二十萬天
沒有 2 月 29 日,一個機緣,去旅行,去確認。
2009 年,申請到Rostock大學,我第一次去 Rostock旅行。那時候對這座北德海港城市有一種莫名的吸引。也說不上為什麼,只是想親自去看看,確認一切是否真如自己想像的那麼美好。
我一直喜歡港口城市。也許因為港口本身就是一種矛盾的存在。人抵達,也離開。船停靠,又出發。它看起來是一個終點,同時也是通往未知地方的入口。
在Rostock,有一台機器已經數了五百多年的日子。聖瑪利亞教堂的天文鐘。1472 年。做鐘的人叫 Hans Düringer,從紐倫堡來的鐘錶匠。
鐘分成三層。最上面是使徒環,每天中午轉一次,使徒依序走過耶穌面前接受祝福,最後一個猶大被關在門外。中間是天體盤,走日月、星座、月相。最下面是日曆盤,一天一天地數。
三種時間疊在同一面上。每天重複的那一天。以年為單位的循環。還有被逐日數過的、有限的日子。一座鐘竟然試圖把人的一天、宗教的一年、月亮的十九年循環,以及遠超過個體生命的時間全部放在同一個圓盤裡。人站在它前面,突然顯得很短暫。
2020 年,鐘因為主機芯檢修停了兩個月。重新啟動的那一天,正好是它走完第二十萬天。二十萬天是五百四十七年。我到今天大概一萬六千天。
我曾經考慮到 Rostock 念書。詢問過在那裡念書的學長,他建議我不要過去。Landeskultur und Umweltschutz 所談的農業景觀、土地文化與環境保護,和我真正想像中的景觀設計仍有距離。所以最後沒有留下。
那一天也在日曆盤上。鐘數過它,和數過其他任何一天一樣。現在回頭看,我還是不確定當時的判斷是否正確。如果當年留下來,人生會往哪裡走?永遠不會知道。所以不去是正確的嗎?我無解。
17 年後重新回想,我甚至開始懷疑自己的記憶究竟有多少可信度。或許只是幾個片段的美好,被時間重新剪輯之後,慢慢建構成我今天所謂的「Rostock」。如果是這樣,那麼整個記憶敘事從一開始可能就是錯的。
但有什麼關係呢。畢竟,它也是人生的一個切片。2014 年,我其實又去過一次北德,也短暫停留Rostock。奇怪的是,這一段我幾乎完全忘記了。跟誰去、去了哪裡、做了什麼,很多事情都沒有留下清楚的痕跡。直到多年後翻出電腦裡的舊檔案,我才突然發現,原來自己曾經又回到這裡。
那幾天鐘照樣在數。日曆盤上有那幾格。我這裡沒有。人的記憶從來不按照時間平均保存。有些一年很長,最後只剩下一張照片。有些幾分鐘,卻可以留十幾年。我們記得的,大概從來不是時間本身,而是時間裡發生了什麼,以及那件事情當時如何穿過自己。
日曆盤上沒有 2 月 29 日。當年的人算過,與其做一套處理閏年的機構,不如每四年讓鐘停一天。遇到多出來的那一天,他們選擇讓時間停住。一台為了計算時間而造的機器,處理一個裝不進去的日子的方法,是不算它。
1942 年四月的一個早上,三枚燃燒彈打穿了塔樓的屋頂。教堂的司事和他的女兒上去把火撲滅。五百年的計時,差一點在那天停掉。
日曆盤每一片可以走 133 年。第四片從 1885 走到 2017。對做那片盤的人來說,2017 是遙遠的未來。現在,2017 也已經成為過去。2018 年換上第五片,可以走到 2150。算出那片新日曆的人叫 Manfred Schukowski。1928 年生,2025 年過世。他算完了 2150 年以前的每一天。他自己走到 2025。鐘可以換日曆。人不能。
這些事情讓我產生一種奇怪的時間感。如果真的存在某種時間魔法,我很想站在那座鐘前,偷偷看一眼沒有走過的人生。如果 2009 年的我留在 Rostock 呢?如果我選擇那個科系呢?如果我在這座海港城市生活五年、十年呢?會成為另外一個人嗎?
