2026年9月24日 星期四

城市‧土地‧文化敘事(五十二)無盡的風景,以土地為畫布,以季節為顏料。

無盡的風景,以土地為畫布,以季節為顏料。


窗口是一個浪漫的場景,也是靈感的入口。它帶來誘惑,也讓人想像自由。有時候,窗口之外是遼闊的世界;有時候,它也提醒著孤獨與喧囂之間的距離。


窗口存在於心靈與外在世界的邊界。我們所看見的事物,真的就是它原來的樣子嗎?那些看不清楚的事物,也未必因此失去真實。我們深信的價值,又有多少能夠被真正確認?所有的一切彷彿隔著一層薄紗,似乎已經看透,卻始終留有一點模糊。當慾望不斷延伸,遠方的風景也變得沒有那麼牢固。

2014年,在紐倫堡藝術學院,校園森林裡的秋天、陽光與落葉,是我每天經過的風景。那裡有長期觀察的校園軸線,有每天看見的空間與光線,也有我最喜歡行走的路徑。對當時的我來說,散步逐漸成為一種思考的方式。關於創作、生活,甚至一些還沒有答案的問題,都在行走之間慢慢浮現。

踩過落葉時沙沙的聲音,腳下草地柔軟的觸感,陽光照在身上的舒坦,以及冬天寒風吹過時帶來的冷靜,都進入了我的記憶。我開始收集落葉,觀察光影,記錄時間與季節的變化,也記錄自己一次次走過校園的軌跡。移動形成剪影,剪影又成為創作的痕跡。


那些原本再普通不過的日常,逐漸像一把鑰匙,打開另一種觀看風景的方法。熟悉的校園開始轉化成創作的場景,也成為一座屬於自己的劇場。我看著松樹、銀杏與不同植物隨季節改變。秋天的落葉、冬天的雪、春天重新生長的植物,以及一天之中不斷移動的光線,都構成這片校園原有的風景。

創作則在其中增加另一層短暫的痕跡。從清晰的圖騰,到逐漸被抹去的形體,再到光與影彼此重疊,我嘗試把觀看、行走與身體的經驗重新放回空間之中。最後,我也在校園裡完成一場展演,將自己的日常生活轉化為動作,讓身體重新進入這片長期觀看的風景。那些作品並沒有離開這個地方。它們來自落葉、草地、陽光、雪、風與行走的記憶,最後又重新回到風景之中,短暫成為校園的一部分。

多年之後,我真正記得的,也許早已不只是某一件作品的形式。留下來的,是踩過落葉時的聲音,是冬天清晨的寒冷,是陽光穿過樹林時的方向,是一條曾經反覆走過的路,以及人在行走之中慢慢形成的思緒。風景因此不再只存在於眼前。它被記憶保存,被創作重新勾勒,也隨著時間持續改變。有些風景屬於過去,有些仍然存在於記憶裡,還有一些尚未真正抵達。

我將它們一層一層疊在一起,形成一幅彷彿沒有盡頭的風景。那裡有曾經看見的世界,也有對未來自己的想像。或許我們始終都站在一扇窗口之前,看著遠方。看見一些已經發生的事情,也看見一些尚未發生的可能。而那條通往遠方的路,仍然繼續延伸。



Endlose Landschaft: Das Land als Leinwand, die Jahreszeiten als Farben


Ein Fenster ist eine romantische Szenerie und zugleich ein Eingang für die Inspiration. Es birgt Verlockung und lässt uns Freiheit imaginieren. Manchmal liegt jenseits des Fensters eine weite Welt; manchmal erinnert es auch an den Abstand zwischen Einsamkeit und lärmendem Leben.

Das Fenster befindet sich an der Grenze zwischen der inneren und der äußeren Welt. Sind die Dinge, die wir sehen, wirklich so, wie sie ursprünglich sind? Was sich nicht klar erkennen lässt, verliert dadurch nicht zwangsläufig seine Wirklichkeit. Und wie viel von den Werten, an die wir fest glauben, lässt sich tatsächlich bestätigen? Alles scheint hinter einem dünnen Schleier zu liegen. Wir meinen, ihn bereits durchschaut zu haben, doch eine gewisse Unschärfe bleibt. Wenn sich das Begehren immer weiter ausdehnt, wird auch die Landschaft in der Ferne weniger beständig.

