2026年9月29日 星期二

城市‧土地‧文化敘事(六十六)Düsseldorf,K21 的天空遊記

Düsseldorf,K21 的天空遊記


我曾試著回想過去那些看展覽的旅程,多數記憶如今都像夢境一樣,只剩驚鴻一瞥。記得去過某座城市、走進某座美術館,真正要說當時看過哪些作品,反而逐漸模糊。唯獨 Düsseldorf 的 K21,我始終記得自己曾經在天空裡行走。那幾乎成為整座美術館留下來最清楚的畫面。多年之後再回頭想,我常覺得美術館很像一座奇怪的記憶宮殿,我們在裡面收藏作品,也同時忘掉大量細節。最後留下來的,可能只是一道光、一個空間、一種身體感,或者某一刻突然失去地面的感覺。


我會前往 Düsseldorf,其實帶著一點私人原因。那時候我曾申請 Düsseldorf Kunstakademie,最後沒有被錄取。也正因如此,我反而更想親自去看看這座城市。我想知道,究竟是怎樣的城市土壤,可以長出 Joseph Beuys 這樣具有時代影響力的藝術家;怎樣的學院、畫廊、收藏制度與文化環境,可以讓這麼多藝術家聚集在這裡。那幾年我也開始刻意往德國不同方向移動,想知道西德、南德、柏林以及曾經的東德地區,到底有什麼差異。城市的尺度、街道、文化氛圍、人的生活方式,都可能完全不同。當時的我沒有明確答案,所以就用移動來理解世界。


Düsseldorf 讓我特別好奇的地方,在於它同時擁有藝術學院、當代藝術傳統、萊茵河,以及 MedienHafen 裡 Frank Gehry 那些扭曲的建築量體。那時候我一直在想,為什麼這座城市有能力接受這些作品,又為什麼有足夠的文化條件,讓藝術與實驗性的建築持續發生。K21 本身也像這種城市氣度的縮影。一棟原本屬於政治權力的議會建築,後來轉化為當代美術館,十九世紀的建築、戰後政治歷史與二十一世紀藝術被疊在同一個空間裡。城市沒有抹去舊的時間,而是讓新的內容繼續進入。


只是學生時代的我,其實讀不懂 K21 裡很多作品。它收藏與展示大量當代藝術、觀念藝術、影像與裝置,相較於繪畫或傳統美術館,那些作品需要更多時代背景與藝術史脈絡才能進入。當時走在展間裡,我常常只剩下一個疑問,為什麼我看不懂。後來才慢慢發現,觀看藝術也需要累積。當看過更多作品、讀過更多歷史、理解不同年代的社會背景之後,原本毫無頭緒的東西才會逐漸連接起來。很多作品當下沒有答案,卻可能先留在身體裡,等到多年之後才重新產生意義。

Tomás Saraceno 的《in orbit》就是這樣的作品。巨大的網狀結構懸浮在 K21 的玻璃穹頂下方,人可以真正走進作品,在高處移動。腳下沒有熟悉的地面,其他人的重量與動作會透過整張網傳遞過來,一個人的移動也會影響另一個人的平衡。那時候的我也許還無法完整理解 Saraceno 對生態、網絡、共生與未來棲居的思考,可是身體已經先記住了。十多年後,當他的作品來到台灣,我再次讀到他的創作,才突然發現自己很早以前就曾進入過他的世界。有些作品要等人生走得夠遠,才開始真正看懂。我也曾經想過,自己是否有可能成為這樣的創作者,讓一件作品在多年之後仍然停留在另一個人的記憶裡。


那次應該是在三月前後,冬天快要結束,城市裡有一點溫暖的陽光。我一個人在 Düsseldorf 漫遊,看建築、看人、沿著萊茵河走,也想著自己的選擇。如果當初被錄取,如果留在這裡,如果人生走向另一條路,我現在又會在哪裡。Düsseldorf 很精彩,可是那時候的我似乎知道,這裡暫時沒有成為我要停留的地方。相較之下,我對易北河的記憶反而更深,也許真正生活過的地方,才會慢慢進入身體。多年以後,我已經記不得 K21 裡大部分的作品,也不再需要替那些「如果」找到答案。我只記得自己走進那片懸浮的網,下面是巨大的中庭,頭頂是透明的天空,腳下沒有穩固的地面,只能把重量放上去,一步一步往前。也許那就是這趟 Düsseldorf 旅程最後真正留下
來的東西。


也許人生有時候就是這樣。當腳下原本熟悉的結構突然消失,我們仍然只能把重量放上去,試著往前走。城市沒有替我決定方向。K21 也沒有。可是多年之後,我仍然記得那個在天空行走的自己。




Düsseldorf: Ein Gang durch den Himmel des K21


Ich habe versucht, mich an frühere Reisen zu Ausstellungen zu erinnern, doch die meisten Erinnerungen gleichen heute Träumen, von denen nur flüchtige Bilder geblieben sind. Ich weiß noch, dass ich eine Stadt besucht und ein Museum betreten habe, aber welche Werke ich damals tatsächlich sah, wird immer undeutlicher. Nur im K21 in Düsseldorf erinnere ich mich bis heute daran, im Himmel gegangen zu sein. Das ist beinahe das klarste Bild, das mir das ganze Museum hinterlassen hat. Wenn ich Jahre später zurückdenke, erscheint mir ein Kunstmuseum oft wie ein seltsamer Gedächtnispalast. Wir bewahren dort Werke auf und vergessen zugleich zahllose Einzelheiten. Am Ende bleibt vielleicht nur ein Lichtstrahl, ein Raum, eine körperliche Empfindung oder der Augenblick, in dem einem plötzlich der Boden unter den Füßen fehlt.

