街道上,甚至只是問路的幾句交談裡認識新的朋友。人在遠方,好像心也會跟著打開一些,可以接納的事物,也就變得更寬廣。博物館收藏物件,而旅行收藏故事。那些看過的建築、遇見的人、走過的城市,時間久了也會蒙上一層灰,所以偶爾還是要重新拿出來擦一擦,看看當年的自己究竟看見了什麼。


2013 年,我特地去了巴塞爾。那是一座貼著德國、法國與瑞士邊界生活的城市,邊境在這裡很具體,又很日常。當年我對車站分區、海關與邊境設施留下很深印象,曾經用來區隔國家的設施還留在那裡,人卻早已自由穿越。另一個很現實的印象就是瑞士物價真的很高,於是跨過邊界到德國採買,也成了生活的一部分。國境在地圖上是一條線,對住在這裡的人來說,可能只是每天開車經過的一段道路。這樣的地方很有意思,文化、消費、城市甚至設計,都會在邊界上彼此交換。


但我到這裡真正的目的,還是 Vitra。那時候一直想弄清楚一件事,為什麼一張椅子、一件家具,可以被推到設計史的位置,甚至賣到學生時代的我根本難以想像的價格。價格背後到底收藏了什麼?設計、材料、品牌、歷史,還是一整套觀看世界的方法?走進 Vitra Campus 後,我才慢慢發現,這家公司真正有趣的地方,可能就在於它願意把企業園區變成一個長期的建築實驗場。各種完全不同性格的建築被放在同一塊土地上,彼此競爭,也彼此刺激。連 Zaha Hadid 的消防站這類高度實驗性的建築,都成為這場實驗的一部分。空間好不好用,有時候會受到質疑,可是它提出了一個新的問題,也讓後來的人知道建築還可以往哪裡走。

這也讓我重新理解家具。當建築開始變得如此自由、怪異,甚至難以預測,家具也必須找到自己在空間裡的位置。某些建築需要家具去安定尺度,有些空間則靠一件物件建立人的中心。所謂「家具是空間的靈魂」,走到這裡反而變得很具體。Vitra 也沒有把自己處理成一般工廠觀光,整個參觀、導覽、建築、收藏與品牌歷史,都被安排成一套完整的觀看方式。企業開始收藏建築,也收藏家具,最後連那些原本屬於工業生產的產品,都進入博物館、學校與設計史。

我那時才慢慢明白,真正難以複製的,也許就是這種長時間累積的企業精神。產品可以仿,造型可以學,甚至材料與技術都可能被追上,但一家公司願不願意幾十年持續邀請不同的人進來實驗,願不願意把失敗也留在自己的歷史裡,這種視野很難快速複製。


學生時代的我,看到 Vitra 的價格,連一塊邊角料都覺得離自己很遠。可是收藏這件事很奇怪,當時買不起,反而會變成一種動力。也許有一天,可以買下一把真正喜歡的經典椅子。

現在回頭看,我想收藏的早已不只是一把椅子。我真正收藏下來的,是那一次跨過邊界的旅程,是那些建築帶來的疑問,是對設計價值第一次產生的懷疑,也是年輕時站在那些昂貴家具前,心裡偷偷留下的一點野心。

博物館收藏物件,人則收藏自己曾經相信過的世界。


Vitra: Ein Museum sammeln


Wie weit war der Weg zum Vitra Design Museum? Wem begegnete ich unterwegs, und mit wem ging ich ihn schließlich zu Ende? Genau weiß ich es heute nicht mehr. Ich erinnere mich aber daran, wie leicht ich in jenen Jahren auf Reisen neue Freunde kennenlernte: im Zug, auf der Straße oder durch ein paar Worte beim Fragen nach dem Weg. In der Ferne öffnete ich mich wohl ein wenig mehr, und damit wurde auch das größer, was ich aufnehmen konnte. Museen sammeln Dinge, Reisen sammeln Geschichten. Die Bauwerke, Menschen und Städte von damals setzen mit der Zeit Staub an. Hin und wieder muss ich sie hervorholen und abwischen, um zu sehen, was ich damals eigentlich wahrgenommen habe.

