2026年10月26日 星期一

城市‧土地‧文化敘事(壹一四)慕尼黑的阿薩姆教堂:當光不在,華麗也顯得虛無

慕尼黑的阿薩姆教堂:當光不在,華麗也顯得虛無


幽暗、死亡、巴洛克。這是我回想慕尼黑阿薩姆教堂(Asamkirche)時,最先浮現的幾個詞彙。記憶中的教堂,彷彿處於一場漫長的黑夜,等待黎明到來。那些繁複的雕刻、扭轉的柱身與金碧輝煌的裝飾,在幽暗之中若隱若現。我始終好奇,為什麼歐洲許多教堂總是如此昏暗?是為了節省能源,還是刻意讓自然光決定神聖空間的樣貌?走過許多教堂,南德巴洛克的華麗與北德磚造教堂的樸素,總讓我思考,建築這副物質的軀殼,究竟該如何承載無形的神聖?是透過華麗的裝飾,還是藉由空間的純粹?誰又更接近心中的信仰?恐怕很難分出高下。


阿薩姆教堂鑲嵌於慕尼黑市中心繁忙的商業街道之中,這樣的存在本身就令人好奇。它沒有宏偉的廣場,也沒有足以讓人遠望的高聳輪廓,只有一面雕塑般起伏的華麗立面,夾在連續的街屋之間。第一次經過時,甚至未必意識到它是一座教堂。或許出於探險的心情,也或許只是走累了,便順著好奇心推門而入。街道上的喧囂瞬間被隔絕,迎面而來的是狹長、幽閉而沉靜的空間。那些層層堆疊的雕刻與壁畫,因為自然光有限,反而顯得更加神祕。多年後重新翻看照片,記憶或許已經有所偏差,但那種幽暗的感受依然清晰,甚至超越了建築本身的華麗。


後來才知道,這座教堂是由阿薩姆兄弟自行出資興建。哥哥擅長壁畫與透視繪畫,弟弟精通建築、雕塑與灰泥裝飾,兩人將各自的技藝凝聚在這座狹小的空間之中。知道這段歷史後,我開始想像他們當時的心情。究竟是為了展現自己的才華,還是為自己的藝術技術做一場策展? 如果將教堂視為展場,建築、雕塑、壁畫與光線就是一件件經過精心安排的作品,而他們同時扮演藝術家與策展人的角色。當一位藝術家終於擁有高度自主的創作空間,是否會迫不及待地將畢生所學全部呈現?那是創作自由帶來的興奮,還是想向世人證明自身能力的野心?我試著想像兄弟倆站在尚未完工的教堂裡,討論每一個雕塑的位置、壁畫的構圖,以及光線該如何進入。對他們而言,這座建築或許既是宗教信仰的寄託,也是一次對自己藝術能力的完整檢驗。


然而,當所有技術都被展現出來,是否就能構成真正動人的作品?這是我重新觀看阿薩姆教堂時產生的疑問。如此繁複的雕塑與裝飾,在幽暗的空間裡,許多細節甚至難以辨識。藝術家費盡心思創造的華麗世界,最終仍然需要依附光線才能被看見。當少數從窗戶透入的自然光落在雕刻與牆面上,某些細節突然被喚醒,另一些部分卻繼續沉入陰影。當光不在,一切物質似乎也顯得虛無,即使是最華麗的巴洛克,也只能靜靜等待被照亮。 阿薩姆兄弟是否曾經思考過這樣的矛盾?或許他們精心安排明暗,正是為了讓人感受神聖的存在;又或許幾百年後的我,從他們的作品裡讀出了另一種意義。當技術達到極致,真正能留下感動的,可能仍是那些無法完全被技術掌握的事物。


回想幾次造訪慕尼黑,起初都沒有刻意安排教堂巡禮。更多時候,只是在城市裡漫遊,穿越熱鬧的商店、廣場與街道,偶然看見一扇可以走進去的教堂大門。或許這也是我喜歡探訪歐洲教堂的原因。外頭是商業活動與持續流動的人群,裡頭卻保留著另一種時間。兩種截然不同的世界,僅僅相隔一道門檻。走進去,腳步自然慢了下來,視線開始尋找空間裡的光線與細節,城市的聲音也逐漸退去。我未必為了宗教信仰而來,也不一定理解每件藝術作品背後的象徵,只是想找一處可以暫時歇腳的地方。這種從喧囂進入寧靜的身體經驗,反而成為我記憶裡最真實的空間感受。


