瓦特堡:一座留在心裡的城堡
在德國生活的那些年,走訪過許多城堡與堡壘,然而真正留在記憶深處的,卻寥寥可數。瓦特堡(Wartburg)是我最早造訪的城堡之一,也是印象極為深刻的一座。它佇立在圖林根的森林深處,沿著山路逐漸接近,穿過茂密樹林,厚重的石牆與高聳的塔樓才慢慢顯露。那是過去只會出現在童話、動漫或電影中的場景,如今卻真實地存在眼前。第一次走進中世紀城堡的經驗,帶著一種難以言喻的興奮,彷彿跨越了時間的界線。石板路、拱門、陰暗的通道,甚至森林裡的氣息,都讓人產生無限想像。那些曾經只存在於書本裡的世界,突然有了可以觸摸的溫度。
那時的自己,甚至會幻想,倘若生活在中世紀,我會是一名什麼樣的騎士?在城牆上守望,在森林間騎馬穿行,或者在某個寒冷的夜晚,坐在火爐旁等待黎明。旅行途中,我收藏了一個騎士公仔,紅色的盔甲、鹿角造型的頭飾與盾牌,彷彿濃縮了我對這座城堡的想像。它跟著我回到台灣,在書櫃上陪伴了好多年。偶爾望著它,仍會想起那片森林與山上的城堡。你相信前世嗎?也許在某個遙遠的年代,我曾是一名守護城堡的騎士。當然,這只是帶點浪漫的幻想。然而有些地方確實如此奇妙,明明第一次到訪,卻能喚起某種似曾相識的感覺,彷彿心裡早已為它留下位置。
瓦特堡真正耐人尋味的地方,還有那些藏在城牆裡的歷史。華麗的廳堂、古老的石柱、充滿宗教圖像的馬賽克,以及一間樸素得近乎不起眼的木造房間,都屬於這座城堡的不同篇章。馬丁路德這個名字,我早已在德勒斯登的旅行與德國歷史中有所認識,但最初並不明白,他與這座森林中的城堡究竟有什麼關係。原來,1521年,當路德因宗教改革的主張而面臨政治與宗教權力的威脅時,薩克森選帝侯「智者腓特烈」安排人將他秘密帶到瓦特堡保護。在這裡,路德隱姓埋名,將《新約聖經》翻譯成德文。那間狹小而安靜的房間,竟然成為改變歐洲宗教與語言文化的重要場所。想想也很有意思,歷史上許多重大的轉變,往往發生在如此不起眼的空間裡。
然而,比起馬丁路德的成就,我逐漸對那位保護他的人感到好奇。智者腓特烈為什麼願意承擔政治風險,讓一位受到帝國禁令威脅的人藏身於自己的城堡?他的考量或許包含政治利益、司法程序與權力平衡,也可能具有對思想與學術的尊重。歷史人物的決定,總有著超越單一善惡的複雜性。時代記住了馬丁路德,記住了他如何改變宗教世界,卻未必有同樣多的人記得,是誰替他爭取了得以繼續思考與書寫的時間。這讓我開始思考,歷史的推進除了站在舞台中央的人,也需要那些在背後提供庇護、創造條件的人。或許真正有遠見的統治者,懂得在局勢尚未明朗之前,為未來保留一種可能。
多年以後,再回頭看這座城堡,才發現當初吸引我的騎士、森林與堡壘,已經有了不同的意義。瓦特堡經歷戰爭、宗教改革與時代變遷,又在十九世紀被重新修復與想像。那些看似古老的牆面,有些承載中世紀的真實遺跡,有些則來自後人對歷史的重新塑造。或許一座城堡最有趣的地方,就在於它始終被不同時代的人賦予新的意義。年輕時的我,看見的是騎士與冒險;如今再看,逐漸讀到權力、信念、庇護與選擇。相同的建築,隨著觀看者生命經驗的累積,也會產生不同的理解。
那個騎士公仔曾經在我的書櫃上站了好多年,像是一位從遠方跟隨而來的守護者。如今再想起瓦特堡,我不禁反問自己,走過這些年,我是否也曾試著建立一座屬於自己的堅固堡壘?它應該建立在什麼地方?以什麼為基礎?是穩定的生活、堅定的信念,還是一個能夠自由創作、不受外界輕易動搖的內在世界?或許年輕時嚮往成為守護城堡的騎士,如今更渴望擁有一座值得守護的城堡。它可以抵擋風雨,也應該保有通往森林的門。因為再堅固的城牆,如果失去了與世界對話的可能,終究只剩下一座孤獨的堡壘。
而我想建立的那座城堡,究竟是為了保護什麼?
Die Wartburg: Eine Burg, die in meinem Herzen blieb
In den Jahren, in denen ich in Deutschland lebte, besuchte ich viele Burgen und Festungen. Doch nur wenige blieben tief in meiner Erinnerung. Die Wartburg gehörte zu den ersten Burgen, die ich besichtigte, und beeindruckte mich besonders. Sie steht tief in den Wäldern Thüringens. Auf dem Weg den Berg hinauf, durch dichtes Gehölz, traten ihre mächtigen Steinmauern und hohen Türme allmählich hervor. Eine Szenerie, die ich zuvor nur aus Märchen, Zeichentrickfilmen oder dem Kino kannte, lag nun wirklich vor mir. Zum ersten Mal eine mittelalterliche Burg zu betreten, war mit einer schwer beschreibbaren Aufregung verbunden, als hätte ich eine Zeitgrenze überschritten. Steinwege, Torbögen, dunkle Durchgänge und sogar der Geruch des Waldes weckten unzählige Vorstellungen. Welten, die bisher nur in Büchern existiert hatten, erhielten plötzlich eine berührbare Wärme.
