2026年9月26日 星期六

城市‧土地‧文化敘事(五十九)盧森堡 Mudam,一個不斷延展的房間

盧森堡 Mudam,一個不斷延展的房間



心裡的焦慮,如果可以折疊起來,或許就沒有那麼痛。


2013 年對我來說,是一段很難判斷方向的時間。要放棄回台灣,還是繼續待在德國?下一步該往哪裡走,我其實沒有答案。那一年,我一邊上課,一邊重新準備申請其他學校,也同步到開放空間藝術系所旁聽。想知道他們究竟在學什麼,也想知道自己是不是還有另外一條路可以走。那時候做的每一件事,都像替自己多留一張門票,在還不知道哪一道門會打開以前,至少不要先把可能性關掉。


一次課外教學,我跟著去了盧森堡。心裡原本還想著,有沒有機會和Decker教授聊聊。 Simone Decker 是盧森堡藝術家,後來也成為我進入藝術與開放空間研究所之後的教授。那時候的我還站在門外,一邊觀察、一邊試探,也一邊想像自己有沒有可能走進這個班級。多年後回頭看,那趟旅程其實已經悄悄把後來的人生接了起來。

Mudam Luxembourg 蓋在一塊很特別的土地上。這裡原本是盧森堡軍事防禦系統的一部分,Fort Thüngen 的堡壘遺跡就在前方。這座城市過去依靠城牆、峽谷與堡壘保護自己,十九世紀解除軍事化之後,防禦工事逐漸失去原本功能;到了二十世紀,Kirchberg 又成為歐洲行政、金融與國際機構集中的新城區。於是同一塊土地上,軍事、政治、金融與文化一層一層疊了上去。Mudam 就站在這些時間的交界,像是一個新的切面,把過去留下來,也讓新的城市繼續往外延展。

這棟建築由貝聿銘設計。對我而言,他一直是讓我開始對建築產生好奇的重要建築師。以前在柏林德國歷史博物館看過他的空間,那種乾淨、純粹與克制一直留在記憶裡。到了 Mudam,又重新感受到他處理空間的方式。石牆帶著堡壘的重量,玻璃屋頂讓光線進來,視線沿著軸線被拉向遠方。貝聿銘很擅長安排視覺焦點,讓人在移動中不斷被下一個空間吸引。門、廊道、轉折、開口,看似簡單,實際上每一步都在重新決定你要看見什麼。建築沒有把歷史直接複製回來,而是留下原有的幾何、軸線與地景關係,再讓新的建築從裡面長出來。


那天我看到 Simone Decker 的《Prototype pour un espace infini》。一個看似被折疊起來的銀色房間,表面由大量鏡面折角組成。當它展開,鏡面可以讓有限的空間不斷反射,原本只有幾公尺的房間,在視覺裡卻像沒有終點;當它收起來,又變成一塊被壓縮的物件。有限與無限,其實只差一個展開的動作。


我後來一直記得這件作品。那時候我想的其實也是心的尺度。人的狀態可以被壓縮,可以折疊,也可以重新伸展。差別只在於當下還有多少張力,能不能承受下一次展開。門廊、穿越、折疊、打開、重新組合,這些原本屬於建築與雕塑的語言,放到我當時的處境裡也完全說得通。

Mudam 所在的土地也是如此。堡壘失去軍事功能之後,沒有因此停止,它重新變成城市的記憶;Kirchberg 從農地變成歐洲行政區,再逐漸加入美術館、音樂廳、公園與公共藝術。城市一直在折疊自己的歷史,再把它打開成下一個版本。Simone Decker 的房間也在做類似的事情,一個有限的體積,透過反射產生新的尺度。那天的我,大概也正在做同樣的事。


後來我真的順利進入了這個班級。再後來,SUSBUS 計畫也回到 Mudam 進行展演。原本只是一次課外教學的地方,幾年之後竟然成了自己的作品重新出現的場域。人生有時候很奇怪,當下以為只是路過,後來才發現那其實是一條路的起點。


所以現在回頭看 2013 年,我已經不太把那段焦慮理解成停滯。它比較像 Simone Decker 那個被折起來的房間。空間還在,可能性也還在,只是暫時縮成很小的體積。

人生有時候的折疊,不代表空間消失。只是骨架正在改變角度,筋骨因為重新排列而疼痛。等到新的結構慢慢適應,它還是可以再次打開,而且可能比原來延展得更遠。


Mudam Luxemburg: Ein Raum, der sich immer weiter entfaltet


Wenn sich die Angst in mir zusammenfalten ließe, würde sie vielleicht weniger wehtun.

2013 war für mich eine Zeit, in der ich nur schwer eine Richtung erkennen konnte. Sollte ich aufgeben und nach Taiwan zurückkehren oder in Deutschland bleiben? Wohin der nächste Schritt führen sollte, wusste ich nicht. Ich besuchte weiter Lehrveranstaltungen und bereitete zugleich neue Bewerbungen an anderen Hochschulen vor. Außerdem hörte ich im Studiengang Kunst und öffentlicher Raum mit. Ich wollte wissen, was dort gelehrt wurde und ob es für mich noch einen anderen Weg gab. Alles, was ich damals tat, war wie eine zusätzliche Eintrittskarte in der Tasche. Solange ich nicht wusste, welche Tür sich öffnen würde, wollte ich die Möglichkeiten wenigstens nicht selbst verschließen.