如今重新回望這座教堂,我不禁思考,一位藝術家究竟希望自己的作品被如何記住?阿薩姆兄弟或許希望世人讚嘆他們的技術、欣賞他們的才華,也希望在宗教信仰之中留下某種永恆。然而幾百年後,一個偶然經過的旅人,記住的卻是幽暗裡的一束光,以及暫時遠離城市喧囂的片刻寧靜。藝術家所企圖表達的,與觀眾最終感受到的,總存在一段難以預測的距離。也許這正是藝術有趣的地方。再精密的策展,也無法完全決定一個人的記憶。當年兄弟倆傾盡才華所創造的神聖空間,在漫長歲月之後,依然以自己的方式與陌生人相遇。當雕刻的細節逐漸被遺忘,真正留在我心裡的,是那道門後的黑暗,以及黑暗讓我重新看見的光。

Die Münchner Asamkirche: Ohne Licht erscheint selbst die Pracht leer


Dunkelheit, Tod, Barock. Das sind die ersten Worte, die mir beim Gedanken an die Münchner Asamkirche einfallen. In meiner Erinnerung scheint die Kirche in einer langen Nacht zu verharren und auf den Morgen zu warten. Aufwendige Schnitzereien, gewundene Säulen und glänzender Schmuck tauchen im Halbdunkel auf und verschwinden wieder. Ich habe mich immer gefragt, warum so viele europäische Kirchen so dunkel sind. Geht es ums Energiesparen, oder soll das natürliche Licht bewusst die Gestalt des sakralen Raumes bestimmen? Nach vielen Kirchenbesuchen lassen mich die Pracht des süddeutschen Barocks und die Schlichtheit norddeutscher Backsteinkirchen immer wieder darüber nachdenken, wie Architektur als materieller Körper das unsichtbare Heilige tragen kann. Durch reiche Verzierungen oder durch räumliche Reinheit? Was kommt dem Glauben im Inneren näher? Eine Rangfolge lässt sich wohl kaum bestimmen.

Die Asamkirche ist in eine belebte Geschäftsstraße der Münchner Innenstadt eingefügt. Schon diese Lage macht neugierig. Sie besitzt weder einen großen Vorplatz noch eine hoch aufragende Silhouette für den Blick aus der Ferne. Zwischen den aneinandergereihten Stadthäusern erscheint lediglich ihre prächtige, skulptural bewegte Fassade. Beim ersten Vorbeigehen erkennt man möglicherweise nicht einmal, dass es eine Kirche ist. Vielleicht aus Entdeckerlust, vielleicht auch nur vom Gehen müde, folgte ich meiner Neugier und öffnete die Tür. Augenblicklich verstummte der Straßenlärm. Vor mir lag ein schmaler, lang gestreckter, abgeschlossener und stiller Raum. Die übereinanderliegenden Schichten von Skulpturen und Wandmalereien wirkten durch das wenige Tageslicht noch geheimnisvoller. Beim erneuten Betrachten der Fotos nach vielen Jahren mag sich die Erinnerung verschoben haben. Doch das Gefühl der Dunkelheit bleibt klar und übertrifft sogar die Pracht der Architektur.

Erst später erfuhr ich, dass die Brüder Asam die Kirche aus eigenen Mitteln errichtet hatten. Der ältere beherrschte Fresken und perspektivische Malerei, der jüngere Architektur, Bildhauerei und Stuckdekoration. In diesem kleinen Raum bündelten sie ihre jeweiligen Fähigkeiten. Seit ich diese Geschichte kenne, versuche ich mir ihre damaligen Gefühle vorzustellen. Wollten sie ihre Begabung zeigen oder eine Ausstellung ihrer künstlerischen Techniken kuratieren? Betrachtet man die Kirche als Ausstellungsraum, werden Architektur, Skulptur, Wandmalerei und Licht zu sorgfältig angeordneten Werken. Die Brüder übernehmen zugleich die Rollen von Künstlern und Kuratoren. Möchte ein Künstler, sobald er weitgehende schöpferische Selbstständigkeit erreicht, möglichst alles zeigen, was er im Laufe seines Lebens gelernt hat? Ist das die Begeisterung über kreative Freiheit oder der Ehrgeiz, der Welt die eigenen Fähigkeiten zu beweisen? Ich stelle mir vor, wie die beiden in der unvollendeten Kirche stehen und über die Position jeder Skulptur, die Komposition der Fresken und den Lichteinfall sprechen. Für sie war das Gebäude vielleicht Ausdruck ihres Glaubens und zugleich eine umfassende Prüfung ihres künstlerischen Könnens.

