Salzburg穿起戰袍
薩爾茲堡與月湖,都和我人生裡某些很深的時刻連在一起。現在回頭看,薩爾茲堡最重要的記憶,早已不只是旅行,也不只是城市本身。那裡和我的「戰袍」連在一起。那些來自阿爾卑斯山傳統服飾文化的衣服,後來陪著我參加很多重要會議、正式場合,也陪著我一次次走進需要表現自己、證明自己、保護自己的時刻。穿上它們,好像就會自然進入另一種狀態。那是一種門面,也是一種心理上的準備。領飾也是如此。那幾年我很喜歡這些東西,它們慢慢成為個性的一部分,也成為別人辨認我的方式。現在再把它們拿出來看,我會想好好感謝這些物件。它們陪著我走過的時間,早已比我當初買下它們時想像得更長。

城市的滋味到底是什麼?甜、膩,也可能帶著一點苦澀。回頭看照片,薩爾茲堡總是很好看,像一段被挑選過的精彩片段。莫札特、巧克力、城堡、教堂,都是這座城市很清楚的表面符號,可是在我的記憶裡,它們反而沒有成為最深的節點。我記得的,是每次再訪時幾乎都會去吃一次的 Salzburger Nockerl。由蛋白霜堆起來的甜點,蓬鬆得像山,也甜得有些過頭。奇怪的是,這種味道後來反而成為我辨認薩爾茲堡的方法。很多年後,照片裡的街道可能已經變得模糊,一口味道卻會把當時的空氣、同行的人、自己的心情一起叫回來。城市有時就是這樣被留下來的,不一定靠地標,更多時候靠一些很小的生活經驗。
Getreidegasse也是我很喜歡的一條線。這條三百多公尺長的街,把近九百年的商業、居住、工藝與地方身份壓縮在一起。狹長的街道穿過舊城,建築、店面、鐵製招牌、櫥窗和行人一層一層疊在裡面。我後來常常想,如果要替這座城市找一個身體上的比喻,Getreidegasse很像一條貫穿城市門面的領結。它把不同年代的薩爾茲堡綁在一起,也讓這座城市保持一種精緻、克制的形象。它很重要,卻不需要搶走整座城市的注意力。



也就是在這樣的城市裡,我開始理解那些阿爾卑斯傳統領飾為什麼會吸引我。Bavarian Trachtenverband對Krawattl的描述很有意思。早期山地服裝裡,男性會把一條Halsflor,也就是頸巾,繫在頸部,兩端有時甚至塞進吊帶,之後才逐漸發展成更小的Krawattl或Bindl。編織的皮革、布料、金屬滑扣、鹿角、植物紋樣,都只是很小的細節,可是全部放在一起,就開始形成一個人的樣子。我喜歡這種精緻的低調。它有符號、有個性、有差異,也知道怎麼退在整體裡。對我來說,它和一個人的門面很像,也和一座城市的門面很像。
後來我才慢慢理解,物件和身份其實會互相交換。最初是我選擇那些衣服與領飾,因為喜歡它們的樣子。穿久了之後,它們開始參與我怎麼看自己,也參與別人怎麼看我。每一次穿起戰袍,都像提醒自己要進入某種狀態。那是一種精神物,也有一點像魔法。它沒有真正改變事情,卻會把過去累積的經驗叫回來。那些會議、那些需要說服別人的場合、那些必須站穩自己位置的時刻,都慢慢留在衣服裡。現在回頭看,我真正想感謝的,大概就是這種陪伴。物件沒有說話,卻記得很多事。
Mondsee月湖的故事又完全不同。那裡是起點,也像休息站,和我前往學校、人生不同階段的轉換連在一起。我一直記得一次湖區旅行,和老師坐在船上長談。那大概是我和他最深的一次談話。他提醒我,一個人會發光,但要成為一個溫暖的太陽,不要成為一顆炙熱的火球。十幾年過去了,那一幕還是很清楚。湖面、船、山,還有那句話,一直留在我的生命裡。年輕的時候總想著怎麼發光,怎麼證明自己,怎麼讓自己看起來更強。走到現在,再回頭看那些領飾、那些戰袍、那些城市,我反而會想到另一件事。真正好的存在感,也許和那些傳統領飾一樣,不需要一直搶到最前面。它有自己的力量,也能讓身邊的人留下位置。


所以薩爾茲堡與月湖,在我記憶裡一直連在一起。一個讓我穿起戰袍,學會如何面對世界;一個讓我在湖面上停下來,重新想自己希望成為什麼樣的人。城市、物件與記憶最後都交疊在一起。很多年後,當初帶回來的從來不只有幾條領飾,也帶回了一部分後來的自己。
那幾條領飾,重要的日子我還是會拿出來。戰袍不給你力量,它把你已經建立的力量叫回來。 它保存的是一個人走進房間之前,決定先讓別人看見哪一塊的那個瞬間。
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Salzburg zieht sein Kampfgewand an
Salzburg und der Mondsee sind beide mit einigen sehr tiefen Augenblicken meines Lebens verbunden. Wenn ich heute zurückblicke, bestehen meine wichtigsten Erinnerungen an Salzburg längst nicht mehr nur aus Reisen oder der Stadt selbst. Dieser Ort ist mit meinem Kampfgewand verbunden. Kleidungsstücke aus der traditionellen Trachtenkultur der Alpen begleiteten mich später zu vielen wichtigen Besprechungen und formellen