2026年9月25日 星期五

城市‧土地‧文化敘事(五十五)世紀末的維也納,一座城市如何試驗未來

世紀末的維也納,一座城市如何試驗未來


從一個地鐵出口開始,慢慢發現眼前的建築只是百年前巨大城市改革留下的一個切片。
世紀末的維也納,傳統歷史主義裝飾重新抽象化的浪潮。我對世紀末維也納的理解,是從 Karlsplatz 那兩座保存至今的車站亭開始的。


第一次站在那裡,我注意的其實很單純。白色大理石、綠色金屬骨架、金色細節,還有那些被抽象化的花草圖案。我喜歡那些線條,它們既像植物,又已經脫離真實植物的形狀,變成一套可以重複、排列、延伸的建築語言。我很好奇,設計者究竟看過什麼,又從什麼地方提取出這些形式?

一路追下去,就碰到了 Otto Wagner,也碰到了在他工作室工作的 Joseph Maria Olbrich。再往前走,又遇到維也納分離派、Klimt、Koloman Moser、Josef Hoffmann。原本只是在看一座車站,最後卻進入了一整個時代。

1890年代的維也納正在經歷劇烈變化。城市人口迅速增加,舊有城市尺度已經不足以承受新的居住、交通與公共建設需求。更早的1857年,皇帝 Franz Joseph I 已下令拆除舊城防禦工事,原本城牆與城外軍事空地逐步轉化為 Ringstraße、大型公共建築、公園與新的城市土地。今天習以為常的環城大道,其實就是一次極大規模的都市空間重新分配。


到了1890年代,城市再一次擴張,維也納需要新的總體規劃,也需要新的交通系統。Otto Wagner參與都市總體規劃競圖,又被委託負責 Stadtbahn 城市鐵路的建築設計。後來真正建成的 Wiental、Donaukanal、Gürtel 等路線,經過幾十年的修改、電氣化、重建與整合,部分最後進入今天的 U4、U6 系統。現在看來如此自然的交通網,其實經過一百多年才逐漸變成日常。所以我站在 Karlsplatz,看見的已經不只是一座漂亮的百年車站。

那些花草裝飾背後,同時存在鋼構、鐵路、河川整治、人口遷移、土地重新分配以及一個城市對未來的想像。Wagner的建築之所以重要,也很難只從「新藝術風格」去理解。他站在一個時代推進的位置上,建築只是其中一面旗子。真正龐大的事情,是整座城市正在重新安排自己的骨架。


我安排維也納建築之旅時,因此總想把那些作品一棟一棟找出來。車站、展覽館、郵局、住宅、商店、飯店,它們散落在城市不同角落。單獨觀看,每一棟都像建築史課本裡的一個經典案例;當我真正用腳走過它們,才開始意識到,它們原來彼此都活在同一個城市變動之中。

Secession 展覽館上的桂冠、Pallas Athena、女神、貓頭鷹,Karlsplatz 上被幾何化的植物,當時大量出現在建築、印刷、海報與雜誌裡。古典符號並沒有消失,它們被重新抽象、壓平、簡化,再進入新的材料與新的生產方式。新藝術運動因此很迷人,它仍然帶著歷史,卻已經開始尋找屬於現代生活的視覺語言。


到了 Adolf Loos,那條線又繼續往前走。裝飾逐漸減少,牆面開始安靜下來。材料自己的紋理、鋼構能做到什麼、石材應該呈現什麼表情、空間比例如何形成力量,慢慢取代大量附加圖騰。短短十幾年間,我可以在同一座城市看見 Jugendstil 如何走向更加簡化的現代建築語言。這種轉折在建築史書上可能只有幾頁,真正走在維也納街上,它卻變成一段可以用身體感受到的距離。

更讓我好奇的是,為什麼偏偏是那個時候的維也納?