2013 fuhr ich eigens nach Basel. Das Leben dieser Stadt spielt sich dicht an den Grenzen zu Deutschland und Frankreich ab. Die Grenzen sind dort zugleich greifbar und alltäglich. Die verschiedenen Bereiche des Bahnhofs, die Zollanlagen und die Einrichtungen an der Grenze hinterließen bei mir einen starken Eindruck. Was früher Länder voneinander trennte, stand noch da, während die Menschen längst frei hindurchgingen. Ein anderer, sehr handfester Eindruck waren die hohen Preise in der Schweiz. Zum Einkaufen die Grenze nach Deutschland zu überqueren, gehörte deshalb zum Alltag. Auf einer Karte ist die Staatsgrenze eine Linie; für die Menschen vor Ort ist sie vielleicht nur ein Stück Straße auf dem täglichen Weg. Solche Orte finde ich spannend: Kultur, Konsum, Stadtleben und selbst Design werden über die Grenze hinweg ausgetauscht.

Mein eigentlicher Grund für die Reise war jedoch Vitra. Damals wollte ich verstehen, warum ein Stuhl oder ein Möbelstück einen Platz in der Designgeschichte erhalten und einen Preis erreichen kann, den ich mir als Student kaum vorstellen konnte. Was steckt in diesem Preis? Gestaltung, Material, Marke, Geschichte oder eine ganze Art, die Welt zu sehen? Auf dem Vitra Campus begriff ich langsam, dass eine der interessantesten Entscheidungen des Unternehmens darin lag, sein Gelände zu einem langfristigen Experimentierfeld für Architektur zu machen. Bauten mit völlig unterschiedlichen Charakteren stehen auf demselben Grundstück, treten in Konkurrenz und regen einander an. Selbst ein so experimentelles Gebäude wie die Feuerwache von Zaha Hadid gehört zu diesem Versuch. Über seine Nutzbarkeit kann man streiten, doch es stellte eine neue Frage und zeigte späteren Generationen, wohin Architektur noch gehen könnte.

Das veränderte auch mein Verständnis von Möbeln. Wenn Architektur so frei, eigentümlich und unberechenbar wird, müssen Möbel ihren Platz im Raum neu finden. Manche Bauten brauchen sie, um einen menschlichen Maßstab herzustellen; in anderen Räumen schafft ein einzelnes Objekt einen Mittelpunkt. Die Vorstellung, Möbel seien die Seele eines Raumes, wurde hier plötzlich sehr konkret. Vitra hatte Besichtigung, Führungen, Architektur, Sammlung und Markengeschichte zu einer zusammenhängenden Art des Sehens verbunden, statt den Campus wie eine gewöhnliche Fabrikführung zu behandeln. Ein Unternehmen begann, Architektur und Möbel zu sammeln. Schließlich gelangten Produkte, die einst zur industriellen Fertigung gehörten, in Museen, Schulen und die Designgeschichte.

Erst damals verstand ich allmählich, dass vielleicht gerade dieser über lange Zeit gewachsene Unternehmensgeist am schwersten zu kopieren ist. Produkte lassen sich nachahmen, Formen übernehmen; selbst Materialien und Techniken kann man irgendwann einholen. Ob ein Unternehmen aber über Jahrzehnte unterschiedliche Menschen zum Experimentieren einlädt und auch gescheiterte Versuche in seiner Geschichte bewahrt, lässt sich nicht schnell reproduzieren.

Als Student erschienen mir die Preise bei Vitra so hoch, dass selbst ein Stück Verschnitt unerreichbar wirkte. Doch Sammeln ist seltsam: Was ich mir damals nicht leisten konnte, wurde zu einem Antrieb. Vielleicht könnte ich eines Tages einen klassischen Stuhl kaufen, den ich wirklich liebe.

Heute sehe ich, dass ich längst mehr als einen Stuhl sammeln wollte. Geblieben sind die Reise über die Grenze, die Fragen, die jene Bauten aufwarfen, meine ersten Zweifel daran, wie der Wert von Design entsteht, und der kleine Ehrgeiz, den ich als junger Mann vor den teuren Möbeln heimlich in mir trug.

Ein Museum sammelt Dinge. Ein Mensch sammelt die Welten, an die er einmal geglaubt hat.

城市‧土地‧文化敘事(五十七)追逐朗香教堂,追逐光

追逐朗香教堂,追逐光


光不待人。那時候的我好像也是一樣,心裡總有一種很急的感覺,覺得前面還有很多地方要去,很多東西想看,很多事情要趕快完成。那大概是學院畢業後替自己安排的一趟遠行,也像是告別之前的一次整理。每一趟旅行都是學習,只是代價也不小,時間、金錢、體力,還有對未來的不確定。那時候其實也不知道下一步到底會走到哪裡,但既然都已經走到這裡了,就只能繼續往前。現在回頭看,我那時候好像一直在追逐一些東西,追逐城市,追逐建築,也追逐光。