Anlässen. Sie waren jedes Mal bei mir, wenn ich in eine Situation ging, in der ich mich zeigen, beweisen oder schützen musste. Sobald ich sie anzog, gelangte ich scheinbar von selbst in einen anderen Zustand. Sie waren Fassade und psychologische Vorbereitung zugleich. Mit dem Halsschmuck war es ebenso. In jenen Jahren mochte ich diese Dinge sehr. Allmählich wurden sie Teil meiner Persönlichkeit und auch Teil der Art, wie andere mich erkannten. Wenn ich sie heute wieder hervorhole, möchte ich diesen Gegenständen aufrichtig danken. Sie begleiten mich schon viel länger, als ich beim Kauf je erwartet hatte.
Wie schmeckt eine Stadt eigentlich? Süß und üppig, vielleicht auch ein wenig bitter. Auf den Fotos sieht Salzburg immer schön aus, wie eine sorgfältig ausgewählte Glanzszene. Mozart, Schokolade, Festung und Kirchen sind klare Zeichen auf der Oberfläche der Stadt, doch in meiner Erinnerung wurden sie nicht zu den tiefsten Knotenpunkten. Ich erinnere mich an die Salzburger Nockerl, die ich bei fast jedem erneuten Besuch aß. Die aus Eischnee aufgetürmte Nachspeise ist luftig wie ein Berg und ein wenig zu süß. Seltsamerweise wurde gerade dieser Geschmack zu meiner Art, Salzburg wiederzuerkennen. Viele Jahre später können die Straßen auf den Fotos längst unscharf geworden sein, doch ein einziger Geschmack ruft die damalige Luft, die Menschen an meiner Seite und meine eigene Stimmung zurück. So bleibt eine Stadt manchmal erhalten: nicht unbedingt durch Wahrzeichen, sondern viel öfter durch kleine Erfahrungen des Alltags.
Auch die Getreidegasse ist eine Linie, die ich sehr mag. Auf etwas mehr als dreihundert Metern verdichtet sie beinahe neunhundert Jahre Handel, Wohnen, Handwerk und lokale Identität. Die schmale Straße zieht sich durch die Altstadt; Gebäude, Geschäfte, schmiedeeiserne Schilder, Schaufenster und Fußgänger liegen Schicht um Schicht darin. Später dachte ich oft, dass die Getreidegasse, wenn man für diese Stadt ein körperliches Bild suchen wollte, wie eine Fliege wäre, die sich über ihre Fassade spannt. Sie bindet Salzburgs verschiedene Zeiten zusammen und bewahrt zugleich ein feines, zurückhaltendes Erscheinungsbild. Sie ist wichtig, ohne die Aufmerksamkeit der ganzen Stadt für sich beanspruchen zu müssen.