1900年前後的維也納同時聚集藝術、音樂、文學、哲學、醫學與精神分析。Freud 的《夢的解析》在這個時代出現,藝術家開始研究人的慾望、焦慮與潛意識,建築師重新思考城市、住宅與現代生活。Wien Museum甚至把當時的維也納稱為一個「全球現代文化中心」,但這份繁榮背後也存在巨大的貧窮、階級差異與社會衝突。城市的現代化從來沒有只帶來漂亮的建築。


這也讓我想到達姆施塔特。黑森大公 Ernst Ludwig 以王室資源支持 Mathildenhöhe 藝術家村,讓建築師與藝術家得到一塊真正可以試驗新藝術的土地。維也納的情況更複雜。皇室、市政府、資產階級、私人收藏家、工業家、藝術家團體與新興文化機構共同推動這座城市。有人支持,也有人激烈反對。Secession 曾被視為怪異,Looshaus 曾被罵得體無完膚,Wagner 的都市計畫也沒有完整實現。

所以我開始改變自己對「成功」的理解。

一個城市計畫在提出的當下,也許充滿妥協,甚至有些部分以失敗告終。百年之後再回頭看,某些基礎設施卻已經進入日常生活。維也納早期 Stadtbahn 的系統後來被重新利用、改造,最後成為今日地下鐵網絡的一部分。城市沒有依照某張百年前的總圖完整長成,它是在一代又一代人的修正裡逐漸形成今天的樣子。

這件事對我反而很有啟發。有些事情需要先被做出來,才有可能被修正。人生似乎也是如此。我們總希望第一次判斷就正確,希望找到最完整的方案再開始。但城市的歷史提醒我,真正活得久的系統往往經過無數次修改。先提出願景,實踐,再讓下一個時代修正它。今天看來合理的路徑,可能也是前人一次次錯誤、爭論與重新選擇留下的結果。

所以建築旅行對我而言始終需要到現場。

照片讓我知道建築長什麼樣子,歷史資料讓我理解它發生的年代,但真正站在 Karlsplatz、Ringstraße、Secession 或 Looshaus 前面,我才能用城市尺度回推那個時代。建築與建築之間究竟隔多遠,道路如何連接,公共空間如何被使用,人如何在其中生活,這些事情很難只從一本建築史理解。

即使我最初到維也納的目的,只是為了一場短暫的設計週,或者一次課程,它最後仍然把我帶回一百多年前。我看到的那些建築只是留在城市角落裡的實體證據。真正精彩的維也納,很難由 Wagner、Klimt、Olbrich、Loos 幾個名字完整解釋。它是無數藝術家、建築師、政治制度、市民、資本、工匠、技術與反對力量彼此競爭、合作、衝突之後留下來的堆疊。

而一座城市可以維持幾百年的生命力,最終仍然回到人。建築會老,交通系統會修改,藝術風格會過時,曾經激進的東西也可能在百年後成為觀光景點。真正讓一座城市的精神持續存在的,是每一代人仍願意使用它、維護它、質疑它,再重新賦予它新的意義。

或許這才是我回望世紀末維也納時,真正想理解的事情。一個時代留下來的最大紅利,未必是幾棟名留青史的建築,而是它曾經容許人們大膽試驗未來。


Wien um 1900: Wie eine Stadt die Zukunft erprobte


Ausgehend von einem U-Bahn-Ausgang entdeckte ich allmählich, dass das Bauwerk vor mir nur ein Ausschnitt jener gewaltigen Stadtreform war, die vor mehr als hundert Jahren ihre Spuren hinterlassen hatte.

Im Wien der Jahrhundertwende wurden die Ornamente des traditionellen Historismus in einer neuen Welle abstrahiert. Mein Verständnis dieser Epoche begann mit den beiden bis heute erhaltenen Stadtbahnpavillons am Karlsplatz.

Als ich zum ersten Mal dort stand, fiel mir zunächst etwas sehr Einfaches auf: weißer Marmor, ein grünes Metallgerüst, goldene Details und abstrahierte Pflanzenmotive. Ich mochte diese Linien. Sie erinnerten an Pflanzen und hatten sich zugleich bereits von deren wirklichen Formen gelöst. So wurden sie zu einer Architektursprache, die sich wiederholen, ordnen und fortsetzen ließ. Ich fragte mich, was der Entwerfer gesehen hatte und woher er diese Formen gewann.

Auf dieser Spur begegnete ich Otto Wagner und Joseph Maria Olbrich, der in seinem Atelier arbeitete. Weiter führte sie zur Wiener Secession, zu Klimt, Koloman Moser und Josef Hoffmann. Ausgangspunkt war ein Bahnhof gewesen, am Ende war ich in eine ganze Epoche eingetreten.