學建築的人大概很難完全避開柯比意。那些書裡看過很多次的圖面、比例、窗洞、混凝土,久了之後反而會有一種距離感。你知道它很重要,也知道它影響很大,可是如果沒有真的走進去,很多東西還是停在紙上。所以朗香教堂一直在我的清單裡,再遠都想去看一次。那趟路現在已經有點記不清楚到底換了幾次車,只記得應該是在 Freiburg 待了一晚,隔天再往法國方向走,慢慢進到 Ronchamp。離開德國邊界後,城市開始變小,窗外也慢慢變成田野、森林和小鎮。真正讓我記住的,反而是最後那段上山的路。它沒有因為山頂放著一座世界知名的建築,就被整理成很漂亮的觀光大道,還是一條很普通的森林小路,安安靜靜的。路上的指標也很簡單,一塊木牌,上面刻著教堂的線稿,沒有太多文字,好像也沒有特別想告訴你,前面就是建築史上的經典。


我很喜歡那種感覺,一切都很收斂。途中經過一戶人家,一位老奶奶還很自然地幫我指路。那個畫面我一直記得。對我來說,朗香可能是一生特地安排一次的建築朝聖,但對她來說,這大概就是每天生活旁邊的一座山、一條路、一棟建築。世界把它當作經典,地方的人只是跟它一起生活。


我到得很早,九點以前就已經在門口,但大門還沒開,只能站在外面等。其實等待也滿有意思的,你都已經走這麼遠了,最後卻只能隔著門看著裡面,那個期待反而被拉得更長。等到真正進去之後,最讓我留下印象的,其實也不是它那個大家都認得的外型,而是光。朗香裡面的光很安靜,沒有很亮,也沒有很強烈,大部分只是從厚牆裡那些大小不一的窗洞慢慢進來,再落在白色牆面上。有些光帶著紅色、黃色,祭壇附近的光尤其柔,像一層淡淡的紅暈停在牆上。你進去的時候,眼睛其實要先習慣黑暗,過一陣子才會慢慢看到那些微弱的光。我那時候就在裡面走來走去,有時候坐一下,有時候只是站著看牆。我也是到那個時候才真的理解,為什麼厚牆會那麼重要。牆越厚,窗洞越深,光走進來的距離越長,它就不只是亮度,而是變成一種有重量、有方向的東西。

後來我在一些建築裡,也有再看到類似的感受。像台南藝術大學漢寶德紀念館,或台東東工的教堂,都會讓我想到朗香。其實材料可以很簡單,空間也不用太複雜,只要一道光的位置對了,人的注意力就會被帶走。在朗香裡,大部分的人也會自然安靜下來,有人禱告,有人低頭,有人只是坐著休息。沒有誰要求大家閉嘴,但走進去之後,你就是會自己把聲音放小。我也是一樣。室內真正亮的地方很少,外面的陽光從縫隙和窗口慢慢進來,祭壇上可能就一點點燭光,可是因為周圍夠暗,那一點光就很有力量。人的眼睛會自動看過去,心好像也會跟著慢下來。那時候我很直接地感覺到,光真的可以控制情緒,或者至少可以改變一個人的狀態。建築沒有說話,但它用明暗、厚度、距離、聲音,慢慢改變你在裡面的行為。

我那天拍了很多照片,牆、屋頂、窗、祭壇、路徑、光線,什麼都想留下來。可是多年後再回頭看,真正記得的反而不是那些造型。照片可以把形狀留下來,但感受很難完整保存。因為我畢竟沒有住在那裡,我不知道下雨時是什麼樣子,也不知道冬天積雪之後會變成什麼樣子,更不知道住在附近的人看了幾十年之後,對這座建築還有沒有什麼特別感覺。我們這種短暫到訪的人,其實很容易一直想去解讀形式、比例、材料、空間,想把裡面的密碼全部拆開。可是後來我也會想,也許沒有那麼多密碼。它就是一個空間,你走進去,坐下來,看著一道光落在牆上,聽見腳步聲慢慢變小,然後身體自然知道該怎麼待在那裡,這樣也就夠了。


後來看更多朗香的資料,從戰爭破壞、重新委託,到施工、修復,我才越來越覺得,一件能留下很久的作品,從來都不是一個建築師單獨完成的。它需要很多人,需要宗教團體、工程師、工匠、地方居民,也需要時代剛好提供那個條件。很多時候,真的是時代成就一位建築師。我們最後記住的是柯比意的名字,可是一棟建築真正落到土地上,背後其實有很多人的願力。那些修建過程、爭論、施工痕跡,甚至後來一次又一次的修復,可能都跟建築本身一樣重要。經典也不是完工那一天就成為經典,它要被使用、被爭論、被修復,還要被一代又一代的人重新看一次。

