Walhalla山上的名人堂,誰塑造我們的記憶
有些建築真正值得書寫的地方,從來不只在建築本身。柱子多高、空間多大、使用什麼樣的石材,這些當然重要;但走到某些紀念性建築面前,我更想知道的是:為什麼它會出現在這塊土地上?為什麼有人願意花費如此龐大的資源,將一座建築放在這裡?它究竟想讓誰看見,又希望人們記得什麼?Walhalla 就是一個很好的例子。
它位在雷根斯堡東方、Donaustauf 上方的山坡,俯視著多瑙河。遠遠看去,一座幾乎像從雅典搬來的希臘神殿停在山頂。白色石材、巨大的多立克柱列、層層抬高的基座,與河谷、森林、農田形成強烈對比。它沒有藏在城市裡,也沒有靠近日常生活最密集的地方,而是刻意離開城市,把自己放到遠方。這個「遠」,反而成為它最重要的空間條件。
如果從今天的公共性來看,我甚至會懷疑它。這樣的位置並不親民;在十九世紀的交通條件下,多數普通人不可能像今天的觀光客一樣輕易抵達。它是一座為「人民」建立的民族紀念空間,卻與人民的日常生活保持相當大的距離。這本身就是一個有趣的矛盾。但換個角度看,這個距離或許正是建築需要的。它需要離開市場、住宅、街道與商業活動,需要被抬高,需要讓人從遠方看見,也需要人花費一些力氣才能抵達。因為它所追求的從來不是日常,而是一種近乎神聖的精神位置。
從東方文化對土地的觀看方式來說,這甚至可以理解成一個極好的「風水位置」:背山、面水、視野開闊。山下是多瑙河,視線可以沿著河谷延伸到非常遠的地方。它不需要進入人群,因為它本來就想成為被仰望的東西。如果把它理解成墓園、紀念碑,甚至一座巨大的集體墓碑,這種選址其實相當合理。只是 Walhalla 裡沒有墳墓,也沒有遺體;它紀念的是一群被挑選出來的人,以及他們被建構出的精神形象。因此,它更像是一座「沒有亡者的墓園」。
1842 年完成的 Walhalla,源自路德維希一世在十九世紀初開始思考的一個問題:德語世界究竟如何建立共同認同?當時,我們今天所理解的德國甚至還不存在。神聖羅馬帝國在拿破崙戰爭後解體,德語地區分散在不同王國、公國與自由城市之中,「德國人」仍是一個正在形成中的概念。於是,建築在這裡被賦予了一項巨大的任務:替一個還沒有真正成為國家的共同體,先建立共同記憶。
這也是我觀看許多紀念性空間時一直感到有趣的地方。在戰爭、失敗、政權轉換或社會巨變之後,統治者經常需要重新組織人的心理。也許是鼓勵人民重新站起來,也許是建立國家認同,也許是重新包裝一段失敗的歷史,也可能只是為自己的政治意志留下紀念。這些動機經常混在一起,很難真正拆開。我們今天看一座宏偉紀念碑,很容易相信它代表某種共同理想;但在它形成的那一刻,也可能只是某位統治者的政治工程、文化野心、政績,甚至是一種極其龐大的自我投射。這並不使建築失去價值,反而讓它更值得研究,因為公共記憶本來就很少純粹,其中總是同時存在理想、權力、虛榮、信念與控制。
Walhalla 更奇特的地方,是它想要討論「德意志民族」,最後卻選擇了一座希臘神殿作為外貌。第一次看到它時,這件事情其實很荒謬:如果想建立民族認同,為什麼沒有尋找一種更接近德語地區自身歷史的建築形式?當時並不是沒有選項。中世紀哥德式建築正在十九世紀民族浪漫主義裡被重新發現,科隆大教堂也逐漸成為德國民族統一的重要象徵。城堡、教堂、森林、騎士與中世紀城市,都能夠被拿來構築所謂的「德意志性」。但路德維希一世與建築師 Leo von Klenze 最終選擇了希臘。
這個選擇也許說明了一件更深的事情:他們真正想建立的,不只是「我們是德國人」,還想宣告「我們也是文明」。如果希臘被十九世紀歐洲想像成哲學、藝術、民主思想與西方文明的重要源頭,那麼把德語世界的作家、哲學家、科學家、君王與藝術家放進一座希臘神殿,就等於把這些人送進一座文明的萬神殿。形式來自希臘,名字卻來自日耳曼神話的 Valhalla;裡面放的是德語世界被選中的人物,建造它的是巴伐利亞國王,腳下又是一條從德國一路流向東歐的多瑙河。如此拼接之後,我反而覺得它非常準確地描述了十九世紀初的德國,因為那時候的德國身份本來就是一個尚未完成的拼圖。