Wien erlebte in den 1890er Jahren tiefgreifende Veränderungen. Die Bevölkerung wuchs schnell, und der alte städtische Maßstab genügte den neuen Anforderungen an Wohnen, Verkehr und öffentliche Infrastruktur nicht mehr. Bereits 1857 hatte Kaiser Franz Joseph I. den Abbruch der alten Befestigungsanlagen angeordnet. Stadtmauer und militärisches Glacis wurden schrittweise in die Ringstraße, große öffentliche Bauten, Parks und neues Stadtland verwandelt. Die heute selbstverständliche Ringstraße entstand somit aus einer gewaltigen Neuverteilung des urbanen Raums.

In den 1890er Jahren wuchs die Stadt erneut und benötigte einen neuen Generalplan sowie ein neues Verkehrssystem. Otto Wagner beteiligte sich am Wettbewerb zur Stadtplanung und erhielt später den Auftrag für die Architektur der Stadtbahn. Die tatsächlich gebauten Linien entlang von Wiental, Donaukanal und Gürtel wurden über Jahrzehnte verändert, elektrifiziert, erneuert und integriert. Teile gingen schließlich in die heutigen Linien U4 und U6 ein. Das Verkehrsnetz, das heute selbstverständlich erscheint, wurde erst im Lauf von mehr als hundert Jahren zum Alltag. Am Karlsplatz sah ich deshalb längst mehr als eine schöne, hundert Jahre alte Station.

Hinter den Pflanzenornamenten standen zugleich Stahlkonstruktion, Eisenbahn, Flussregulierung, Bevölkerungsbewegung, Neuverteilung von Land und die Zukunftsvorstellung einer Stadt. Wagners Architektur lässt sich kaum allein über den Jugendstil verstehen. Er stand an einer Stelle, an der eine ganze Epoche vorwärtsdrängte. Architektur war nur eine ihrer Fahnen. Das wirklich große Ereignis bestand darin, dass eine Stadt ihr eigenes Gerüst neu ordnete.

Bei der Planung meiner Architekturreisen durch Wien wollte ich diese Werke deshalb einzeln aufsuchen. Stationen, Ausstellungshallen, Postämter, Wohnhäuser, Geschäfte und Hotels lagen über verschiedene Teile der Stadt verteilt. Für sich betrachtet wirkte jedes wie ein klassisches Beispiel aus einem Lehrbuch. Erst als ich sie zu Fuß miteinander verband, begriff ich, dass sie alle innerhalb derselben städtischen Veränderung lebten.

Der Lorbeerkranz, Pallas Athene, Göttinnen und Eulen am Secessionsgebäude sowie die geometrisierten Pflanzen am Karlsplatz tauchten damals vielfach in Architektur, Druckgrafik, Plakaten und Zeitschriften auf. Die klassischen Zeichen verschwanden nicht. Sie wurden neu abstrahiert, verflacht und vereinfacht und gingen anschließend in neue Materialien und Produktionsweisen ein. Darin liegt der Reiz des Jugendstils. Er trug noch Geschichte in sich und begann bereits, nach einer Bildsprache für das moderne Leben zu suchen.

Mit Adolf Loos setzte sich diese Linie weiter fort. Das Ornament nahm ab, die Wände wurden stiller. Die eigene Textur der Materialien, die Möglichkeiten des Stahls, der Ausdruck des Steins und die Kraft räumlicher Proportionen ersetzten nach und nach die Vielzahl aufgesetzter Motive. Innerhalb von kaum mehr als zehn Jahren ließ sich in derselben Stadt verfolgen, wie der Jugendstil in eine stärker reduzierte moderne Architektursprache überging. Im Geschichtsbuch umfasst dieser Wandel vielleicht nur wenige Seiten. Auf den Straßen Wiens wird er zu einer Entfernung, die der Körper spüren kann.

Noch mehr beschäftigte mich die Frage, warum all dies gerade damals in Wien geschah.

Um 1900 versammelten sich in Wien Kunst, Musik, Literatur, Philosophie, Medizin und Psychoanalyse. Freuds Traumdeutung erschien in dieser Zeit. Künstler untersuchten Begehren, Angst und das Unbewusste, während Architekten Stadt, Wohnen und modernes Leben neu dachten. Das Wien Museum bezeichnet diese Stadt sogar als ein globales Zentrum der modernen Kultur. Hinter dem Glanz standen zugleich große Armut, Klassengegensätze und soziale Konflikte. Die Modernisierung der Stadt brachte niemals nur schöne Gebäude hervor.