Mit einer Exkursion fuhr ich nach Luxemburg. Insgeheim hoffte ich, vielleicht mit Professorin Decker sprechen zu können. Simone Decker ist eine Künstlerin aus Luxemburg und wurde später, nachdem ich in den Studiengang Kunst und öffentlicher Raum aufgenommen worden war, meine Professorin. Damals stand ich noch vor der Tür, beobachtete, tastete mich heran und stellte mir vor, ob ich eines Tages Teil dieser Klasse sein könnte. Jahre später erkenne ich, dass diese Reise die Fäden meines späteren Lebens bereits leise miteinander verknüpft hatte.

Das Mudam Luxemburg steht auf einem besonderen Stück Land. Dieser Ort gehörte einst zum militärischen Verteidigungssystem Luxemburgs; direkt davor liegen die Überreste des Fort Thüngen. Früher schützte sich die Stadt mit Mauern, Schluchten und Festungen. Nach der Entmilitarisierung im 19. Jahrhundert verloren die Befestigungen allmählich ihre ursprüngliche Funktion. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Kirchberg zu einem neuen Stadtteil für europäische Einrichtungen, Finanzwesen und internationale Institutionen. Militärische, politische, wirtschaftliche und kulturelle Geschichte lagerten sich so auf demselben Boden übereinander. Das Mudam steht an der Schnittstelle dieser Zeiten, wie ein neuer Schnitt durch das Gelände: Es bewahrt die Vergangenheit und lässt die Stadt zugleich weiterwachsen.

Entworfen wurde das Gebäude von I. M. Pei. Er war für mich einer der Architekten, durch die meine Neugier auf Architektur überhaupt entstand. Seine Räume am Deutschen Historischen Museum in Berlin hatte ich früher schon erlebt; ihre Klarheit, Reinheit und Zurückhaltung blieben mir in Erinnerung. Im Mudam spürte ich erneut, wie er Räume gestaltet. Steinmauern tragen die Schwere der Festung, das Glasdach lässt Licht herein und Blickachsen ziehen den Blick in die Ferne. Pei verstand es, Blickpunkte so zu setzen, dass man sich beim Gehen immer schon zum nächsten Raum hingezogen fühlt. Türen, Gänge, Richtungswechsel und Öffnungen wirken einfach, doch jeder Schritt bestimmt neu, was man als Nächstes sieht. Der Bau kopiert die Geschichte nicht unmittelbar. Er bewahrt die Geometrie, die Achsen und die Beziehung zur Landschaft und lässt daraus eine neue Architektur wachsen.

An diesem Tag sah ich Simone Deckers Prototype pour un espace infini. Der silberne Raum schien zusammengefaltet zu sein; seine Oberfläche bestand aus vielen verspiegelten Winkeln. Wenn er sich öffnet, lassen die Spiegel einen begrenzten Raum immer weiter reflektieren. Ein Zimmer von nur wenigen Metern scheint visuell kein Ende mehr zu haben. Zusammengefaltet wird es wieder zu einem komprimierten Objekt. Zwischen endlich und unendlich liegt nur die Bewegung des Entfaltens.

Dieses Werk blieb mir lange im Gedächtnis. Damals dachte ich eigentlich über die Ausdehnung des Inneren nach. Der Zustand eines Menschen kann zusammengedrückt und gefaltet werden; er kann sich auch wieder strecken. Entscheidend ist, wie viel Spannung gerade noch vorhanden ist und ob man die nächste Entfaltung aushält. Durchgänge, Überschreitungen, Falten, Öffnen und Neuordnen sind Begriffe aus Architektur und Skulptur, aber sie beschrieben meine damalige Lage ebenso gut.

Auch das Gelände des Mudam hat etwas Ähnliches erlebt. Die Festung verlor ihre militärische Aufgabe, doch ihre Geschichte hörte nicht auf; sie wurde Teil des Gedächtnisses der Stadt. Kirchberg wandelte sich vom Ackerland zum europäischen Verwaltungsviertel, zu dem später Museum, Konzerthalle, Parks und Kunst im öffentlichen Raum hinzukamen. Die Stadt faltet ihre Geschichte immer wieder und öffnet sie zu einer neuen Fassung. Deckers Zimmer tut etwas Vergleichbares: Durch Spiegelungen erhält ein begrenztes Volumen eine andere Ausdehnung. Vielleicht versuchte ich an jenem Tag dasselbe.

Später wurde ich tatsächlich in den Studiengang aufgenommen. Noch später kehrte das Projekt SUSBUS für eine Aufführung ins Mudam zurück. Ein Ort, den ich zunächst nur auf einer Exkursion besucht hatte, wurde einige Jahre danach zur Bühne meiner eigenen Arbeit. Das Leben ist manchmal seltsam. Was sich im Augenblick wie ein kurzer Besuch anfühlt, kann sich später als Anfang eines Weges erweisen.

Wenn ich heute auf das Jahr 2013 zurückblicke, verstehe ich meine damalige Angst kaum noch als Stillstand. Sie glich eher Simone Deckers zusammengefaltetem Raum. Der Raum und seine Möglichkeiten waren noch da, nur vorübergehend auf ein sehr kleines Volumen verdichtet.

Wenn das Leben sich faltet, verschwindet der Raum nicht unbedingt. Das Gerüst verändert seine Winkel; die Glieder schmerzen, während sie sich neu ordnen. Hat sich die neue Struktur langsam eingespielt, kann sie sich wieder öffnen und vielleicht weiter reichen als zuvor.