走進建築之後,這種「被編輯的歷史」變得更加明顯。內部沒有今天博物館常見的大量檔案、文件、影片或歷史解釋,最直接的主角就是一尊又一尊大理石半身像,以及刻有名字的紀念牌。人被抽離原來的生活,只剩下臉。一個人的思想、矛盾、失敗、性格以及所處時代,最後被濃縮成一尊安靜的大理石頭像。這件事情本身非常暴力,也非常藝術。
我站在那些雕像面前時,反而產生另一個疑問:幾百年前的人究竟長什麼樣子?雕塑家到底依據什麼創作?有些人物可能留下正式肖像、版畫、繪畫,甚至死亡面具;更早期的人物則只能依靠後世圖像、歷史傳統與藝術家的推測。於是,我們今天看到的「歷史人物」,其實多少都經過藝術家的重新建構。有些神情平靜,有些嚴肅,有些近乎威嚴。這些表情究竟屬於本人,還是後世希望他成為的樣子?
這對我來說很有意思。因為當一個雕塑家重新塑造某個歷史人物時,他同時也在製造我們今天對這個人物的記憶。這時,藝術已經開始介入歷史,而權力又再度介入藝術:誰有資格被放進這座神殿?誰決定他的形象?誰被留下?誰被省略?於是,所謂「名人堂」其實從來不是歷史本身,而更像是一套被選擇過的歷史。
回頭想想,我當時特地走到這裡,更多是一種旅行中的好奇:為什麼多瑙河旁會突然出現這樣一座神殿?為什麼它如此巨大?為什麼它長得像希臘?為什麼裡面放著德國人的雕像?有時候旅行就是這樣,先看到一個奇怪的東西,才開始追問它存在的原因。
真正感興趣的是一座紀念性建築究竟如何與土地發生關係:一段路徑如何改變人的心理,山勢如何讓建築獲得權力,河流如何替歷史建立尺度,統治者如何借助藝術重新組織集體記憶,以及一個人如何在幾百年之後,再次走進別人安排好的歷史裡。
也許這才是我從 Walhalla 帶回來最重要的東西。我沒有必要完全接受它所建立的民族敘事,甚至可以懷疑它:懷疑它的政治目的、公共性、所選擇的人,也懷疑這座巨大希臘神殿究竟與普通人的生活有多少關係。但正是這些懷疑,讓這座建築開始變得有意思。因為真正值得學習的,也許從來不是如何再蓋一座偉大的紀念碑,而是理解一座建築如何透過土地、距離、視線、形式與人的身體移動,把一個抽象的思想變成可以被感受到的空間。
Walhalla 把一個當時還沒有真正存在的「德國」,先放到了山頂,讓人從多瑙河遠遠看見,再一步一步走上去。而當人終於站到神殿前方時,那個原本只存在於政治與文化想像裡的共同體,也就暫時獲得了一個具體的形狀。
Die Ruhmeshalle auf dem Walhalla-Berg: Wer formt unsere Erinnerung?
Was manche Gebäude wirklich erzählenswert macht, liegt weit jenseits des Bauwerks selbst. Säulenhöhe, Raumgröße und Steinwahl sind wichtig. Vor bestimmten Denkmälern frage ich jedoch, warum sie auf diesem Land entstanden, warum jemand enorme Mittel aufwandte, um hier zu bauen, wer sie sehen sollte und woran Menschen sich erinnern sollten. Walhalla ist dafür ein gutes Beispiel.