Für meine Reise nach Düsseldorf gab es auch einen persönlichen Grund. Ich hatte mich damals an der Kunstakademie Düsseldorf beworben und war nicht aufgenommen worden. Gerade deshalb wollte ich mir die Stadt selbst ansehen. Ich wollte wissen, auf welchem städtischen Boden ein so einflussreicher Künstler wie Joseph Beuys wachsen konnte und welche Akademie, Galerien, Sammlungsstrukturen und kulturellen Bedingungen so viele Künstler hier zusammenbrachten. In jenen Jahren begann ich auch, bewusst in verschiedene Richtungen durch Deutschland zu reisen, um die Unterschiede zwischen Westdeutschland, Süddeutschland, Berlin und den Gebieten der ehemaligen DDR zu verstehen. Der Maßstab einer Stadt, ihre Straßen, ihre kulturelle Atmosphäre und die Lebensweise ihrer Menschen konnten völlig verschieden sein. Ich hatte damals keine klare Antwort, also versuchte ich, die Welt durch Bewegung zu verstehen.

An Düsseldorf faszinierte mich, dass die Stadt zugleich eine Kunstakademie, eine Tradition zeitgenössischer Kunst, den Rhein und die verdrehten Bauten Frank Gehrys im MedienHafen besitzt. Ich fragte mich, weshalb diese Stadt solche Werke annehmen konnte und welche kulturellen Voraussetzungen Kunst und experimentelle Architektur immer wieder möglich machten. Auch das K21 schien mir ein Ausdruck dieser Offenheit. Ein Gebäude, das früher politischer Macht gedient hatte, wurde zu einem Museum für Gegenwartskunst. Architektur des neunzehnten Jahrhunderts, politische Nachkriegsgeschichte und Kunst des einundzwanzigsten Jahrhunderts lagerten sich in einem Raum übereinander. Die Stadt löschte die frühere Zeit nicht aus, sondern ließ weiterhin Neues hinein.

Als Student verstand ich allerdings viele Werke im K21 noch nicht. Das Museum sammelte und zeigte viel Gegenwartskunst, Konzeptkunst, Video und Installation. Im Vergleich zu Malerei oder einem traditionellen Kunstmuseum brauchte ich dafür mehr Wissen über die jeweilige Zeit und die Kunstgeschichte. In den Ausstellungsräumen blieb mir oft nur die Frage, warum ich nichts verstand. Erst später begriff ich allmählich, dass auch das Betrachten von Kunst Erfahrung erfordert. Wenn man mehr Werke sieht, mehr Geschichte liest und die gesellschaftlichen Hintergründe verschiedener Epochen versteht, beginnen Dinge, die zunächst rätselhaft waren, sich zu verbinden. Viele Werke geben im Augenblick keine Antwort. Sie können sich aber zunächst im Körper festsetzen und erst Jahre später eine neue Bedeutung gewinnen.

Tomás Saracenos „in orbit“ ist ein solches Werk. Ein riesiges Netz schwebt unter der Glaskuppel des K21; man kann das Werk betreten und sich hoch über dem Boden bewegen. Unter den Füßen fehlt der vertraute feste Grund. Das Gewicht und die Bewegungen anderer Menschen übertragen sich über das ganze Netz, und jede eigene Bewegung beeinflusst das Gleichgewicht eines anderen. Damals verstand ich Saracenos Gedanken über Ökologie, Netzwerke, Zusammenleben und künftige Formen des Wohnens vielleicht noch nicht vollständig. Mein Körper aber hatte sich das Erlebnis bereits eingeprägt. Mehr als zehn Jahre später, als seine Arbeit nach Taiwan kam, las ich erneut über sein Schaffen und merkte plötzlich, dass ich seine Welt schon sehr früh betreten hatte. Manche Werke beginnen wir erst zu verstehen, wenn unser Leben weit genug vorangeschritten ist. Ich fragte mich auch, ob ich selbst einmal etwas schaffen könnte, das viele Jahre im Gedächtnis eines anderen Menschen bleibt.

Es muss ungefähr im März gewesen sein. Der Winter ging zu Ende, und über der Stadt lag etwas warmes Sonnenlicht. Ich streifte allein durch Düsseldorf, betrachtete Gebäude und Menschen, ging am Rhein entlang und dachte über meine Entscheidungen nach. Was wäre, wenn ich aufgenommen worden wäre, wenn ich hiergeblieben wäre, wenn mein Leben eine andere Richtung genommen hätte? Düsseldorf war aufregend, doch ich schien schon damals zu wissen, dass ich vorerst nicht hierbleiben würde. Die Erinnerung an die Elbe ist dagegen tiefer. Vielleicht gehen nur Orte, an denen wir wirklich gelebt haben, nach und nach in den Körper über. Jahre später erinnere ich mich an die meisten Werke im K21 nicht mehr und brauche auch keine Antwort mehr auf all diese „Was wäre wenn“. Ich weiß nur noch, wie ich das schwebende Netz betrat: Unter mir lag das große Atrium, über mir ein durchsichtiger Himmel, und unter den Füßen gab es keinen festen Boden. Ich konnte nur mein Gewicht darauf verlagern und Schritt für Schritt weitergehen. Vielleicht ist genau das geblieben von meiner Reise nach Düsseldorf.

Vielleicht ist das Leben manchmal so. Wenn die vertraute Struktur unter unseren Füßen plötzlich verschwindet, müssen wir unser Gewicht dennoch darauf setzen und versuchen weiterzugehen. Die Stadt entschied meine Richtung nicht für mich. Das K21 ebenso wenig. Aber noch Jahre später erinnere ich mich an den Menschen, der ich damals war, als ich durch den Himmel ging.