2014 bildeten an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg der Herbst, das Sonnenlicht und das Laub im Wald des Campus die Landschaft, durch die ich jeden Tag ging. Dort gab es die Campusachse, die ich über lange Zeit beobachtete, die Räume und das Licht, die ich täglich sah, und die Wege, auf denen ich am liebsten ging. Damals wurde das Spazieren für mich allmählich zu einer Form des Denkens. Fragen über das künstlerische Schaffen, das Leben und selbst über Dinge, auf die es noch keine Antwort gab, tauchten beim Gehen langsam auf.

Das Rascheln unter meinen Füßen beim Durchqueren des Laubs, das weiche Gefühl des Grases, die Behaglichkeit der Sonne auf meinem Körper und die Klarheit, die der kalte Winterwind mit sich brachte, gingen in meine Erinnerung ein. Ich begann, Laub zu sammeln, Licht und Schatten zu beobachten, die Veränderungen von Zeit und Jahreszeiten festzuhalten und auch die Spuren meiner wiederholten Wege über den Campus aufzuzeichnen. Bewegung formte Silhouetten, und die Silhouetten wurden zu Spuren des künstlerischen Schaffens.

Diese vollkommen gewöhnlichen Augenblicke wurden nach und nach zu einem Schlüssel, der eine andere Art öffnete, Landschaft zu betrachten. Der vertraute Campus verwandelte sich in einen Schauplatz des Schaffens und wurde zu einem eigenen Theater. Ich sah, wie sich Kiefern, Ginkgos und andere Pflanzen mit den Jahreszeiten veränderten. Das Laub im Herbst, der Schnee im Winter, die im Frühling neu wachsenden Pflanzen und das Licht, das sich im Verlauf eines Tages unablässig bewegte, bildeten gemeinsam die bereits vorhandene Landschaft des Campus.

Das künstlerische Schaffen fügte ihr eine weitere, flüchtige Spurenschicht hinzu. Von klaren Totems über allmählich ausgelöschte Formen bis zum Ineinandergreifen von Licht und Schatten versuchte ich, die Erfahrungen des Sehens, Gehens und des Körpers wieder in den Raum zurückzubringen. Schließlich realisierte ich auf dem Campus auch eine Performance. Ich verwandelte meinen Alltag in Bewegung und ließ den Körper erneut in jene Landschaft eintreten, die ich so lange betrachtet hatte. Die Arbeiten verließen diesen Ort nicht. Sie entstanden aus Erinnerungen an Laub, Gras, Sonnenlicht, Schnee, Wind und das Gehen. Am Ende kehrten sie in die Landschaft zurück und wurden für kurze Zeit Teil des Campus.

Viele Jahre später erinnere ich mich vielleicht längst nicht mehr vor allem an die Form eines einzelnen Werks. Geblieben sind das Geräusch der Schritte im Laub, die Kälte eines Wintermorgens, die Richtung des Sonnenlichts im Wald, ein Weg, den ich immer wieder gegangen bin, und die Gedanken, die sich beim Gehen langsam formten. Die Landschaft existiert deshalb nicht länger nur vor meinen Augen. Sie wird von der Erinnerung bewahrt, durch das Schaffen neu gezeichnet und von der Zeit fortwährend verändert. Manche Landschaften gehören der Vergangenheit an, manche bestehen weiter in der Erinnerung, und andere sind noch nicht wirklich erreicht.

Ich lege sie Schicht für Schicht übereinander und lasse so eine Landschaft entstehen, die kein Ende zu haben scheint. In ihr befindet sich die Welt, die ich einst gesehen habe, ebenso wie die Vorstellung meines zukünftigen Selbst. Vielleicht stehen wir stets vor einem Fenster und blicken in die Ferne. Wir sehen, was bereits geschehen ist, und Möglichkeiten, die noch nicht eingetreten sind. Und der Weg in die Ferne setzt sich weiter fort.