Damals stellte ich mir sogar vor, was für ein Ritter ich wohl im Mittelalter gewesen wäre. Hätte ich auf den Mauern Wache gehalten, wäre ich durch die Wälder geritten oder hätte ich in einer kalten Nacht am Feuer auf den Morgen gewartet? Unterwegs erwarb ich eine Ritterfigur. Ihre rote Rüstung, der geweihförmige Kopfschmuck und der Schild schienen meine Vorstellungen von dieser Burg in sich zu verdichten. Sie kam mit mir nach Taiwan zurück und begleitete mich viele Jahre auf meinem Bücherregal. Wenn ich sie gelegentlich ansah, erinnerte ich mich noch immer an den Wald und die Burg auf dem Berg. Glaubst du an frühere Leben? Vielleicht war ich in einer fernen Zeit einmal ein Ritter, der eine Burg bewachte. Natürlich ist das nur eine etwas romantische Fantasie. Doch manche Orte sind tatsächlich so eigentümlich: Schon beim ersten Besuch wecken sie ein Gefühl des Wiedererkennens, als hätte das Herz längst einen Platz für sie freigehalten.
Das wirklich Nachdenklichmachende an der Wartburg liegt auch in den Geschichten, die ihre Mauern bergen. Prächtige Säle, alte Steinsäulen, Mosaiken voller religiöser Bilder und ein beinahe unscheinbar schlichtes hölzernes Zimmer gehören zu unterschiedlichen Kapiteln dieser Burg. Den Namen Martin Luther kannte ich bereits von Reisen nach Dresden und aus der deutschen Geschichte. Zunächst verstand ich jedoch nicht, was ihn mit dieser Burg im Wald verband. Als Luther 1521 wegen seiner reformatorischen Positionen von politischen und kirchlichen Mächten bedroht wurde, ließ ihn der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise heimlich zum Schutz auf die Wartburg bringen. Unter anderem Namen lebend, übersetzte Luther hier das Neue Testament ins Deutsche. Dieses kleine, stille Zimmer wurde zu einem wichtigen Ort für den Wandel der europäischen Religion sowie der Sprachkultur. Es ist bemerkenswert, wie viele große historische Veränderungen in solch unscheinbaren Räumen entstanden.
Über Martin Luthers Leistungen hinaus begann mich jedoch zunehmend der Mensch zu interessieren, der ihn schützte. Warum war Friedrich der Weise bereit, politische Risiken einzugehen und einem von der Reichsacht bedrohten Mann in seiner eigenen Burg Zuflucht zu gewähren? Seine Überlegungen mochten politische Interessen, rechtliche Verfahren und das Gleichgewicht der Macht ebenso umfassen wie Respekt vor Denken und Wissenschaft. Die Entscheidungen historischer Persönlichkeiten sind stets komplexer als ein einfaches Urteil über Gut und Böse. Die Nachwelt erinnert sich an Martin Luther und daran, wie er die religiöse Welt veränderte. Vielleicht erinnern sich aber weniger Menschen daran, wer ihm die Zeit verschaffte, weiterzudenken und zu schreiben. So begann ich zu überlegen, dass Geschichte neben den Menschen im Mittelpunkt auch jene braucht, die im Hintergrund Schutz bieten und Bedingungen schaffen. Vielleicht versteht ein wirklich weitsichtiger Herrscher, der Zukunft eine Möglichkeit offenzuhalten, noch bevor sich die Lage geklärt hat.
Als ich viele Jahre später auf diese Burg zurückblickte, stellte ich fest, dass die Ritter, der Wald und die Festung, die mich zuerst angezogen hatten, andere Bedeutungen gewonnen hatten. Die Wartburg erlebte Kriege, Reformation und Zeitenwechsel und wurde im neunzehnten Jahrhundert restauriert und neu vorgestellt. Manche scheinbar alten Mauern tragen echte mittelalterliche Überreste, andere stammen aus späteren Neugestaltungen der Geschichte. Vielleicht liegt das Interessanteste an einer Burg darin, dass Menschen verschiedener Zeiten ihr immer wieder neue Bedeutungen geben. Als junger Mensch sah ich Ritter und Abenteuer. Heute erkenne ich allmählich Macht, Überzeugung, Schutz und Entscheidung. Dieselbe Architektur eröffnet mit der wachsenden Lebenserfahrung ihrer Betrachter unterschiedliche Verständnisse.
Die Ritterfigur stand viele Jahre auf meinem Bücherregal, wie ein Beschützer, der mir aus der Ferne gefolgt war. Wenn ich heute an die Wartburg denke, frage ich mich unwillkürlich, ob auch ich in all diesen Jahren versucht habe, eine eigene feste Burg zu errichten. Wo sollte sie stehen? Worauf sollte sie gegründet sein? Auf einem stabilen Leben, festen Überzeugungen oder einer inneren Welt, in der ich frei gestalten kann, ohne mich von äußeren Einflüssen leicht erschüttern zu lassen? Vielleicht wollte ich als junger Mensch ein Ritter sein, der eine Burg bewacht. Heute sehne ich mich stärker nach einer Burg, die es wert ist, bewahrt zu werden. Sie soll Wind und Regen widerstehen und zugleich ein Tor zum Wald offenhalten. Denn selbst die stärksten Mauern lassen nur eine einsame Festung zurück, wenn die Möglichkeit des Gesprächs mit der Welt verloren geht.
Was soll die Burg, die ich errichten möchte, letztlich schützen?





























