Das erinnerte mich auch an Darmstadt. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen unterstützte mit höfischen Mitteln die Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe und stellte Architekten und Künstlern tatsächliches Land für Experimente mit einer neuen Kunst zur Verfügung. Wien war komplexer. Kaiserhof, Stadtverwaltung, Bürgertum, private Sammler, Industrielle, Künstlergruppen und neue Kulturinstitutionen trieben die Stadt gemeinsam voran. Manche unterstützten den Wandel, andere bekämpften ihn heftig. Die Secession galt einst als befremdlich, das Looshaus wurde vernichtend kritisiert, und Wagners Stadtplanung wurde nie vollständig verwirklicht.

Dadurch begann sich mein Verständnis von Erfolg zu verändern.

Ein Stadtplan kann im Augenblick seiner Vorstellung voller Kompromisse sein, und manche Teile können sogar scheitern. Ein Jahrhundert später sind bestimmte Infrastrukturen dennoch in den Alltag eingegangen. Das frühe Wiener Stadtbahnsystem wurde später wiederverwendet und umgebaut und schließlich Teil des heutigen U-Bahn-Netzes. Die Stadt wuchs nicht vollständig nach einem Generalplan von vor hundert Jahren. Ihre heutige Gestalt entstand allmählich durch die Korrekturen einer Generation nach der anderen.

Gerade darin lag für mich eine wichtige Erkenntnis. Manche Dinge müssen zuerst entstehen, bevor sie korrigiert werden können. Vielleicht verhält es sich im Leben ähnlich. Wir wünschen uns, bereits beim ersten Urteil richtigzuliegen, und wollen vor dem Beginn die vollständigste Lösung finden. Die Stadtgeschichte erinnert mich daran, dass langlebige Systeme häufig zahllose Änderungen durchlaufen. Zuerst entsteht eine Vision, dann ihre Umsetzung, anschließend korrigiert die nächste Zeit sie. Ein Weg, der heute vernünftig erscheint, kann das Ergebnis wiederholter Irrtümer, Debatten und neuer Entscheidungen früherer Generationen sein.

Deshalb verlangt eine Architekturreise für mich immer den Besuch vor Ort.

Fotografien zeigen mir, wie ein Gebäude aussieht, und historische Quellen erklären seine Entstehungszeit. Erst wenn ich jedoch am Karlsplatz, an der Ringstraße, vor der Secession oder dem Looshaus stehe, kann ich jene Epoche vom Maßstab der Stadt her zurückverfolgen. Die Entfernung zwischen Gebäuden, die Verbindung durch Straßen, die Nutzung öffentlicher Räume und das Leben der Menschen darin lassen sich aus einem Buch über Architekturgeschichte allein kaum verstehen.

Auch wenn der ursprüngliche Anlass meiner Reise nach Wien nur eine kurze Designwoche oder ein Kurs war, führte sie mich schließlich mehr als hundert Jahre zurück. Die Gebäude, die ich sah, sind materielle Beweise in den Ecken der Stadt. Das eigentliche Wien lässt sich durch die Namen Wagner, Klimt, Olbrich und Loos kaum vollständig erklären. Es ist die Schichtung, die zahllose Künstler, Architekten, politische Institutionen, Bürger, Kapital, Handwerker, Technologien und Gegenkräfte durch Wettbewerb, Zusammenarbeit und Konflikt hinterlassen haben.

Dass eine Stadt ihre Lebenskraft über Jahrhunderte bewahren kann, führt letztlich zum Menschen zurück. Gebäude altern, Verkehrssysteme werden verändert, Kunststile vergehen, und einst Radikales kann hundert Jahre später zur Sehenswürdigkeit werden. Der Geist einer Stadt bleibt bestehen, weil jede Generation weiterhin bereit ist, sie zu benutzen, zu pflegen, zu hinterfragen und ihr erneut Bedeutung zu geben.

Vielleicht ist es genau das, was ich beim Rückblick auf Wien um 1900 wirklich verstehen möchte. Der größte Gewinn, den eine Epoche hinterlässt, liegt möglicherweise nicht in einigen berühmten Gebäuden, sondern darin, dass sie Menschen einst erlaubte, die Zukunft mutig zu erproben.