天文鐘可以計算月亮十九年後再次回到相近的位置,可以計算未來的復活節,可以預測日出與晝夜。可是它無法計算一個人的人生。這大概就是它最迷人的地方。我們可以計算天體,卻很難計算自己。
2009 年的我也沒有今天這樣的 AI 諮詢系統。沒有辦法在出發之前,把科系、城市、工作機會、生活成本、氣候、產業與未來發展全部攤開比較。但即使當年有,我真的就會得到更正確的人生嗎?我現在反而有些懷疑。
資料可以讓判斷更精確,最後決定要不要停留的,依然是個人的意志與感受。
一個地方有沒有趣。自己在那裡有沒有感覺。也許才是一切真正的前提。回顧 2009 年,是不是一種老化現象?我不知道。只是年紀漸長之後,開始頻繁回頭整理那些曾經沒有整理的時間。以前覺得只是去過一座城市,現在卻會開始問,那一次抵達究竟改變了什麼。
我沒有重來的本事。所以那些「如果當年」其實都不存在。
沒有另一個我正在 Rostock 過著另外一種人生。沒有平行世界可以讓我驗證當年的選擇。真正存在的只有現在這個我,回頭看著 17 年前留下來的幾個片段,試圖理解當時的自己。
也許有一天,我還會再回 Rostock。去看看港口。再走進聖瑪利亞教堂。站在那座已經運行數百年的天文鐘前。但我想,我不會再問自己適不適合住在這裡。
那個問題已經屬於 2009 年。下一次回去,我只是想看看,在我離開以後,這座城市如何繼續變化。也看看自己。鐘還在走。城市還在變。人的記憶卻不斷遺失、修改、重組。
也許我們最後真正擁有的,從來不是完整的人生紀錄,只是一些被留下來的切片。而那些被忘掉的時間,也不代表沒有活過。
確實。
有些時間應該用來完成事情。
有些時間,應該只是讓自己存在於世界之中。
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Zweihunderttausend TageEs gibt keinen 29. Februar. Eine Gelegenheit: reisen, nachsehen, Gewissheit suchen.
2009 wurde ich an der Universität Rostock angenommen und reiste zum ersten Mal nach Rostock. Diese norddeutsche Hafenstadt zog mich auf unerklärliche Weise an. Ich konnte nicht recht sagen, warum; ich wollte sie einfach selbst sehen und herausfinden, ob wirklich alles so schön war, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Hafenstädte haben mir schon immer gefallen. Vielleicht, weil ein Hafen in sich widersprüchlich ist. Menschen kommen an und reisen ab. Schiffe legen an und laufen wieder aus. Er wirkt wie ein Endpunkt und ist zugleich ein Eingang zu unbekannten Orten.
In Rostock zählt eine Maschine seit mehr als fünfhundert Jahren die Tage: die astronomische Uhr in der Marienkirche. Das Jahr war 1472. Ihr Erbauer hieß Hans Düringer, ein Uhrmacher aus Nürnberg.
Die Uhr besteht aus drei Ebenen. Oben befindet sich der Apostelumgang, der sich jeden Mittag einmal dreht: Die Apostel ziehen nacheinander an Jesus vorbei und empfangen seinen Segen; Judas als Letzter bleibt vor der geschlossenen Tür. In der Mitte liegt das astronomische Zifferblatt mit Sonne, Mond, Tierkreis und Mondphasen. Unten befindet sich die Kalenderscheibe, die Tag für Tag zählt.
Drei Arten von Zeit liegen auf derselben Fläche übereinander: der täglich wiederkehrende Tag, der in Jahren gemessene Kreislauf und die begrenzten Tage, die einzeln gezählt werden. Eine Uhr versucht, den Tag eines Menschen, das religiöse Jahr, den neunzehnjährigen Mondzyklus und Zeiträume weit jenseits eines einzelnen Lebens auf derselben runden Scheibe unterzubringen. Wer davorsteht, erscheint plötzlich sehr kurzlebig.