現在再回頭看,那趟追朗香的旅程,表面上好像只是去看一棟大師建築,可是我覺得自己那時候追的其實是一種安靜。剛好那個階段的我也在一個轉折裡,前面的路不太清楚,所以才會對那一點微弱的光記得那麼深。多年以後再翻照片,記憶會自己替當年的畫面重新配上一段樂章,當然裡面也有很多現在的我加回去的感受。可是有些地方就是這樣,你只去過一次,很多年之後,它還是會自己亮起來。

我原本以為自己千里迢迢去朗香,是為了看一棟建築。後來留下來的,是一道光。也是那段曾經很急著往前走的人生。


Auf der Suche nach der Kapelle von Ronchamp, auf der Suche nach dem Licht


Das Licht wartet auf niemanden. Damals hatte ich wohl eine ähnliche Eile in mir. Vor mir lagen noch so viele Orte, so vieles, das ich sehen und erledigen wollte. Vielleicht war diese weite Reise nach meinem Abschluss an der Akademie auch ein Versuch, vor dem Abschied einen Lebensabschnitt zu ordnen. Jede Reise war eine Lektion, kostete aber Zeit, Geld, Kraft und ein Stück Gewissheit über die Zukunft. Ich wusste nicht, wohin mich der nächste Schritt führen würde. Da ich schon so weit gekommen war, konnte ich nur weitergehen. Rückblickend war ich ständig auf der Suche: nach Städten, nach Bauwerken und nach Licht.

Wer Architektur studiert, kommt an Le Corbusier kaum vorbei. Seine Pläne, Proportionen, Fenster und Betonflächen hatte ich in Büchern so oft gesehen, dass eine gewisse Distanz entstand. Ich wusste, wie wichtig sein Werk war und welchen Einfluss es hatte. Solange ich es nicht selbst betreten hatte, blieb vieles jedoch auf dem Papier. Deshalb stand die Kapelle von Ronchamp lange auf meiner Liste. So weit sie auch entfernt war, ich wollte sie einmal sehen. Wie oft ich auf dieser Reise umsteigen musste, weiß ich heute nicht mehr genau. Vermutlich verbrachte ich eine Nacht in Freiburg, fuhr am nächsten Tag Richtung Frankreich weiter und erreichte allmählich Ronchamp. Hinter der deutschen Grenze wurden die Orte kleiner; draußen zogen Felder, Wälder und Dörfer vorbei. Am stärksten blieb mir der letzte Weg bergauf in Erinnerung. Obwohl oben ein weltberühmtes Gebäude stand, war der Zugang keine herausgeputzte Touristenstraße. Es war ein ganz gewöhnlicher, stiller Waldweg. Auch die Wegweiser waren schlicht: ein Holzschild mit einer Linienzeichnung der Kapelle und kaum Text. Nichts verkündete groß, dass dort ein Klassiker der Architekturgeschichte wartete.

Diese Zurückhaltung gefiel mir. Unterwegs zeigte mir eine ältere Frau vor ihrem Haus ganz selbstverständlich den Weg. An dieses Bild erinnere ich mich bis heute. Für mich war Ronchamp vielleicht eine architektonische Pilgerreise, die man einmal im Leben unternimmt. Für sie waren es wohl einfach ein Berg, ein Weg und ein Gebäude in ihrer täglichen Umgebung. Die Welt nennt es einen Klassiker; die Menschen vor Ort leben einfach mit ihm.

Ich war früh da, noch vor neun Uhr, doch das Tor war geschlossen und ich musste draußen warten. Auch dieses Warten hatte etwas für sich. Nach einer so langen Anreise konnte ich nur durch das Tor schauen, wodurch die Erwartung noch etwas länger anhielt. Drinnen blieb mir vor allem das Licht im Gedächtnis, stärker als die vertraute äußere Form. Das Licht in Ronchamp ist still, weder besonders hell noch aufdringlich. Meist dringt es langsam durch verschieden große Öffnungen in den dicken Wänden und fällt auf die weißen Flächen. Manches Licht trägt Rot oder Gelb in sich; am Altar liegt ein besonders sanfter rötlicher Schimmer auf der Wand. Die Augen müssen sich zuerst an die Dunkelheit gewöhnen. Erst nach einer Weile werden die schwachen Lichter sichtbar. Ich ging umher, setzte mich hin und schaute manchmal einfach nur auf die Wände. Erst dort verstand ich wirklich, warum ihre Dicke so wichtig ist. Je dicker die Wand, desto tiefer die Öffnung und desto länger der Weg des Lichts in den Raum. Es wird mehr als Helligkeit und scheint Gewicht und Richtung zu bekommen.