Sie liegt oberhalb von Donaustauf östlich von Regensburg und blickt auf die Donau. Aus der Ferne scheint ein aus Athen versetzter griechischer Tempel auf dem Berg zu ruhen. Weißer Stein, monumentale dorische Säulen und der gestufte Sockel kontrastieren mit Flusstal, Wald und Feldern. Das Gebäude verbirgt sich nicht in der Stadt und nähert sich nicht ihrem Alltag. Es verlässt die Stadt bewusst und stellt sich in die Ferne. Dieses Fernsein wird zu seiner wichtigsten räumlichen Bedingung.
Aus heutiger Sicht der Öffentlichkeit könnte man daran zweifeln. Der Ort ist wenig zugänglich; unter den Verkehrsbedingungen des neunzehnten Jahrhunderts konnten gewöhnliche Menschen ihn kaum so leicht erreichen wie heutige Touristen. Ein Nationaldenkmal für das ‘Volk’ hielt großen Abstand zu dessen Alltag. Das ist ein spannender Widerspruch. Vielleicht brauchte das Gebäude jedoch genau diese Entfernung. Es musste Markt, Wohnen, Straße und Handel verlassen, erhöht und weithin sichtbar sein und Anstrengung verlangen. Sein Ziel war nicht der Alltag, sondern eine beinahe sakrale geistige Position.
Aus einer östlichen Lesart des Landes könnte man sogar von einer hervorragenden Feng-Shui-Lage sprechen: Rücken zum Berg, Blick auf das Wasser, weite Aussicht. Unten fließt die Donau, der Blick reicht weit ins Tal. Das Gebäude muss nicht in die Menge eintreten, weil es angeblickt werden will. Als Friedhof, Denkmal oder riesiger gemeinsamer Grabstein erscheint die Wahl folgerichtig. Doch Walhalla enthält weder Gräber noch Leichname. Sie erinnert an ausgewählte Menschen und an konstruierte geistige Bilder. So wirkt sie wie ein Friedhof ohne Tote.
Die 1842 vollendete Walhalla entstand aus einer Frage, die Ludwig I. zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts beschäftigte: Wie konnte die deutschsprachige Welt eine gemeinsame Identität bilden? Deutschland in heutiger Form existierte noch nicht. Das Heilige Römische Reich war nach den Napoleonischen Kriegen zerfallen, die deutschsprachigen Gebiete auf Königreiche, Fürstentümer und freie Städte verteilt, und ‘die Deutschen’ waren noch ein werdender Begriff. Architektur erhielt daher eine gewaltige Aufgabe: einer Gemeinschaft gemeinsames Gedächtnis zu geben, bevor sie zum Staat geworden war.
Das interessiert mich an vielen monumentalen Räumen. Nach Krieg, Niederlage, Regimewechsel oder gesellschaftlichem Umbruch müssen Herrschende häufig die Psyche der Menschen neu ordnen: zum Wiederaufstehen ermutigen, nationale Identität schaffen, eine Niederlage neu verpacken oder den eigenen politischen Willen verewigen. Diese Motive überlagern sich. Ein großes Denkmal scheint ein gemeinsames Ideal zu verkörpern, kann ursprünglich jedoch politisches Projekt, kultureller Ehrgeiz, Leistungsnachweis oder enorme Selbstprojektion eines Herrschers gewesen sein. Das mindert den Wert der Architektur nicht. Es macht sie erforschenswert, denn öffentliches Gedächtnis ist selten rein; Ideal, Macht, Eitelkeit, Überzeugung und Kontrolle bestehen zugleich.
Noch merkwürdiger ist, dass Walhalla die deutsche Nation behandeln wollte, aber die Gestalt eines griechischen Tempels annahm. Beim ersten Anblick erschien mir das absurd. Warum wählte man für nationale Identität keine Bauform aus der Geschichte der deutschsprachigen Regionen? Möglichkeiten gab es. Die mittelalterliche Gotik wurde in der nationalen Romantik wiederentdeckt, der Kölner Dom zum Symbol der Einigung. Burgen, Kirchen, Wälder, Ritter und mittelalterliche Städte konnten ‘Deutschtum’ konstruieren. Ludwig I. und Leo von Klenze wählten dennoch Griechenland.
