2026年9月26日 星期六

城市‧土地‧文化敘事(六十)ICU後的天外天

ICU後的天外天


故事回到自己家鄉。有一天,天外天被掀開了屋頂。那個畫面很像一個進了ICU很久的人,突然被大家看見。拆除工程引起注意,媒體來了,文史工作者來了,許多關心城市的人也來了。它像是在最後一段喘息裡,忽然得到很多人的關注,只是到了那個時候,能做的事情已經很有限。人有生命週期,建築也有。一棟建築究竟能不能延續下去,我一直覺得跟它長在哪一塊土地、跟什麼樣的人一起生活有很大的關係。有些建築老了,城市願意繼續跟它生活;有些建築老了,等待它的就是下一次開發。

2016
2026

2016年回到台灣,也重新回到台中生活。離開家鄉那麼多年,我開始想看看這片土地究竟發生了什麼變化,也重新走進以前沒有仔細看過的地方。台中後站、二十號倉庫是一條記憶的路徑,清水也是。以前在港區藝術中心前那片眷村,我曾經參與過相關專案,那裡同樣經歷漫長的等待。老房子荒廢、封閉、保存、修復,一等就是很多年,最後才慢慢找到新的方向。現在回頭看,那段清水的經驗讓我開始明白,城市裡有些東西必須等待很久,二十年後才可能重新開花。也因為看過這樣的可能,我那時候總相信,只要一個地方還沒有完全消失,就還存在被重新理解的機會。


2017年前後,我還有很強的冒險心情,常常跑去鄉鎮、老房子和廢棄空間裡看。只要還能進去,就想多看一眼。天外天也是在那段時間進入我的視線。那時因為辦理教育部原民新校園運動相關活動策展,也跟德昌營造談空間租借,因此開始在周邊做田野調查。走在台中後站,很容易感覺到城市正在斷裂,一邊是新的道路、新的建設與新的土地價值,另一邊是失去功能的倉庫、劇場與老房子。二十號倉庫塵封,周圍像一片等待重新編輯的城市廢墟。這讓我想起清水,同樣是老建築、同樣經歷漫長等待,結果卻可能完全不同。我開始問自己,回到台中以後,我究竟能為自己的城市做些什麼。所以去探險、去看現場、參與論壇,也曾經特別北上參加文化論壇。那時鄭麗君擔任文化部長,討論裡也碰觸到文化資產保存、城市發展,以及天外天這類正在消失的空間。

關心天外天的人其實很多,只是城市裡還有地主、政府、開發利益、文史工作者與一般市民,每一個人站的位置不同,看見的未來也不同。當保存與土地利益被放在天秤兩端,事情就沒有想像中單純。我剛從歐洲生活回來,可能還帶著一點天真,看過許多老建築被留下來、修復、重新使用,很自然會覺得城市應該替五十年、一百年後的人保留一些東西。清水的經驗也讓我相信等待可能有結果,可是天外天讓我看到另一個答案。城市有自己的節奏,土地有自己的價格,政治也有自己的時間。長遠的文化價值,很難每一次都贏過眼前的利益。最後能留多少,就留多少,而天外天始終沒有成為那個幸運兒。


2021年,天外天正式落幕。曾經可以容納數百人的劇場,曾經有人在裡面喝茶、看戲、看電影、交朋友的地方,最後被夷為平地。清水那些等待二十年後重新被打開的老房子,至少還有一個可以重新開始的地方;天外天最後留下的,卻只剩照片、構件和曾經走進去的人。對我來說,它真正留下來的記憶也很簡單,就是一次年輕時的闖蕩。我曾經走進去,看過它還沒有完全死去的樣子,後來入口被堵住,再也上不去了,再後來整棟建築消失。城市有時候就是這樣,有些地方等了二十年重新開花,有些地方等不到下一個春天。你曾經以為它還會一直在那裡,幾年後再回去,土地還在,建築已經不見了。最後留下來的,只剩下自己曾經走進去的那一次。

一座建築進入ICU之後,很多人才開始想起它曾經活過。只是當城市真正決定拔掉呼吸器,記憶就只能留在曾經走進去的人身上。


Tianwaitian nach der Intensivstation


Die Geschichte führt zurück in meine Heimatstadt. Eines Tages wurde das Dach von Tianwaitian aufgerissen. Das Bild erinnerte mich an einen Menschen, der lange auf der Intensivstation gelegen hatte und plötzlich von allen gesehen wurde. Der Abriss erregte Aufmerksamkeit: Die Medien kamen, Heimatforscher kamen, und viele Menschen, denen die Stadt am Herzen lag, kamen ebenfalls. In seinen letzten Atemzügen erhielt das Gebäude auf einmal viel Zuwendung. Doch zu diesem Zeitpunkt ließ sich nur noch wenig tun. Menschen haben einen Lebenszyklus, Bauwerke auch. Ob ein Gebäude weiterleben kann, hängt für mich stark davon ab, auf welchem Boden es gewachsen ist und mit welchen Menschen es zusammengelebt hat. Manche alten Gebäude dürfen weiter am Leben der Stadt teilnehmen. Auf andere wartet die nächste Bebauung.