Später begegnete mir ein ähnliches Gefühl auch in anderen Gebäuden, etwa im Han-Pao-teh-Gedenkmuseum der Tainan National University of the Arts oder in einer Kapelle der National Taitung Industrial Vocational High School. Sie erinnern mich an Ronchamp. Materialien können einfach sein, ein Raum muss nicht kompliziert sein: Wenn ein Lichtstrahl an der richtigen Stelle einfällt, lenkt er die Aufmerksamkeit. In Ronchamp wurden die meisten Menschen von selbst still. Manche beteten, manche senkten den Kopf, andere saßen einfach da und ruhten sich aus. Niemand verlangte Ruhe, doch beim Eintreten sprachen wir automatisch leiser. Ich auch. Im Inneren gibt es nur wenige wirklich helle Stellen. Sonnenlicht dringt durch Fugen und Fenster ein, am Altar stehen vielleicht einige Kerzen. Weil es ringsum dunkel ist, hat dieses kleine Licht eine große Kraft. Der Blick wandert dorthin und die Gedanken werden langsamer. Ich spürte unmittelbar, dass Licht die Stimmung eines Menschen oder zumindest seinen inneren Zustand verändern kann. Das Gebäude sprach nicht, aber durch Hell und Dunkel, Wandstärke, Abstand und Geräusche veränderte es allmählich unser Verhalten.

An jenem Tag fotografierte ich viel: Wände, Dach, Fenster, Altar, Wege und Licht. Ich wollte alles festhalten. Doch Jahre später sind es nicht die Formen, an die ich mich am stärksten erinnere. Ein Foto kann eine Gestalt bewahren, aber ein Erlebnis nur schwer vollständig. Ich habe dort nie gelebt. Ich weiß nicht, wie die Kapelle im Regen oder nach dem ersten Winterschnee aussieht, und auch nicht, wie Menschen aus der Nachbarschaft sie nach Jahrzehnten wahrnehmen. Als kurze Besucher wollen wir oft Form, Proportionen, Material und Raum entschlüsseln, als ließen sich alle Geheimnisse zerlegen. Später fragte ich mich, ob es überhaupt so viele Geheimnisse gibt. Man geht hinein, setzt sich, sieht einen Lichtstrahl auf der Wand und hört, wie Schritte leiser werden. Der Körper weiß plötzlich, wie er sich dort aufhalten soll. Vielleicht reicht das schon.

Als ich später mehr über Ronchamp las, über die Zerstörung im Krieg, die neue Beauftragung, den Bau und die Restaurierungen, wurde mir immer klarer: Ein Werk, das lange Bestand hat, entsteht nie durch einen Architekten allein. Es braucht eine religiöse Gemeinschaft, Ingenieure, Handwerker, Anwohner und die passenden Bedingungen einer Epoche. Oft ermöglicht erst die Zeit einen Architekten. Wir erinnern uns an den Namen Le Corbusier, doch hinter einem Gebäude, das auf diesem Boden steht, liegt die Hingabe vieler Menschen. Der Wiederaufbau, die Auseinandersetzungen, Spuren der Arbeit und wiederholte Restaurierungen sind womöglich ebenso wichtig wie das Gebäude selbst. Ein Klassiker wird nicht am Tag seiner Fertigstellung zum Klassiker. Er muss genutzt, diskutiert, repariert und von jeder Generation neu betrachtet werden.

Heute erscheint diese Reise nach Ronchamp vielleicht wie ein Besuch bei einem Meisterwerk. Ich glaube, ich suchte damals auch eine gewisse Stille. Ich befand mich an einem Wendepunkt und kannte den Weg vor mir nicht. Vielleicht blieb mir deshalb jenes schwache Licht so tief in Erinnerung. Wenn ich Jahre später die Fotos anschaue, gibt die Erinnerung den Bildern eine neue Melodie; manches Gefühl hat mein heutiges Ich gewiss hinzugefügt. Doch manche Orte besucht man nur einmal, und viele Jahre später beginnen sie im Gedächtnis wieder zu leuchten.

Ich dachte, ich sei so weit nach Ronchamp gereist, um ein Gebäude zu sehen. Geblieben ist ein Lichtstrahl. Und die Erinnerung an eine Zeit meines Lebens, in der ich es so eilig hatte, voranzukommen.