2020 stand die Uhr wegen einer Überholung des Hauptuhrwerks zwei Monate still. Der Tag ihrer Wiederinbetriebnahme war genau ihr zweihunderttausendster Tag. Zweihunderttausend Tage sind 547 Jahre. Ich selbst habe bis heute ungefähr sechzehntausend Tage gelebt.
Ich hatte einmal erwogen, in Rostock zu studieren. Ein älterer Student dort riet mir davon ab. Die Agrarlandschaft, Landeskultur und der Umweltschutz des Studiengangs Landeskultur und Umweltschutz lagen noch immer ein Stück von der Landschaftsgestaltung entfernt, die ich mir eigentlich vorgestellt hatte. Deshalb blieb ich letztlich nicht.
Auch jener Tag steht auf der Kalenderscheibe. Die Uhr zählte ihn wie jeden anderen Tag. Wenn ich heute zurückblicke, weiß ich noch immer nicht, ob meine damalige Entscheidung richtig war. Wohin wäre mein Leben gegangen, wenn ich geblieben wäre? Ich werde es nie wissen. War es also richtig, nicht hinzugehen? Darauf habe ich keine Antwort.
Siebzehn Jahre später beginne ich sogar daran zu zweifeln, wie verlässlich meine Erinnerung überhaupt ist. Vielleicht wurden nur einige schöne Fragmente von der Zeit neu geschnitten und allmählich zu dem zusammengesetzt, was ich heute „Rostock“ nenne. Dann könnte die gesamte Erinnerungserzählung von Anfang an falsch gewesen sein.
Aber was macht das schon? Schließlich ist auch sie ein Ausschnitt aus einem Leben. 2014 reiste ich tatsächlich erneut nach Norddeutschland und hielt mich kurz in Rostock auf. Seltsamerweise habe ich diese Episode fast vollständig vergessen. Mit wem ich dort war, wohin wir gingen und was wir taten, hinterließ kaum klare Spuren. Erst Jahre später, als ich alte Dateien auf meinem Computer fand, merkte ich plötzlich, dass ich einmal hierher zurückgekehrt war.
Während dieser Tage zählte die Uhr weiter. Auf ihrer Kalenderscheibe gibt es diese Felder; in meiner Erinnerung nicht. Das menschliche Gedächtnis bewahrt Zeit niemals gleichmäßig. Von einem langen Jahr bleibt am Ende vielleicht nur ein Foto. Einige Minuten können dagegen mehr als ein Jahrzehnt erhalten bleiben. Wahrscheinlich erinnern wir uns nie an die Zeit selbst, sondern an das, was in ihr geschah, und daran, wie dieses Ereignis damals durch uns hindurchging.
Auf der Kalenderscheibe gibt es keinen 29. Februar. Ihre Erbauer kamen zu dem Schluss, dass es einfacher sei, die Uhr alle vier Jahre einen Tag anzuhalten, als einen Mechanismus für Schaltjahre zu bauen. Wenn der zusätzliche Tag kam, ließen sie die Zeit stehen. Eine Maschine, die zur Berechnung der Zeit gebaut worden war, behandelte einen Tag, der nicht in ihr System passte, indem sie ihn nicht zählte.
An einem Morgen im April 1942 durchschlugen drei Brandbomben das Dach des Turms. Der Küster der Kirche und seine Tochter stiegen hinauf und löschten das Feuer. Fünfhundert Jahre Zeitmessung wären an jenem Tag beinahe zu Ende gegangen.
Jede Kalenderscheibe kann 133 Jahre laufen. Die vierte reichte von 1885 bis 2017. Für ihre Erbauer war 2017 eine ferne Zukunft. Heute ist auch 2017 bereits Vergangenheit. 2018 wurde die fünfte Scheibe eingesetzt; sie kann bis 2150 laufen. Der Mann, der diesen neuen Kalender berechnete, hieß Manfred Schukowski. Er wurde 1928 geboren und starb 2025. Er berechnete jeden Tag bis zum Jahr 2150. Selbst gelangte er bis 2025. Eine Uhr kann ihren Kalender wechseln. Ein Mensch kann es nicht.