Doch entsteht schon dadurch, dass sämtliche Fertigkeiten gezeigt werden, ein wirklich berührendes Werk? Diese Frage stellte sich mir beim erneuten Betrachten der Asamkirche. Viele Einzelheiten der aufwendigen Skulpturen und Verzierungen sind im dunklen Raum kaum zu erkennen. Die prachtvolle Welt, die die Künstler mit so viel Mühe schufen, bleibt letztlich auf Licht angewiesen, um sichtbar zu werden. Wenn das wenige Tageslicht durch die Fenster auf Schnitzereien und Wände fällt, erwachen bestimmte Details plötzlich, während andere weiter im Schatten versinken. Fehlt das Licht, scheint alle Materie substanzlos zu werden. Selbst der prächtigste Barock kann dann nur still darauf warten, beleuchtet zu werden. Haben die Brüder Asam über diesen Widerspruch nachgedacht? Vielleicht gestalteten sie Hell und Dunkel gerade so sorgfältig, um die Gegenwart des Heiligen spürbar zu machen. Vielleicht lese aber auch ich Jahrhunderte später eine andere Bedeutung aus ihrem Werk heraus. Wenn die Technik ihre höchste Vollendung erreicht, liegt das nachhaltig Berührende womöglich weiterhin in Dingen, die sie nicht vollständig beherrschen kann.

Bei meinen mehreren Besuchen in München hatte ich zunächst keine gezielte Kirchenbesichtigung vorgesehen. Meist streifte ich durch die Stadt, vorbei an belebten Geschäften, Plätzen und Straßen, und entdeckte zufällig eine Kirchentür, durch die ich eintreten konnte. Vielleicht besuche ich deshalb so gern europäische Kirchen. Draußen sind Handel und unablässig strömende Menschen, drinnen bleibt eine andere Zeit erhalten. Nur eine Schwelle trennt diese sehr verschiedenen Welten. Beim Eintreten werden meine Schritte von selbst langsamer. Mein Blick sucht Licht und Einzelheiten im Raum, während die Geräusche der Stadt allmählich zurücktreten. Ich komme nicht unbedingt aus religiösem Glauben und verstehe auch nicht immer die Symbolik jedes Kunstwerks. Ich suche lediglich einen Ort, an dem ich kurz ausruhen kann. Gerade dieser körperliche Übergang vom Lärm in die Stille ist zur greifbarsten Raumerfahrung meiner Erinnerung geworden.

Wenn ich heute auf diese Kirche zurückblicke, frage ich mich unwillkürlich, wie ein Künstler sein Werk in Erinnerung behalten wissen möchte. Die Brüder Asam hofften vielleicht auf Bewunderung für ihr Können und ihre Begabung und darauf, im religiösen Glauben etwas Ewiges zu hinterlassen. Jahrhunderte später erinnert sich ein zufällig vorbeikommender Reisender jedoch an einen Lichtstrahl im Dunkeln und einen kurzen stillen Augenblick fern vom Lärm der Stadt. Zwischen dem, was Künstler ausdrücken möchten, und dem, was das Publikum schließlich empfindet, liegt stets eine schwer vorhersehbare Distanz. Vielleicht macht gerade dies Kunst interessant. Selbst die präziseste kuratorische Anordnung kann die Erinnerung eines Menschen nicht vollständig bestimmen. Der sakrale Raum, in den die Brüder all ihr Können legten, begegnet auch nach langer Zeit auf seine eigene Weise fremden Menschen. Während die Einzelheiten der Schnitzereien allmählich verblassen, bleiben mir die Dunkelheit hinter jener Tür und das Licht, das mich diese Dunkelheit neu sehen ließ.