2016 kehrte ich nach Taiwan und in das Leben in Taichung zurück. Nach so vielen Jahren fern der Heimat wollte ich wissen, wie sich dieses Land verändert hatte, und Orte noch einmal ansehen, die ich früher kaum beachtet hatte. Das Gebiet hinter dem Bahnhof von Taichung und das Lagerhaus Nr. 20 bildeten einen Weg durch meine Erinnerung; Qingshui war ein weiterer. An einem Projekt zu der ehemaligen Militärsiedlung vor dem Port of Taichung Art Center hatte ich früher mitgearbeitet. Auch dort hatte man lange warten müssen. Die alten Häuser standen leer oder waren geschlossen, wurden erhalten und restauriert und fanden erst nach vielen Jahren langsam eine neue Richtung. Rückblickend lehrte mich Qingshui, dass manche Dinge in einer Stadt sehr lange warten müssen und vielleicht erst zwanzig Jahre später wieder aufblühen. Weil ich diese Möglichkeit gesehen hatte, glaubte ich damals, dass jeder Ort, der noch nicht ganz verschwunden war, auch neu verstanden werden konnte.

Um 2017 hatte ich noch viel Lust auf Abenteuer und besuchte häufig Kleinstädte, alte Häuser und verlassene Räume. Solange ich hineinkam, wollte ich noch einen Blick darauf werfen. In dieser Zeit fiel mir auch Tianwaitian auf. Während ich Veranstaltungen zum Projekt einer neuen indigenen Schullandschaft des taiwanischen Bildungsministeriums kuratierte, sprach ich mit der Baufirma Te Chang über die Anmietung von Räumen und begann in der Umgebung Feldforschung zu betreiben. Hinter dem Bahnhof von Taichung war zu spüren, wie die Stadt auseinanderbrach: Auf der einen Seite neue Straßen, neue Bauten und neue Bodenwerte, auf der anderen Lagerhäuser, ein Theater und alte Wohnhäuser, die ihre Funktion verloren hatten. Das Lagerhaus Nr. 20 war verschlossen; die Gegend wirkte wie eine städtische Ruine, die darauf wartete, neu gefasst zu werden. Ich dachte an Qingshui: wieder alte Gebäude und langes Warten, aber womöglich mit einem ganz anderen Ausgang. Ich fragte mich, was ich nach meiner Rückkehr für meine eigene Stadt tun könnte. Also erkundete ich Orte, besichtigte sie und nahm an Foren teil. Für ein Kulturforum fuhr ich sogar eigens in den Norden. Damals war Cheng Li-chiun Kulturministerin; die Gespräche berührten den Denkmalschutz, die Stadtentwicklung und Räume wie Tianwaitian, die gerade verschwanden.

Viele Menschen sorgten sich um Tianwaitian. Doch in der Stadt gab es auch Grundeigentümer, Behörden, wirtschaftliche Interessen, Heimatforscher und Bewohner. Jeder stand an einer anderen Stelle und sah eine andere Zukunft. Sobald Erhaltung und Bodenwert gegeneinander abgewogen wurden, war die Sache nicht mehr einfach. Ich war gerade aus Europa zurückgekehrt und vielleicht noch ein wenig naiv. Dort hatte ich viele alte Gebäude gesehen, die erhalten, instand gesetzt und neu genutzt wurden. Deshalb schien es mir selbstverständlich, dass eine Stadt auch für die Menschen in fünfzig oder hundert Jahren etwas bewahren sollte. Qingshui hatte mir gezeigt, dass sich Warten lohnen konnte. Tianwaitian zeigte mir einen anderen Ausgang. Eine Stadt hat ihren eigenen Rhythmus, Boden hat seinen Preis und Politik ihren Zeitplan. Langfristiger kultureller Wert setzt sich nicht jedes Mal gegen unmittelbare Interessen durch. Am Ende bleibt, was sich retten lässt. Tianwaitian gehörte nicht zu den Glücklichen.

2021 fand Tianwaitian sein endgültiges Ende. Ein Theater, in dem einst Hunderte Platz fanden und Menschen Tee tranken, Aufführungen und Filme sahen und Freundschaften schlossen, wurde dem Erdboden gleichgemacht. Den alten Häusern in Qingshui, die nach zwanzig Jahren wieder geöffnet wurden, blieb wenigstens ein Ort für einen Neubeginn. Von Tianwaitian blieben nur Fotografien, Bauteile und die Erinnerungen der Menschen, die es betreten hatten. Für mich ist diese Erinnerung einfach: ein Abenteuer meiner jüngeren Jahre. Ich ging hinein und sah es, als es noch nicht ganz tot war. Später wurde der Eingang versperrt, und ich konnte nicht mehr hinauf. Noch später verschwand das ganze Gebäude. Städte sind manchmal so. Manche Orte blühen nach zwanzig Jahren erneut, andere erleben keinen nächsten Frühling. Man glaubt, ein Ort werde immer da sein. Ein paar Jahre später kehrt man zurück: Das Grundstück ist noch da, das Gebäude nicht mehr. Übrig bleibt der eine Besuch im Inneren.

Erst wenn ein Gebäude auf der Intensivstation liegt, erinnern sich viele daran, dass es einmal gelebt hat. Beschließt die Stadt schließlich, das Beatmungsgerät abzuschalten, bleibt die Erinnerung nur bei denen, die damals hineingegangen sind.