Darin zeigt sich vielleicht ein tieferer Anspruch. Sie wollten nicht nur sagen: ‘Wir sind Deutsche’, sondern auch: ‘Wir sind Zivilisation.’ Wenn Griechenland im neunzehnten Jahrhundert als Ursprung von Philosophie, Kunst, demokratischem Denken und westlicher Zivilisation galt, versetzte die Aufnahme deutschsprachiger Schriftsteller, Philosophen, Wissenschaftler, Herrscher und Künstler in einen griechischen Tempel sie in ein Pantheon der Zivilisation. Die Form kommt aus Griechenland, der Name aus der germanischen Mythologie, die Personen aus der deutschsprachigen Welt, der Bauherr ist der bayerische König, und darunter fließt die Donau nach Osteuropa. Diese Montage beschreibt das frühe neunzehnte Jahrhundert genau, denn deutsche Identität war selbst ein unvollendetes Puzzle.
Im Inneren wird diese redigierte Geschichte deutlicher. Es fehlen die umfangreichen Dokumente, Filme und Erläuterungen heutiger Museen. Die Hauptdarsteller sind Marmorbüsten und Namenstafeln. Menschen werden aus ihrem Leben gelöst, bis nur Gesichter bleiben. Denken, Widersprüche, Scheitern, Charakter und Epoche werden in einem stillen Marmorkopf verdichtet. Das ist zugleich gewaltsam und künstlerisch.
Vor den Skulpturen fragte ich mich, wie Menschen vor Jahrhunderten tatsächlich aussahen und worauf Bildhauer ihre Arbeit stützten. Manche hinterließen Porträts, Drucke, Gemälde oder Totenmasken. Frühere Figuren konnten nur aus späteren Bildern, Überlieferung und künstlerischer Vermutung entstehen. Die historischen Personen, die wir heute sehen, wurden also von Künstlern neu konstruiert. Manche wirken ruhig, andere streng oder beinahe majestätisch. Gehörten diese Ausdrücke den Personen, oder dem Bild, das spätere Generationen von ihnen wollten?
Wenn ein Bildhauer eine historische Person neu formt, produziert er zugleich unsere heutige Erinnerung an sie. Kunst greift in Geschichte ein, Macht wiederum in Kunst. Wer darf in diesen Tempel? Wer bestimmt das Bild? Wer bleibt, wer fehlt? Eine Ruhmeshalle ist nie die Geschichte selbst, sondern eine ausgewählte Geschichte.
Rückblickend führte mich vor allem Neugier hierher. Warum stand plötzlich ein Tempel an der Donau? Warum war er so groß? Warum sah er griechisch aus? Warum standen darin Skulpturen deutscher Persönlichkeiten? Reisen beginnt oft so: Zuerst sieht man etwas Seltsames, dann fragt man nach seinem Grund.
Mich interessiert, wie ein monumentales Gebäude mit dem Land in Beziehung tritt: wie ein Weg die Psyche verändert, wie der Berg dem Bau Macht verleiht, wie der Fluss Geschichte maßstäblich macht, wie ein Herrscher mithilfe der Kunst kollektives Gedächtnis neu ordnet und wie ein Mensch Jahrhunderte später eine von anderen eingerichtete Geschichte betritt.
Vielleicht ist das meine wichtigste Erfahrung aus Walhalla. Ich muss ihre nationale Erzählung nicht annehmen. Ich kann politische Absicht, Öffentlichkeit und Personenauswahl bezweifeln und fragen, wie viel dieser riesige griechische Tempel mit dem Leben gewöhnlicher Menschen zu tun hat. Gerade diese Zweifel machen ihn interessant. Zu lernen ist nicht, wie man ein weiteres großes Denkmal baut, sondern wie Architektur durch Land, Entfernung, Blick, Form und Körperbewegung einen abstrakten Gedanken in fühlbaren Raum verwandelt.
Walhalla setzte ein damals noch nicht wirklich bestehendes ‘Deutschland’ auf den Berg, machte es von der Donau aus sichtbar und ließ die Menschen Schritt für Schritt hinaufgehen. Wer schließlich vor dem Tempel stand, gab einer bis dahin nur politisch und kulturell vorgestellten Gemeinschaft vorübergehend eine konkrete Form.