In einer solchen Stadt begann ich zu verstehen, weshalb mich traditioneller alpiner Halsschmuck anzog. Die Beschreibung des Krawattls durch den Bayerischen Trachtenverband ist aufschlussreich. In frühen Gebirgstrachten trugen Männer einen Halsflor, also ein Halstuch, um den Hals; seine Enden wurden manchmal sogar unter die Hosenträger gesteckt. Daraus entwickelten sich allmählich das kleinere Krawattl oder Bindl. Geflochtenes Leder, Stoff, Metallschieber, Hirschhorn und Pflanzenmotive sind winzige Einzelheiten, doch gemeinsam formen sie das Erscheinungsbild eines Menschen. Ich mag diese kultivierte Zurückhaltung. Sie besitzt Zeichen, Persönlichkeit und Unterschiede und weiß zugleich, wie sie sich in das Ganze zurücknehmen kann. Für mich ähnelt sie der Fassade eines Menschen und zugleich der Fassade einer Stadt.
Erst später verstand ich langsam, dass Gegenstände und Identität sich gegenseitig austauschen. Zunächst wählte ich diese Kleidung und den Halsschmuck, weil mir ihr Aussehen gefiel. Nachdem ich sie lange getragen hatte, begannen sie daran mitzuwirken, wie ich mich selbst und wie andere mich sahen. Jedes Anlegen des Kampfgewands erinnerte mich daran, in einen bestimmten Zustand einzutreten. Es war ein geistiges Ding und ein wenig wie Magie. Es veränderte die Ereignisse nicht wirklich, rief aber die in der Vergangenheit gesammelten Erfahrungen zurück. Jene Besprechungen, jene Anlässe, bei denen ich andere überzeugen musste, und jene Augenblicke, in denen ich meinen eigenen Standpunkt behaupten musste, blieben allmählich in der Kleidung zurück. Wenn ich heute zurückblicke, möchte ich wohl vor allem für diese Begleitung danken. Gegenstände sprechen nicht, doch sie erinnern sich an vieles.
Die Geschichte des Mondsees ist vollkommen anders. Er war ein Ausgangspunkt und zugleich ein Rastplatz, verbunden mit meinen Wegen zur Hochschule und den Übergängen zwischen verschiedenen Lebensphasen. Ich erinnere mich noch immer an eine Reise durch das Seengebiet, bei der ich mit meinem Lehrer im Boot saß und lange sprach. Es war wahrscheinlich das tiefste Gespräch, das ich je mit ihm führte. Er erinnerte mich daran, dass ein Mensch leuchten kann, aber eine warme Sonne und kein glühender Feuerball werden sollte. Mehr als zehn Jahre sind vergangen, doch die Szene ist noch immer klar. Die Wasseroberfläche, das Boot, die Berge und jener Satz sind in meinem Leben geblieben. In jungen Jahren denkt man ständig darüber nach, wie man leuchten, sich beweisen und stärker erscheinen kann. Heute, wenn ich auf den Halsschmuck, das Kampfgewand und die Städte zurückblicke, denke ich an etwas anderes. Eine wirklich gute Präsenz ähnelt vielleicht diesem traditionellen Halsschmuck: Sie muss sich nicht immer nach vorn drängen. Sie besitzt ihre eigene Kraft und lässt zugleich Raum für die Menschen in ihrer Nähe.
Deshalb sind Salzburg und der Mondsee in meiner Erinnerung immer miteinander verbunden geblieben. Der eine Ort ließ mich mein Kampfgewand anziehen und lehrte mich, der Welt zu begegnen; der andere ließ mich auf dem See innehalten und neu darüber nachdenken, was für ein Mensch ich werden wollte. Stadt, Gegenstand und Erinnerung überlagerten sich schließlich. Viele Jahre später weiß ich, dass ich damals nie nur ein paar Stücke Halsschmuck mitbrachte. Ich brachte auch einen Teil meines späteren Selbst zurück.
An wichtigen Tagen hole ich diese Stücke noch immer hervor. Ein Kampfgewand gibt dir keine Kraft; es ruft die Kraft zurück, die du bereits aufgebaut hast. Es bewahrt jenen Augenblick, bevor ein Mensch einen Raum betritt und entscheidet, welchen Teil von sich die anderen zuerst sehen sollen.