All das erzeugt in mir ein seltsames Zeitgefühl. Wenn es wirklich eine Art Zeitmagie gäbe, würde ich gern vor dieser Uhr stehen und heimlich einen Blick auf das ungelebte Leben werfen. Was wäre, wenn mein Ich von 2009 in Rostock geblieben wäre? Wenn ich diesen Studiengang gewählt hätte? Wenn ich fünf oder zehn Jahre in dieser Hafenstadt gelebt hätte? Wäre ich ein anderer Mensch geworden?
Die astronomische Uhr kann berechnen, wann der Mond neunzehn Jahre später wieder eine ähnliche Position erreicht. Sie kann künftige Ostertermine bestimmen und Sonnenaufgang, Tag und Nacht vorhersagen. Aber sie kann das Leben eines Menschen nicht berechnen. Vielleicht liegt genau darin ihre größte Faszination. Wir können Himmelskörper berechnen, uns selbst aber nur schwer.
2009 hatte ich auch kein KI-Beratungssystem wie heute. Vor der Abreise konnte ich Studiengang, Stadt, Berufschancen, Lebenshaltungskosten, Klima, Branchen und künftige Entwicklung nicht vollständig nebeneinanderlegen und vergleichen. Doch selbst wenn ich diese Möglichkeit gehabt hätte: Wäre daraus wirklich ein richtigeres Leben entstanden? Inzwischen bezweifle ich das.
Daten können ein Urteil präziser machen. Ob man am Ende bleibt, entscheiden dennoch der eigene Wille und das eigene Gefühl.
Ist ein Ort interessant? Empfinde ich dort etwas? Vielleicht sind das die eigentlichen Voraussetzungen für alles. Ist der Rückblick auf 2009 eine Erscheinung des Älterwerdens? Ich weiß es nicht. Mit zunehmendem Alter kehre ich häufiger zurück, um Zeiten zu ordnen, die ich damals ungeordnet ließ. Früher dachte ich, ich hätte lediglich eine Stadt besucht. Heute frage ich, was jene Ankunft tatsächlich verändert hat.
Ich kann nicht von vorn beginnen. All diese Vorstellungen davon, „was damals gewesen wäre“, existieren in Wahrheit nicht.
Es gibt kein anderes Ich, das in Rostock ein anderes Leben führt. Es gibt keine Parallelwelt, in der ich meine damalige Entscheidung überprüfen kann. Wirklich vorhanden ist nur mein heutiges Ich, das auf einige Fragmente von vor siebzehn Jahren zurückblickt und versucht, den damaligen Menschen zu verstehen.
Vielleicht werde ich eines Tages nach Rostock zurückkehren. Ich werde den Hafen ansehen, wieder in die Marienkirche gehen und vor der astronomischen Uhr stehen, die seit Jahrhunderten läuft. Aber ich glaube nicht, dass ich mich noch einmal fragen werde, ob ich dort leben sollte.
Diese Frage gehört bereits zum Jahr 2009. Bei meiner nächsten Rückkehr möchte ich nur sehen, wie sich die Stadt seit meinem Fortgang weiter verändert hat—und auch mich selbst betrachten. Die Uhr läuft weiter. Die Stadt verändert sich weiter. Das menschliche Gedächtnis hingegen verliert, verändert und ordnet unablässig neu.
Vielleicht besitzen wir am Ende niemals eine vollständige Aufzeichnung unseres Lebens, sondern nur einige erhaltene Ausschnitte. Dass wir eine Zeit vergessen haben, bedeutet nicht, dass wir sie nicht gelebt haben.
Gewiss.
Manche Zeit sollte dazu dienen, Dinge zu vollenden.
Manche Zeit sollte uns einfach in der Welt sein lassen.
